Die MotoGP fährt ab 2027 nicht mehr in Termas de Río Hondo, sondern kehrt auf das umfassend umgebaute Autódromo Oscar y Juan Gálvez in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zurück. Die Strecke im Süden der Metropole wurde 1952 eröffnet und war bereits mehrfach Gastgeber der Motorrad-Weltmeisterschaft, und zwar in den 1960er-, 1980er- und 1990er-Jahren. Zuletzt gastierte die MotoGP 1999 in Buenos Aires und kehrt 2027 nach 28 Jahren an ihre alte Wirkungsstätte zurück.
Die Geschichte: Autódromo Oscar y Juan Gálvez
Das Autódromo Oscar y Juan Gálvez in Buenos Aires gehört zu den traditionsreichsten Rennstrecken Südamerikas. Ab den 1940er-Jahren erlebte der Motorsport in Argentinien einen massiven Aufschwung und brachte mit Juan Manuel Fangio und José Froilán González zwei international erfolgreiche Fahrer hervor. Im Süden der Hauptstadt entstand schließlich eine Rennstrecke, die 1952 eröffnet wurde. Große Rennserien ließen nicht lange auf sich warten: Schon 1953 gastierte die Formel 1 in Buenos Aires. 1961 fand hier erstmals ein Lauf der Motorrad-Weltmeisterschaft statt.
Bis 1963 war die Motorrad-WM in Buenos Aires zu Gast, danach blieb sie lange fern. Es folgte eine On-Off-Beziehung: Aufgrund wirtschaftlicher und politischer Probleme konnte sich der Grand Prix nie dauerhaft im Kalender etablieren. 1999 fand vorerst der letzte Motorrad-Grand-Prix statt. Danach verlor die Strecke an internationaler Bedeutung und wurde größtenteils von nationalen Automobilrennserien genutzt.
Neues Streckenlayout
Im Juli 2025 überraschte die MotoGP mit der Ankündigung ihrer Rückkehr nach Buenos Aires. Die Rennstrecke wurde umfassend saniert, praktisch handelt es sich um einen teilweisen Neubau. Neben dem Layout sind Boxenanlage, Fahrbahnbelag, Sicherheitseinrichtungen und Zuschauerinfrastruktur erneuert. Der neue MotoGP-Kurs ist rund 4,3 Kilometer lang und besitzt 14 Kurven.
Die Statistik zum Argentinien-GP
Insgesamt zehn Mal fuhr die Motorrad-Weltmeisterschaft zwischen den 1960er- und 1990er Jahren auf dem Autódromo Oscar y Juan Gálvez. Mick Doohan ist in der Königsklasse mit drei Siegen (1994, 1995 und 1998) der erfolgreichste Fahrer, alle auf Honda. Der japanische Hersteller ist auch der erfolgreichste auf dem Kurs, gefolgt von Yamaha und Suzuki. Besonders bemerkenswert: Die ersten beiden Rennen der 500er-Klasse gewannen mit Jorge Kissling und Benedicto Caldarella argentinische Fahrer. Der letzte 500er-Sieger in Buenos Aires war 1999 der US-Amerikaner Kenny Roberts Jr.
