Moto2

Deutschland GP: Schweizer Piloten im Check

Bitteres Ende für Lüthi und Aegerter auf dem Sachsenring, Raffin verpasst die Punkte knapp. So lief der Deutschland-GP für die Schweizer Piloten:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag

Jesko Raffin (16.): Unauffällig, aber gut war Jesko Raffin beim Deutschland-GP auf dem Sachsenring unterwegs. Für Raffin ging es im Rennen von Startplatz 26 aus nur in eine Richtung - nämlich nach vorne. Schon in den ersten Runden machte Raffin zwei Positionen gut und wurde im Anschluss weiter nach vorne gespült. Am Ende war der Schweizer relativ einsam unterwegs und verpasste als 16. nur knapp die Punkteränge.

"Vom 26. auf den 16. Platz zu fahren ist sicher positiv. Ich war leider am Start nicht stark genug um schlussendlich in die Punkte zu fahren. Ich habe heute wieder sehr viele gute Erfahrungen sammeln können. Ich muss definitiv an meinem Start arbeiten - heute war der zwar nicht schlecht, aber ich habe auf den ersten Metern direkt wieder Plätze eingebüßt. Meine Rundenzeiten waren aber konstant. Die zwei Wochen Ferien werden mir jetzt sicher guttun. Ich freue mich auf etwas Ruhe und darauf, dann in Brünn bei den Tests wieder Vollgas geben zu können."

Thomas Lüthi (DNF): Ein bitterer Rennsonntag für Thomas Lüthi in Deutschland. In der Startphase war der Schweizer klar am Drücker, kämpfte sich nach einem Überholmanöver gegen Alex Marquez sogar bis an die Spitze nach vorn. Wenige Runden später ging Franco Morbidelli an Lüthi vorbei. Bei der Verfolgung des Italieners stürzte Lüthi in Runde zwölf in Kurve zwölf ins Aus.

"Ich habe einfach die Front verloren. Die Pace war ziemlich hoch, Franco hat ordentlich gepusht. In Sektor eins und zwei habe ich aber gemerkt, dass ich etwas schneller fahren kann als er. Ich wollte dann angreifen, weil wir Druck von hinten bekommen haben und der Vorsprung da kleiner wurde. Dann wollte ich aber leider etwas zu viel, hatte ein kleines Problem beim Zurückschalten, war etwas zu weit außen und mir ist das Vorderrad eingeklappt. Das ist natürlich schade für die Weltmeisterschaft, aber es liegen ja noch viele Rennen vor uns."

Dominique Aegerter (DNF): Für Dominique Aegerter wurde das Rennen auf dem Sachsenring ein Grand Prix zum Vergessen. Von seinem 17. Startplatz aus konnte sich Aegerter nicht verbessern, nach wenigen Runden war dann das Rennen durch einen Sturz komplett gelaufen. Einige Runden später nahm Aegerter das Rennen wieder auf, gewertet wurde er jedoch nicht.

"Es tut mir für meine Sponsoren und alle Fans, die hierherkamen, sehr leid, dass ich das Rennen wegen eines technischen Problems nicht zu Ende fahren konnte. Das ist wirklich sehr schade und es ist immer enttäuschend, wenn man ein Rennen auf diese Weise aufgeben muss. Gute Punkte und ein Top-Zehn wären auf jeden Fall möglich gewesen. Nachdem das Problem aufgetreten war, bin ich sofort in die Box gefahren, wo wir versuchten, es zu beheben. Leider half auch ein zweiter Stopp nicht. Wir konnten es auf die Schnelle nicht beheben. Das ist sicher kein schöner Abschluss der ersten Saisonhälfte."

Samstag

Thomas Lüthi verpasste im Qualifying die ersten beiden Reihen - Foto: Tobias Linke

Thomas Lüthi (7.): Keine guten Karten hat Thomas Lüthi beim Qualifying auf dem Sachsenring erwischt. Beim nassen Abschlusstraining zum Deutschland-GP war Lüthi zwar zeitweise mit starker Pace unterwegs, am Ende reichte es jedoch nicht für den Sprung nach ganz vorn. Lüthi muss mit Platz sieben und damit Reihe drei Vorlieb nehmen. Am Vormittag im FP3 wurde der Schweizer Sechster.

"Es mag etwas seltsam klingen, ist aber die Wahrheit: das heutige Resultat sagt nichts über unsere Leistung aus. Ich war immer vorne dabei, im Trockenen sowie auch im Regen, bevor ich gegen Ende des Qualis leider noch einige Plätze verloren habe, da ich in einem Sektor Schwierigkeiten hatte. Ich habe die Trainings der MotoGP verfolgt und war sehr erstaunt, wie viel Grip sie im Regen hatten. Die Frage war, ob das mit unseren Dunlop-Reifen gleich sein würde. Ich habe also von Anfang an voll auf die 'Regen-Karte gesetzt und war sehr glücklich damit. Natürlich war es rutschig und ich war am Limit, aber ich konnte es immer unter Kontrolle halten. In der dritten Reihe zu sein ist keine Katastrophe, das Rennen morgen wird lang und es ist noch nichts verloren."

Dominique Aegerter (17.): Nicht nach Wunsch verlief der Samstag auch für Lüthis Landsmann Dominique Aegerter. Im Nassen hatte Aegerter auf dem Sachsenring größere Probleme als im Trockenen und hing meist außerhalb der Top-10 fest. Letztlich wurde es nur der 17. Startplatz für den Piloten von Kiefer Racing. Zuvor im trockenen FP3 wurde Aegerter noch guter Zehnter.

