Moto3

Moto3-Qualifying: Rennleitung droht neues Fomat an

Im Moto3-Qualifying gibt es regelmäßig Ärger. Die Geduld der Offiziellen ist bald erschöpft. Strafen nutzen nicht viel, daher kommt nun eine Drohung:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Und täglich grüßt das Murmeltier. Egal, welches Strafmaß man androht oder anwendet, gebummelt wird im Moto3-Qualifying fast immer. Nun könnte die Rennleitung von diesen Sperenzchen die Schnauze voll haben. Laut Informationen von "Crash.net" hat Rennleiter Mike Webb den Piloten der kleinen Klasse bereits angedroht, das Qualifikations-Format zu ändern, sollte das Windschatten-Suchen auch auf Phillip Island weiter gehen.

Wir haben eine ganze Fülle an Lösungen zur Verfügung.
Mike Webb, Rennleiter

"Wir haben eine ganze Fülle an Lösungen zur Verfügung", erklärte Webb am Donnerstag vor dem Australien-GP. Webb spielt den Ball den Moto3-Piloten zu, denn: "Zunächst einmal wollen wir von der Rennleitung und auch die Dorna das aktuelle Qualifying-Format beibehalten." Derzeit haben in der Moto3 Teams und Fahrer 40 Trainingsminuten zur freien Verfügung.

Erklärt: Die Qualifying-Problematik in der Moto3

Während in den Klassen MotoGP und Moto2 das Bummeln im Qualifying kaum bis gar kein Thema ist, wird in der kleinsten Kategorie in regelmäßigen Abständen eine wahre Flut an Strafen ausgesprochen. Das Strafmaß reicht dabei von Geldbußen bis hin zu Rückversetzungen in Startaufstellung oder im Extremfall gar Disqualifikationen. Dadurch steht regelmäßig die endgültige Startaufstellung erst einige Stunden nach Ende des Qualifyings fest.

Das Problem: Die Moto3-Klasse ist als Juniorenklasse konzipiert. Da erscheint es logisch, dass sich vor allem unerfahrene oder langsame Fahrer ein schnelles Hinterrad suchen, um entscheidende Zehntelsekunden zu finden. Die Folge sind gefährliche Bummelfahrten. Hinzu kommt, dass in der kleinsten Kategorie der Motorrad-WM der Windschatten einen größeren Effekt hat und auf Strecken mit langen Geraden schnell einen Zeitvorteil von mehreren Zehntelsekunden bedeuten kann. Auf diesen Vorteil verzichtet kein Fahrer freiwillig.

Video-Clips: Beispiele für Wartespiele

Rennleiter Mike Webb greift seit Motegi härter durch

Von jetzt an nimmt das Strafmaß bei Wiederholungstätern wesentlich stärker zu.
Mike Webb, Rennleiter

Bereits am vergangenen Wochenende im Rahmen des Japan-GP in Motegi gab es deshalb eine Standpauke von Rennleiter Mike Webb: "Leider mussten wir wieder ein Fahrer-Briefing einberufen. Es geht um das Verhalten der Moto3-Fahrer, vor allem im Qualifying. Langsam fahren ist gefährlich, wenn andere Piloten auf Zeitenjagd sind", so Webb damals im Gespräch mit der offiziellen Seite der MotoGP.

Im Rahmen dieses Gesprächs kündigte Webb auch an, im Falle von Wiederholungstätern rigoroser durchzugreifen, als das bisher der Fall war: "Bisher wurden die Strafen bei wiederholten Vergehen nur langsam härter. Aber das wurde zu sehr ausgenutzt. Von jetzt an nimmt das Strafmaß wesentlich stärker zu. Einige Fahrer könnten dann aus der Boxengasse starten oder sogar disqualifiziert werden", erklärte Webb.

Ob sich das Moto3-Feld dies ausgerechnet auf Phillip Island zu Herzen nimmt, bleibt abzuwarten. Der australische Highspeed-Kurs gilt aufgrund seiner Charakteristik als besonders windschattenfreundlich. Es winken also einmal mehr Chaos in Sachen Strafen und Ermittlung der Startaufstellung. Die Moto3-Piloten haben es in der eigenen Hand, eine Änderung des Formats zu verhindern.


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