Moto3

Details veröffentlicht - Technisches Reglement Moto3 steht

Für das technische Reglement der neuen Moto3 Klasse ab 2012 wurden im Rahmen des Valencia GP umfassende Details veröffentlicht.
von Toni Börner

Motorsport-Magazin.com - Für die Moto3-Klasse gibt es seit der heutigen Tagung der Grand Prix-Kommssion im Rahmen des Finales der Motorradweltmeisterschaft in Valencia ein klares technisches Reglement. Ab 2012 werden die Zweitakter damit endgültig der Vergangenheit angehören. Hier das Wichtigste im Überblick.

Motor

  • 4-Takt Kolbenhubmotoren
  • Hubraum: 250ccm
  • Einzylinder
  • Maximale Bohrung: 81mm
  • Keine ovalen Kolben
  • Motoren müssen normal ansaugend sein, kein Turbo, keine Aufladung
  • Maximaldrehzahl: 14.000 U/min
  • Maximal 4 Ventile
  • pneumatische und/oder hydraulische Ventilsteuerung nicht erlaubt
  • Ventilsteuerungssystem durch Kettenantrieb
  • variables Timing der Ventile und/oder variable Ventilöffnungssysteme sind verboten
  • Maximalkosten pro Motor: 12.000 Euro

Außerdem muss jeder Hersteller gewährleisten, dass für mindestens 15 Fahrer pro Sasion Motoren und Ersatzteile geliefert werden können, wann immer dies angefragt wird. Jeder Hersteller muss außerdem den Verantwortlichen im Vorfeld der Saison Listen mit erhältlichen Ersatzteilen und deren Preisen aushändigen. Diese wird von der Organisation abgenommen und im laufenden Saisonbetrieb ist dann an diesen Listen lediglich eine Anpassung der Preise gestattet. Außerdem muss dabei die Lieferzeit der Teile mit vermerkt werden. Preise und Technologien dürfen sich nicht von denen des aktuellen Marktes unterscheiden.

Und auch in Punkto Entwicklung hat man vorgedacht. Sollen neue Motorteile erhältlich sein und entwickelt worden, dann ist es die Pflicht, dass diese Teile allen Abnehmern gleichermaßen zugänglich gemacht werden. Auch hierbei kommt wieder die oben schon genannte Preisliste ins Spiel.

Einlass- und Krafstoffsystem

  • variable Einlasslängen sind nicht erlaubt
  • nur mechanisches Gas, kein Drive-by-Wire
  • Leerlaufsteuerung durch Elektronik ist erlaubt
  • Einspritzung muss den Einlassventilen vorgelagert sein
  • Maximal zwei Einspritzdüsen und zwei unabhängige Einspritzdüsensteuerungen
  • Benzindruck darf 5,0 Bar nicht übersteigen
  • Abgesehen von den Gasen des Motorsumpfes sind nur Luft-/Benzingemische am Einlass-Trakt und im Brennraum erlaubt
  • Benzin muss den FIM Moto3-Brennstoffregeln entsprechen

Auspuffsystem

  • Variable Längen der Auspuffkomplettanlage sind nicht erlaubt
  • Maximallautstärke: 115 dB/A, stehend gemessen
  • keine beweglichen Teile (Ventile, Bleche, ..) erlaubt

Getriebe

  • maximal 6-Gang
  • maximal 2 unterschiedliche Übersetzungen pro Gang
  • maximal 2 unterschiedliche Antriebsritzel für Primärantrieb
  • elektromechanische oder elektrohydraulische Kupplungen sind nicht erlaubt

Einspritzung, Elektronik, Data-Recording

  • nur von den Organisatoren abgenommene Zündungs-/Einspritzungs-Steuerungen (ECU) sind erlaubt
  • Motorsteuerung muss in Hard- und Software unverändert bleiben
  • offizielle Motorsteuerung muss Drezahllimiter enthalten

Der Technische Direktor hat zudem die Möglichkeit zu jedem beliebigen Zeitpunkt die Motorsteuereinheit an jeder Maschine durch eine weitere Standard-Einheit zu ersetzen.

Chassis

  • Chassis müssen Prototypen sein
  • Konstruktion ist innerhalb des technischen Reglement der FIM für GPs freigestellt
  • Mindestgewicht Fahrer + Motorrad: 148kg
  • Nur Stahlbremsscheiben sind erlaubt
  • Fahrwerk muss konventionell, passiv und mechanisch sein
  • elektronische Fahrwerkshöhenverstellung ist verboten
  • Federn müssen Spiralförmig sein und dürfen nur aus eisenbasierenden Legierungen bestehen

Räder und Reifen

  • Räder dürfen nur aus Magnesium und Aluminium sein
  • Größen vorn: 2,50" x 17"
  • Größen hinten: 3,50" x 17"
  • Reifenanzahl pro Event wird Limitiert
  • Nur Reifen des offiziellen Lieferanten sind erlaubt

Material und Verarbeitung

  • Nockenwellen, Kurbelwellen, Kolbenbolzen müssen aus eisenbasierten Legierungen sein
  • Kurbelgehäuse, Zylinderblöcke und Zylinderköpfe müssen aus Gussaluminium-Legierungen sein
  • Kolben müssen aus Alluminiumlegierungen bestehen
  • Pleuel, Ventile und Ventilfedern müssen entweder aus Titan- oder Eisen-basierenden Legierungen sein
  • Legierungen bedeutet, dass das genannte Element das Überwiegende sein muss

Allgemeines

  • Nur ein Motorrad pro Fahrer darf zur Abnahme gebracht werden
  • Maximal 8 Motoren für alle Grand Prix-Rennen
  • Neu aufgebaute Motoren zählen als neu
  • Motoren müssen am Tag vor dem ersten Training bei der Abnahme registriert werden
  • Registrierte Motoren werden verplombt
  • Plomben dürfen nur unter Aufsicht des technischen Direktors entfernt werden
  • Nur verplombte Motoren dürfen auf die Strecke gelangen
  • Ein bei der Abnahme ohne intakte Plombe vorgeführter Motor wird als neu eingestuft

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