Nur der 16. Startplatz auf dem Nürburgring - logisch, dass das für Bruno Senna eine gewaltige Enttäuschung war. Vor allem, weil dem Brasilianer genauso wie dem Arden-Team erst einmal jegliche Eingebung waren, was hinter den massiven Handling-Problemen stecken könnte. "Ich habe nicht den Hauch einer Idee, was los ist", zuckte Bruno im Gespräch mit motorsport-magazin.com ratlos die Achseln. "Das Auto ist einfach nur schlecht, es lenkt einfach nicht richtig ein, ich kann absolut nicht so fahren, wie ich sonst fahre. Untersteuern ohne Ende, und wenn das mal nicht da ist, dann plötzliches Übersteuern, dann geht schlagartig das Heck weg." Besonders rätselhaft: "Theoretisch ist mein Auto fast gleich mit dem von meinem Teamkollgen, das set-up sehr ähnlich - und der hat keinerlei Probleme und ist Vierter..." Auch an der Strecke kann es eigentlich nicht liegen: "Es ist ja nicht so, dass ich hier nicht zurecht käme. In der britischen Formel 3 habe ich Pole gehabt und war im Rennen Zweiter. Wir müssen jetzt noch mal alles durchgehen, analysieren, nachmessen und versuchen, rauszufinden, wo das Problem liegen könnte. Es ist uns allen ein Rätsel."

Dass er im freien Training nur eine echte fliegende Runde im Trockenen fahren konnte, ehe der Mittags-Wolkenbruch lostobte, war natürlich auch nicht hilfreich: "So haben wir halt erst im Qualifying gemerkt, wie schlecht das Auto im Trockenen wirklich ist. Und da ist halt viel zu wenig Zeit, um wirklich was aussortieren zu können. Wir haben zwischen den Reifensätzen hin- und hergewechselt, das hat überhaupt keinen Unterschied gemacht. Ich war auch ein paarmal neben der Strecke, weil ich ein bisschen mehr versucht habe, als das Auto eigentlich hergegeben hat." In der letzten möglichen Runde probierte er noch einmal - schließlich hätte eine Verbesserung um etwa vier Zehntel schon mindestens fünf oder sechs Startpositionen gebracht. Bis zur Hälfte war die Runde dann auch schneller, "ich habe auch mehr riskiert, und dann ist mir beim Einlenken wieder plötzlich das Heck ausgebrochen und das war's dann, dann war ich weg..."

Für das Rennen morgen "kann ich eigentlich nur hoffen, dass es vielleicht doch noch mal regnet. Das Auto war zwar im Nassen auch nicht gut, aber da kann man halt als Fahrer schon noch ein bisschen mehr machen. Und im Nassen war ich ja trotzdem immerhin Siebtschnellster und nicht 16. - das ist schon ein Unterschied."