Moto2

Der Check der Schweizer Piloten beim Katar GP

Drei Mal Punkte für die Schweizer Piloten! Während Tom Lüthi an der Spitze souverän fuhr, konnten sich Aegerter und Raffin im Mittelfeld auszeichnen. Der Check:

Sonntag

Thomas Lüthi (2.): Einen blitzsauberen Auftakt in die neue Saison legte Thomas Lüthi hin. Seinen Platz in der ersten Reihe setzte der Eidgenosse sofort in eine gute Ausgangslage um. In der Anfangsphase kämpfte Lüthi mit Franco Morbidelli um die Führung, musste ihn jedoch nach und nach ziehen lassen. Die Gegner Nakagami, Oliveira und Marquez konnte Lüthi bis ins Ziel in Schach halten.

"Von Anfang an habe ich mich im Rennen sehr wohl gefühlt. Ich hatte einen guten Rhythmus, hatte das Gefühl, gut mit Morbidelli mithalten zu können. Aber als Morbidelli seine Pace erhöhte habe ich gesehen, dass er an einigen Stellen einfach schneller war als ich. Ich habe mich dann darauf konzentriert, Nakagami zu kontrollieren, was mir sehr gut gelungen ist. Nach diesen ziemlich chaotischen Wintertests mit vielen Stürzen bin ich natürlich sehr zufrieden mit diesem Einstieg."

Dominique Aegerter (11.): Ein unauffälliges Rennen zeigte Dominique Aegerter in Katar. Der Schweizer war stets mittendrin in den Zweikämpfen im Mittelfeld - ohne jedoch groß Eindruck zu schinden. Am Ende ging es für Aegerter noch etwas nach hinten. Dennoch nimmt er als Elfter fünf solide Punkte aus der Wüste mit nach Hause.

"Wir haben natürlich mehr erwartet. Über Rang elf bin ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, wenn ich in Betracht ziehe, was ich während des Rennens dafür gegeben und gekämpft habe. Eigentlich ist das Rennen selbst einer meiner grössten Pluspunkte. Doch nach der langen Winterpause war es nicht einfach für mich, gleich wieder zu alter Stärke zurückzukehren. Zudem ist unsere Klasse sehr hart umkämpft und es darf auf keinen Fall an Vertrauen fehlen. Darüber hinaus bin ich fahrerisch und im Zweikampf noch nicht 100 Prozent auf der Höhe. Das Überholen ging mir nicht immer leicht von der Hand."

Jesko Raffin (14.): Am Anfang pfui, im weiteren Rennverlauf jedoch immer mehr hui. So lässt sich das Auftaktrennen von Jesko Raffin zusammenfassen. Der Schweizer fiel zunächst bis außerhalb der Top-20 zurück, kämpfte sich mit starken Rundenzeiten aber wieder immer weiter nach vorne. Der Lohn für die Aufholjagd: Platz 14 und damit gleich zu Beginn die ersten zwei Punkte für Raffin.

"Ab der zweiten Runde war mein Rhythmus sehr hoch und wurde bis zum Schluss immer besser. Ohne die Zwischenfälle in der ersten Runde hätte ich locker um ein Top-10-Finish kämpfen können. Dieser Rennverlauf ist natürlich sehr motivierend für Argentinien. Einen grossen Dank an mein Team, sie haben jederzeit einen super Job gemacht. Mein Motorrad war immer top vorbereit und perfekt abgestimmt. Sowohl beim Test vor einer Woche als auch am Rennwochenende haben wir wirklich super gearbeitet - so müssen wir weitermachen. Ich freue mich nun schon auf Argentinien. Doch bevor werde ich nach diesem langen Aufenthalt hier in Katar ein, zwei Tage ausspannen."

Samstag

Die Wetterkapriolen am Samstag machten ein Moto2-Qualifying in Katar unmöglich. Stattdessen wird die Startaufstellung aus der kombinierten Zeitenliste der Freien Trainings genommen. Das ist besonders für Tom Lüthi erfreulich, der somit von Startplatz drei aus der ersten Reihe ins Rennen geht. Auch Dominique Aegerter kann mit Startplatz sieben und Reihe drei zufrieden sein. Schade dagegen für Jesko Raffin, der keine Gelegenheit bekam, seine Zeit zu verbessern und deshalb von Startplatz 16 aus Reihe sechs ins erste Saisonrennen geht.

Freitag

Tom Lüthi (4.): Ein wenig musste Tom Lüthi am Freitag im Vergleich zum Vortag abreißen lassen. Beim einzigen Training der mittleren WM-Kategorie landete der Schweizer auf dem vierten Rang und musste sich damit nur Franco Morbidelli, Alex Marquez und Danny Kent geschlagen geben. In der Gesamtwertung fällt er damit auf Rang drei zurück.

"Die Jungs haben grossartige Arbeit geleistet letzte Nacht. Dafür haben sie wirklich ein Danke verdient. Das Motorrad wurde gestern Abend wirklich ziemlich mitgenommen, trotzdem sass ich heute auf einer Maschine, die so gut wie neu war. Unter diesen Umständen kann ich mit dem Training nur zufrieden sein. Es gibt zwar noch einige Details, die wir in Ordnung bringen müssen, aber wir sind schon auf einem sehr hohen Niveau. Seit einigen Tagen reden wir viel über die Teile von 2017 und 2016. Dazu kann ich nur sagen, das, was wir brauchen… sind viele verschiedene Sachen."

