IMSA

Startplatz zwei in Sebring - Audi R15 verpasst Pole nur knapp

Guter Einstand für den Audi R15: In sein erstes Rennen geht der neue Diesel-Rennsportwagen von Audi aus der ersten Startreihe.

Le Mans-Rekordsieger Tom Kristensen (Dänemark) verpasste beim Qualifying für das 12-Stunden-Rennen in Sebring (US-Bundesstaat Florida) die Pole Position um lediglich 0,082 Sekunden. Fast genauso schnell war Youngster Mike Rockenfeller (Deutschland), der mit dem zweiten R15 TDI die viertbeste Zeit fuhr.  

Die fünf schnellsten Prototypen lagen im Qualifying am Donnerstagnachmittag innerhalb von lediglich 281 Tausendstelsekunden. Buchstäblich in letzter Sekunde musste sich Tom Kristensen im Kampf um die Pole Position dem Acura/Honda des Neuseeländers Scott Dixon geschlagen geben. Kristensen fuhr seine schnellste Zeit erst in seiner siebten fliegenden Runde, weil er zuvor immer wieder auf langsamere Fahrzeuge auflief. Am Ende reichte es zu Startplatz zwei und der besten Zeit eines Diesel-Rennsportwagens.  

  Auch Mike Rockenfeller blieb auf seiner ersten fliegenden Runde im Verkehr stecken. Mit seinem zweiten Umlauf setzte er sich an die Spitze des Feldes. Das Team entschied, die Reifen für das Rennen zu schonen und keinen weiteren Qualifying-Versuch zu starten.   

Das 12-Stunden-Rennen in Sebring dient dem Audi Sport Team Joest vor allem als Test für die 24 Stunden von Le Mans am 13./14. Juni. Die Trainingssitzungen seit vergangenem Samstag nutzte die Audi Mannschaft, um möglichst viel über den neuen Diesel-Rennsportwagen bei sommerlichen Witterungsbedingungen zu lernen und verschiedene Abstimmungsvarianten zu testen. Beide Fahrzeuge liefen dabei bisher weitgehend problemlos.   

Auch das Rennen am Samstag, das um 10:30 Uhr Ortszeit (15:30 Uhr MEZ) beginnt, dient dem Audi Sport Team Joest als Test unter Rennbedingungen. Nach dem Rennen bleibt die Mannschaft noch drei Tage in Sebring, um weitere zwölf Stunden mit den beiden R15 TDI zu absolvieren.   

Als Startfahrer für das Rennen am Samstag sind Mike Rockenfeller (Startnummer 1) und Allan McNish (Startnummer 2) nominiert. Audi hat die 12 Stunden von Sebring bei zehn Einsätzen bisher achtmal gewonnen.  

Stimmen nach dem Qualifying in Sebring  

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Das Grip-Niveau war im Qualifying nicht auf dem Niveau der bisherigen Trainings-Sitzungen. Zudem möchte ich noch einmal betonen, dass wir uns hier auf die 24 Stunden von Le Mans vorbereiten. Deshalb haben wir uns auch nicht mit einer Fahrzeug-Abstimmung speziell für das Qualifying aufgehalten. Wir haben heute gesehen, dass die verschiedenen Fahrzeug- und Motorenkonzepte beim ersten Aufeinandertreffen sehr eng zusammen liegen. Wir werden nun versuchen, ein gutes Rennen zu absolvieren, um möglichst viel Erfahrung für Le Mans mitzunehmen.

  Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest):
Bisher lief es gut. Wir sind mit wenigen Problemen durch das Programm gekommen. Im Qualifying lagen die schnellsten Autos innerhalb von drei Zehntelsekunden - das ist ungewöhnlich eng. Das verspricht, ein sehr gutes und enges Rennen zu werden.

