Hexis AMR sorgte beim Auftakt der GT1-Weltmeisterschaft für eine faustdicke Überraschung. Nach einem fantastischen Boxenstopp gewannen Clivio Piccione und Stef Dusseldorp das Rennen auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi vor Richard Westbrook und Peter Dumbreck. Auch Markus Winkelhock erwischte einen guten Start in die Saison: Gemeinsam mit Marc Basseng durfte der ehemalige DTM-Pilot bei seiner GT1-Premiere auf das Podium klettern.

Zu Beginn des Rennens schoss Enrique Bernoldi mit seinem Nissan GT-R und einem tollen Start vom vierten Startplatz in Führung, im Schwesterauto übernahm Peter Dumbreck den zweiten Platz. Keinen guten Start erwischte Pole-Mann Maxime Martin, der sich nach der ersten Kurvenkombination nur noch auf der dritten Position wieder fand.

Während das Spitzentrio nach drei Runden dicht beisammen lag, kämpfte sich Stefan Mücke nach dem Ausfall im Quali-Lauf nach vorne. Von ganz hinten arbeitete sich der Berliner schnell auf den achten Rang nach vorne, hing dann aber hinter Lucas Luhr, einem weiteren ehemaligen DTM-Piloten, fest.

Bernoldi hält das Feld auf

Ganz vorne konnte sich Bernoldi nicht absetzen. Der Brasilianer musste immer wieder auf die Kampflinie ausweichen, um seine Position zu verteidigen. Schnell war das natürlich nicht - so war es auch kein Wunder, dass die ersten neun Autos nach sechs Runden innerhalb von nur fünf Sekunden lagen.

Bis zur Kollision in der Boxengasse waren Bernoldi/Zonta gut dabei, Foto: DPPI
Bis zur Kollision in der Boxengasse waren Bernoldi/Zonta gut dabei, Foto: DPPI

Das erste richtige Überholmanöver des Rennens zeigte Stefan Mücke, der sich in Runde 10 am Nissan von Lucas Luhr vorbei auf die siebte Position quetschte. Wenig später wurde Luhr mit einem Plattfuß langsamer - ob es vorher zu einer Kollision mit dem Aston Martin gekommen war, ist nicht klar.

Mit ein paar guten Rundenzeiten konnte sich Bernoldi ganz vorne immerhin eine Sekunde vom Feld absetzen, dahinter überraschte Martin Dumbreck und zog noch vor dem obligatorischen Fahrerwechsel auf den zweiten Platz.

Hochspannung in der Boxengasse

Richtig zur Sache ging es erst in der Boxengasse: Der Ford GT von Martin und Makowiecki wurde etwas schneller abgefertigt und kollidierte auf dem Weg zurück auf die Strecke mit dem Nissan von Bernoldi und Zonta. Makowiecki gewann eine Position, Zonta fing sich einen Reifenschaden ein.

Unbeeindruckt von den Geschehnissen in der Boxengasse legten die Verfolger ein paar schnelle Runden hin. Richard Westbrook übernahm den Nissan GT-R mit der Startnummer 22 von Peter Dumbreck und kam vor Frédéric Makowiecki zurück auf die Strecke. Den besten Stopp erledigte jedoch Hexis AMR, die Stef Dusseldorp über fünf Sekunden vor dem Rest des Feldes zurück in das Rennen schickten.

Der Niederländer konnte das Tempo von Westbrook aber nicht mitgehen. Der Nissan-Pilot war beinahe eine Sekunde pro Runde schneller und schloss die Lücke wenige Runden vor dem Ziel. Marc VDS Racing hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst aus dem Kampf um den Sieg verabschiedet: Makowiecki musste eine Durchfahrtsstrafe antreten.

Dusseldorp unter Druck

Erstes Wochenende, erstes Podium: Markus Winkelhock, Foto: DPPI
Erstes Wochenende, erstes Podium: Markus Winkelhock, Foto: DPPI

Nach 27 von 31 Runden war Westbrook im unmittelbaren Windschatten von Dusseldorp unterwegs: Jahrelange GT-Erfahrung gegen einen Nachwuchsfahrer, der bis vor kurzem noch in der Formel 3 unterwegs war. Nach 60 Minuten setzte sich letztlich die Jugend durch: Dusseldorp kam 0,474 Sekunden vor Westbrook ins Ziel.

Überzeugen konnten auch die deutschen Fahrer. Auf den Plätzen drei bis sechs landete gleich fünf Mal Deutschland, allen voran Markus Winkelhock und Marc Basseng, die sich auf Platz drei sogar einen Pokal abholen durften. Christian Hohenadel verpasste das Podium mit Andrea Piccini nur knapp, Stefan Mücke kam nach einer tollen Aufholjagd mit Darren Turner auf Platz fünf ins Ziel. Ihre Teamkollegen Alex Müller und Tomas Enge wurden Sechste. Die Top-10 komplettierten Wendlinger/Kox, Martin/Makowiecki, Brabham/Campbell-Walter und Hezemans/Catsburg.