"Der 17. Startplatz schmeckt mir natürlich gar nicht, ich bin enttäuscht. Aber dieses miserable Qualifying war meine Schuld. Der neue Belag bietet unheimlich viel Grip. Trotzdem war es schwierig zu verstehen, wo es guten Grip gab und wo nicht. Ich war aber bei weitem nicht in der Lage ans absolute Limit zu gehen. Noch dazu hat die Session unter Mischbedingungen mit einer halbnassen, halbtrockenen Strecke begonnen. Ich hatte nicht gleich ein gutes Gefühl und daher konnte ich auch nicht sofort eine ansprechende Rundenzeit hinknallen. Im Regen war es das Gleiche, obwohl ich jede Runde schneller wurde. Vielleicht lag es auch daran, dass ich im Trockenen nicht unbedingt das optimale Vertrauen in die Front hatte, nachdem es hier dermassen viel Grip hat. Dieses Manko habe ich vielleicht in das Qualifying mitgenommen und konnte daher in einigen Kurven das Motorrad nicht sauber rollenlassen. Auf jeden Fall habe ich mich heute selbst ausgebremst."

Jesko Raffin (26.): Auch Jesko Raffins Leistung fiel im Regen etwas ab im Vergleich zu trockenen Verhältnissen. Am Vormittag konnte sich Raffin als 18. noch in die Top-20 des Klassements kämpfen, doch in solche Regionen konnte er im nassen Qualifying nicht mehr vorstoßen. Am Ende wurde es Startplatz 26 für den Schweizer.

"Heute Vormittag hatte ich direkt ein gutes Gefühl. Ich habe nur knapp acht Zehntel auf den Zweitplatzierten verloren und mich sehr wohl gefühlt. Am Nachmittag, für das Qualifying, bin ich als Letzter raus gefahren, da ich damit gerechnet habe, dass die Ideallinie noch mehr abtrocknen würde. Leider hat es dann aber wieder zu regnen angefangen und ich hatte große Schwierigkeiten mit dem Grip. In den letzten zwei, drei Runden wurde das zwar wieder besser, aber dann lief mir die Zeit davon. Aber morgen ist ein neuer Tag und ich weiß, was von mir erwartet wird."

Freitag

Dominique Aegerter lag am Freitag nach zwei Trainings in den Top-10 - Foto: Tobias Linke

Tom Lüthi (1.): Besser hätte das Wochenende zum Deutschland-Grand-Prix für Tom Lüthi nicht beginnen können. Nach Rang elf in FP1 drehte er am Freitagnachmittag richtig auf und holte sich im zweiten Training die Tagesbestzeit, 46 Tausendstelsekunden vor Marcel Schrötter. Sein WM-Rivale Franco Morbidelli liegt über zwei Sekunden zurück.

"Ich habe am Donnerstag extra einen Trackwalk gemacht und da, im Regen, hat sich der Asphalt schon zu Fuss gut angefühlt. Sie haben hier gute Arbeit gemacht, die Unebenheiten sind alle weg, aber wie viele andere Fahrer hatte ich trotzdem Mühe, den Asphalt zu verstehen. Es war fast schon komisch, weil man den Grip an vielen Stellen auf der Strecke nicht einschätzen konnte. Am Nachmittag, nach dem Regen, ging der Grip etwas zurück und ich war von meinem Speed selber überrascht. Immer wieder sah ich P1 oder P2 auf der Boxentafel stehen, obwohl ich sehr viel rutschte und slidete. Definitiv ein guter Start ins Wochenende. Trotzdem ist es nahezu unmöglich etwas vorherzusagen, da das Wetter einfach zu wechselhaft ist."

Dominique Aegerter (9.): Den umgekehrten Weg zu Tom Lüthi ging Dominqiue Aegerter am Sachsenring-Freitag. Er erfuhr sich im ersten Training den fünften Platz, schaffte es in der zweiten Session des Tages aber nur noch auf Rang neun. Diese Position belegt Aegerter auch in der kombinierten Zeitenliste. Gut eine halbe Sekunde fehlt ihm auf die Bestzeit von Tom Lüthi.

"Die Bedingungen waren am Nachmittag etwas schwieriger, nachdem es zunächst nass und bis zum Ende fast vollständig abgetrocknet war. Im Verlauf von FP2 haben wir wieder mit beiden Reifenoptionen gearbeitet und dabei keine gravierenden Unterschiede zu heute Morgen festgestellt. Allerdings haben wir hinsichtlich der Fahrwerksabstimmung etwas gefunden. Mit dem neuen Streckenbelag haben die Verantwortlichen super Arbeit geleistet. Die Grip-Verhältnisse sind deutlich besser. Natürlich braucht es noch weitere Trainings, bis wieder mehr Gummiabrieb auf der Strecke ist. Insgesamt betrachtet hat das Wochenende nicht schlecht begonnen."

Jesko Raffin (27.): Die Ränge 22 in FP1 und 29 in FP2 brachte der erste Tag am Sachsenring für Jesko Raffin. In der kombinierten Zeitenliste bedeutet das für ihn den 27. und somit sechstletzten Platz. Sein Rückstand beträgt knappe zwei Sekunden.

"Heute Vormittag lief’s sehr gut dafür, dass es das erste Training war. Aber dann blieb ich stehen, wir haben verschiedene Sachen ausprobiert, aber es hat nichts funktioniert. Am Nachmittag habe ich erwartet, dass die Strecke noch vor dem Training abtrocknet, was aber nicht der Fall war. Ich habe mein Gefühl vom Vormittag nicht mehr gefunden, hatte überhaupt kein Vertrauen. Ich konzentriere mich jetzt auf morgen. Ob es regnet oder trocken ist: ich muss mich definitiv verbessern."


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