  Dindo Capello (Audi R15 TDI #2):
Von der Bedeutung und der Historie her liegt Sebring für mich nur knapp hinter Le Mans. Es ist das älteste und wichtigste Langstrecken-Rennen in den USA. Bei dieser großartigen Veranstaltung dabei zu sein, ist etwas ganz Besonderes. Ich habe Sebring schon dreimal gewonnen und besondere Erinnerungen an jedes Rennen. Zum ersten Mal bin ich 1999 in Sebring gefahren - damals mit zwei meiner Formel 1-Helden: Stefan Johansson und Michele Alboreto. Sebring ist und wird für Audi immer eine wichtige Vorbereitung auf Le Mans sein. Die schnelle und wellige Strecke ist hart für das Auto und den Fahrer. Wenn man hier zwölf Stunden übersteht, ist man in einer guten Verfassung für Le Mans."

  Tom Kristensen (Audi R15 TDI #2):
Wow! Es wäre wirklich cool gewesen, beim Debüt des R15 TDI die Pole Position zu holen. Wir hatten sie schon, aber man hat sie uns in der letzten Runde eines sehr engen und spannenden Qualifyings noch weggeschnappt. Wir konzentrieren uns hier auf das Rennen und ein Warm-up für Le Mans. Als Fahrer hätte ich die Pole natürlich trotzdem gerne geholt. Ich hatte etwas Pech, denn erst in der siebten Runde hatte ich eine freie Runde ohne Verkehr. Ich musste ein paar Mal langsam machen und Platz lassen. Zum Glück hatte ich genug Diesel im Tank, um ein paar Runden mehr zu fahren. Glückwunsch an Scott (Dixon). Wir freuen uns auf das Rennen."

  Allan McNish (Audi R15 TDI #2):
Der V10-Motor unseres neuen R15 TDI spricht noch besser an als der des R10 TDI. Das merkt man am meisten in der Spitzkehre (Turn 7). Die bessere Gewichtsverteilung macht das Auto zudem viel agiler. Davon profitieren wir besonders in den S-Kurven (Turn 15 und 16). Generell können wir viel schneller in die Kurven hineinfahren. Das Auto lenkt besser ein. Wir haben für das Rennen ein Auto, das sich über die Bodenwellen und in den schnellen Kurven komfortabel fahren lässt. Die schnellsten fünf Autos liegen in weniger als drei Zehntelsekunden - das wird ein hartes Rennen.

  Lucas Luhr (Audi R15 TDI #1):
Der R15 TDI ist ein ganz neues Auto, unser Baby. Wir sind alle mit dem Auto sehr froh und glücklich. Es reagiert auf Änderungen, was sehr positiv ist. Wir stehen natürlich noch ganz am Anfang. Der R10 TDI war über drei Jahre ausgereift und ausgereizt. Der R15 TDI ist sozusagen noch im Geburtskanal. Da kommen hier und da noch ein paar kleine Probleme auf uns zu. Dessen sind wir uns bewusst. Aber unser großes Ziel heißt Le Mans, und bis dahin haben wir noch etwas Zeit. Sebring ist die perfekte Plattform, um das Auto für Le Mans auf Herz und Nieren zu testen. Und das sieht bisher gut aus.

  Mike Rockenfeller (Audi R15 TDI #1):
Ich bin mit Startplatz vier nicht zufrieden, auch wenn es da vorne ganz eng ist und es bei einem 12-Stunden-Rennen nicht ganz so entscheidend ist, wo man am Start steht. Leider haben wir die Pole mit beiden Autos ganz knapp verpasst. Tom (Kristensen) war zwei Zehntel schneller als ich, er ist aber auch deutlich mehr Runden gefahren. Es war schade, in der Box zu stehen und zuschauen zu müssen, wie man von Platz eins verdrängt wird. Aber dafür habe ich für das Rennen nun die frischeren Reifen.

  Marco Werner (Audi R15 TDI #1):
Wir fangen hier mit unserem R15 TDI erst richtig an. Die Testfahrten in Europa haben überwiegend bei Regen und kalten Temperaturen stattgefunden. Das hier ist die wahre Welt, und dafür sieht es eigentlich sehr gut aus. Wir wissen, dass wir ein schnelles Auto haben. Im Qualifying war sicherlich noch etwas mehr drin. Aber die Pole ist nicht so wichtig bei einem Langstrecken-Rennen. Unser Auto ist schnell, der Rest wird sich im Rennen ergeben.


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