Dominique Aegerter (5.): Dominique Aegerter verbesserte seine Leistungen am Freitag enorm und sicherte sich am Ende der Session einen Platz in den Top-5, direkt hinter Landsmann Lüthi. Das bedeutet auch, dass seine Platzierung in der Gesamtwertung weit nach oben schnellt. Aegerter liegt jetzt auf Rang sieben.

"Die heutige Leistung hat gezeigt, dass ich auch auf dieser Piste schnell sein kann. Es braucht allerdings sehr viel Feingefühl und einen geschmeidigen Fahrstil. Darüber hinaus muss auch die richtige Balance vorhanden sein, damit ich meine Fahrweise im Kurveneingang anwenden kann und im Ausgang gut rausbeschleunigen kann. Inzwischen bin ich aber auf einen guten Weg, diese Aufgabe in den Griff zu bekommen. Wir haben heute auch Tests mit beiden Reifenoptionen gemacht. Während die weichere Mischung für diese Piste weniger taugt, hat der harte Hinterreifen beinahe zu viel Grip. Von dem her hat sich die Wahl für das Rennen eigentlich von selbst erledigt."

Jesko Raffin (10.): Auch Jesko Raffin wusste am Freitag zu überzeugen. Der Schweizer Pilot fuhr nach 45 Minuten Trainingszeit in die Top-10 des Moto-Fahrerfeldes. Am Vortag war er nur 22. geworden. Damit verbessert er sich in der Gesamtwertung auf den 16. Platz.

"Bis zum Qualifying werden wir eben versuchen, die neuen Schwierigkeiten auszumerzen, um das bestmögliche Motorrad zu haben. Das Ziel für das Zeittraining ist vorrangig einen weiteren Schritt zu machen und natürlich auch einen guten Startplatz zu erobern. Doch soweit verläuft dieses Wochenende sehr erfreulich. Diesen Trend will ich natürlich fortsetzen. Am besten zunächst mit einem starken Qualifying, wo ich im Gegensatz zu den Freien Trainings versuchen werde, einen guten Windschatten zu finden, um vielleicht noch einen weiteren kleinen Sprung zu machen."

Tom Lüthi war am Donnerstag schnellster Moto2-Pilot - Foto: Tobias Linke

Donnerstag

Tom Lüthi (1.): Die Konkurrenz muss sich warm anziehen, denn bereits am ersten Tag der neuen Saison zeigte Tom Lüthi, was seine Rivalen dieses Jahr erwartet. Im ersten Freien Training holte sich der Schweizer mit 2:00.422 die schnellste Rundenzeit, am Nachmittag musste er sich gegen drei Rivalen geschlagen geben. Für die Bestzeit des Tages reichte es aber trotzdem noch.

"Erstmal möchte ich mich bei meinen Jungs entschuldigen, dass ich ihnen heute Abend so viel Arbeit bereitet habe mit diesem Sturz in der zweiten Kurve währen des zweiten Trainings. Was passiert ist? Eine unglückliche Kombination aus Wind und zu agressivem Bremsen. Beim Ausgang der ersten Kurve hat mich ein kurzer Windstoss erwischt. Es war nicht mehr als ein Meter, aber ich hatte danach keine andere Wahl mehr, als sehr stark zu bremsen. Mir hat es glücklicherweise nichts gemacht, aber das Motorrad hat ziemlich gelitten. Nun, wir sind eben auf zwei Rädern unterwegs, und um Fortschritte zu machen, muss man ans Limit gehen. Das sind die Regeln, dessen sind wir uns alle bewusst."

Dominique Aegerter (18.): Für Lüthis Landsmann Dominique Aegerter lief der Auftakt zur Saison 2017 nicht ganz so erfolgreich. Am frühen Abend wurde der Schweizer 17., in der späteren Session reichte es dann nur noch für einen 23. Platz. In der Gesamtwertung wurde daraus Rang 18.

"Ich muss ehrlich sagen, dass wir mit den ersten Trainings zufrieden sein können. Es ging heute alles viel einfacher und lockerer als beim Test letzte Woche. Vor allem konnte ich mich fahrerisch steigern. Es hat in verschiedenen Abschnitten klick gemacht, obwohl ich in den letzten zwei Sektoren immer noch ziemlich viel Zeit liegen lasse. An diesem Schwachpunkt muss ich sicher noch weiterarbeiten und die Linie exakter fahren. Ich habe bemerkt, dass die saubere Linie sehr schmal ist. Wenn man diese nicht genau trifft, hat die Piste wegen des vielen Sands nur wenig Grip."

Jesko Raffin (23.): Jesko Raffin beendete seinen ersten Tag in Katar auf dem 23. Platz in der Gesamtwertung. Im ersten Training des Tages wurde der Schweizer 20., am Abend 24.

"Für die zweite Session am späteren Abend konnten wir etwas finden, dafür hatten wir aber mit dem stärkeren Wind zu kämpfen. Es war schwierig mit dem Motorrad so umzugehen, wie ich es gewohnt bin. Doch der Zeitrückstand ist gleich geblieben. Ausserdem konnte ich mit gebrauchten Reifen eine gute Rundenzeit fahren. Von dem her bin ich mit dem Start in den ersten Grand Prix der neuen Saison zufrieden. Am Freitag werden wir zwei, drei weitere Dinge probieren, um uns mit etwas Fine-Tuning noch positiver zu entwickeln. Ich bin sehr motiviert und mir gefällt es mit meiner neuen Crew zusammen zu arbeiten."


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