IndyCar

IndyCar Gateway 2019: Sato-Sieg im Fotofinish nach Pocono-Crash

Vor einer Woche pfui, nun hui: Takuma Sato hat das IndyCar-Rennen in Gateway gewonnen. Sato setzt sich dabei nach packendem Fotofinish durch.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Takuma Sato schreibt ein regelrechtes IndyCar-Märchen: Vor einer Woche noch als Schuldiger des Startunfalls in Pocono ausgemacht, gewinnt der Japaner nun das Bommarito Automotive Group 500 in Gateway (St. Louis). Sato musste dabei am Ende nochmal richtig zittern, denn Oval-Spezialist Ed Carpenter übte in den letzten der insgesamt 248 Runden ordentlich Druck aus.

Der Start: Pole-Setter Newgarden behielt am Start seine Führung vor Bourdais und Power. Dahinter hätte es beinahe zwischen drei Fahrern gekracht, die bereits in den Pocono-Crash involviert waren: Hunter-Reay, Sato und Hinchcliffe. Tatsächlich gekracht hat es dann in Turn 3: Ericsson flog ab und löste damit die erste Caution aus. Beim Restart in Runde 6 blieb Newgarden vorn, dahinter schoben sich Power und Ferrucci an Bourdais vorbei. Diese Reihenfolge sollte bis zur ersten Stopp-Runde um Runde 50 Bestand haben.

Der Rennverlauf: Im Zuge dieser Stopp-Runde kam es auch zur nächsten Gelbphase: Power war in Runde 54 abgeflogen. Er befand sich zu dem Zeitpunkt gerade mit kalten Reifen auf seiner Outlap. Während dieser Gelbphase fanden auch die Sieg- und Titelträume von Dixon ein jähes Ende: Er musste wegen eines defekten Kühler für lange Zeit zur Reparatur an die Box. Der Restart erfolgte in Runde 69, nun führte Hinchcliffe vor Ferrucci und Bourdais.

Ferrucci war furios unterwegs und übernahm in Runde 83 sogar die Führung und gab diese bis zu seinem zweiten Stopp in Runde 115 nicht mehr aus der Hand. Wenig später folgte die nächste Gelbphase: Ericsson leistete sich in Runde 121 wieder einen Mauerkontakt. Kurz nach der erneuten Freigabe des Rennens wurde bereits die nächste Caution nötig, diesmal wegen eines Crashs von Pigot, der zuvor mit Kimball kollidierte. Nach dem Restart in Runde 141 diktierte das Dale-Coyne-Duo Ferrucci und Bourdais das Geschehen auf der Strecke.

Beide kamen in Runde 189 zum nächsten Service, was zum ersten Mal an diesem Abend Sato an die Spitze brachte. Und bei dieser Stopp-Runde lief alles schief für Dale Coyne Racing: Ferrucci verlor wertvolle Zeit, während Bourdais der gleiche Fehler wie Power unterlief. Der Franzose flog ebenfalls auf kalten Reifen ab und musste das Rennen vorzeitig beenden. So kam es zur fünften und letzten Neutralisation des Rennens, die die zu diesem Zeitpunkt Führenden Sato, Newgarden, Kanaan und Carpenter zum letzten Stopp nutzten.

Die Schlussphase: Der Restart in Runde 205 läutete die Schlussphase ein. Sato blieb beim Restart vorn und behauptete die Führung bis ins Ziel. Es wurde am Ende aber nochmal richtig eng für Sato. Carpenter ging vier Runden vor Schluss an Kanaan vorbei und machte Jagd auf den Japaner. Beim Sprint zur Ziellinie zog er neben Sato, doch der blieb um 0,040 Sekunden vorn. Kanaan wurde letztlich Dritter vor einem aufopferungsvoll kämpfenden Ferrucci, der im letzten Stint zwei Mal richtig zaubern musste. Newgarden gab ein Top-5-Ergebnis durch einen Mauerkontakt in der letzten Runde noch aus der Hand, rettete sich aber als Siebter ins Ziel.

Die Top-10 im Ziel:
1. Takuma Sato
2. Ed Carpenter
3. Tony Kanaan
4. Santino Ferrucci
5. Simon Pagenaud
6. Conor Daly
7. Josef Newgarden
8. Ryan Hunter-Reay
9. Colton Herta
10. Marco Andretti

Das sagt Sieger Sato: "Das ist sicher einer der befriedigendsten Siege meiner Karriere. In Barber von der Pole aus zu gewinnen war schon ungemein wichtig. Die Dominanz an diesem Wochenende damals war gut fürs Team und für die Zufriedenheit. Aber dieser Erfolg hier ist so speziell. Abgesehen vom Indy 500 kommt da nichts heran. Das ist so emotional und verleiht mir einen großen Schub. Es ist einfach eine tolle Story."

Die Gesamtwertung nach Rennen 15 von 17: Josef Newgarden kam zwar nur als Siebter ins Ziel, sein Vorsprung ist nach diesem Rennen aber trotzdem angewachsen. 563:525 steht es nun zwischen ihm und dem neuen Zweitplatzierten, Penske-Teamkollege Simon Pagenaud. Alexander Rossi ist nun Dritter mit 517 Zählern vor Scott Dixon (493). Will Power (416) liegt weiter auf der fünften Position.


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