"Ein Sieg beim Heimspiel, das wäre fantastisch", lauteten die Worte von Giorgio Pantano nach dem Qualifying am Freitag. Mit einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg wurden die Wünsche des Italieners war. In einem chaotischen Rennen kamen Luca Filippi und Timo Glock auf das Podium - auch wenn es lange Zeit nicht danach aussah.

Mal wieder zeigte sich, dass die erste Schikane von Monza ein wahres Nadelöhr ist. Die ersten Fahrer kamen noch sicher durch, danach ging es zur Sache. Adrian Zaugg wurde von Andreas Zuber umgedreht und stand den anderen Fahrern im Weg. Timo Glock musste einen weiten Weg durch das Kies wählen und verlor so wertvolle Positionen. Für Olivier Pla und Mike Conway war das Rennen schon in der ersten Runde beendet.

Parabolica: Teil 1

Schon während der folgenden Safety-Car-Phase gab es den nächsten Zwischenfall. Borja Garcia flog kurz vor dem Neustart ab. In der Parabolica-Kurve verlor der Spanier seinen Frontflügel, der sich unter dem Boliden verhakte. Ohne Kontrolle schoss Garcia geradeaus. Nur knappe zwei Runden später nahm Luca Filippi im Zweikampf mit Alexandre Negrao den kurzen Weg durch die Ascari-Kombination, konnte aber ohne Schäden am Auto auf den Kurs zurückkehren.

Weiteren Schrott gab es in Runde fünf. Kohei Horiate blockierte zunächst Bruno Senna, obwohl er schon eine Runde Rückstand hatte. Diese Chance wollte Sebastién Buemi nutzen. Der Schweizer war schon an Senna vorbei, als ihm Hirate nicht genügend Platz ließ. Buemi drehte den Japaner um, dessen Rennen daraufhin entgültig gelaufen war. Für Buemi ging es bis zum Boxenstopp ohne Probleme weiter. Beim Radwechsel klemmte die Mutter hinten rechts und der ART-Pilot verlor viel Zeit.

Unbeeindruckt von allem drehte Giorgio Pantano seine Runden. Der Italiener war auf dem besten Weg zum Heimsieg, selbst Gelbphasen konnten ihn nicht aus dem Konzept bringen. Gelb? Ja, es war schon wieder etwas passiert. Roldan Rodriguez verlor im Zweikampf mit Markus Niemelä an Schwung und musste vor der zweiten Schikane den Österreicher Zuber passieren lassen. Doch Rodriguez wollte sich nicht so schnell geschlagen geben. Der Durango-Pilot verbemste sich und rauschte Zuber in die Seite. Nur mit Mühe konnte sich Zuber durch das Kiesbett zurück auf die Strecke kämpfen.

Parabolica: Teil 2

14 Runden vor dem Ziel war das Rennen von Andreas Zuber endgültig beendet. Sein halber Landsmann Andy Soucek kehrte nach einem Ausrutscher in der Parabolica unvermittelt auf die Strecke zurück. Zuber hatte keine Chance auszuweichen und prallte bei hoher Geschwindkeit in den Wagen von Soucek. Beinahe Zeitgleich drehte sich Adam Carroll, der in der Meisterschaft ebenfalls noch Chancen auf den dritten Rang hat, in der gleichen Kurve in die Reifenstapel.

Trotz der vielen Unfälle und Kollisionen wurde auch noch ein Rennen gefahren. So kämpfte sich Timo Glock noch weit nach vorne. Die Reise durch das chaotische Feld der GP2-Serie endete auf dem dritten Platz. Eigentlich sah es nur nach einer nicht optimalen Schadensbegrenzung aus, denn bis zwei Runden vor dem Ziel lag Lucas di Grassi auf dem zweiten Platz. Dann bekam der Brasilianer plötzlich Probleme mit seinem Getriebe und fiel bis auf Rang 13 zurück - alle anderen, also auch Glock, rutschten eine Position auf.

So war nicht nur die Freude bei den italienischen Fans über den Doppelsieg von ihren Lokalmatadoren Pantano und Filippi riesig groß, sondern auch bei Timo Glock. Der Hesse konnte die Führung in der Meisterschaft auf acht Zähler ausbauen. Glücklich durfte auch Bruno Senna sein. Trotz des verpatzten Qualifyings kam der Brasilianer noch bis auf die vierte Position nach vorne. Hinter Karun Chandhok und Javier Villa belegte Sebastién Buemi den siebten Rang und darf damit im Sprintrennen aus der ersten Reihe starten. Der achte Platz und die Pole für den Sonntag ging an Ricardo Risatti.