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Formel 2

Einsparungen in Formel 2 und Formel 3: Mehr Rennen je Event

Der Unterbau der Formel 1 gibt Einsparmaßnahmen ab 2021 bekannt. Autos in Formel 2 und Formel 3 eingefroren, weniger Events, dafür drei statt zwei Rennen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Umfangreiche Sparmaßnahmen haben an diesem Freitag die zweithöchsten FIA-Formel-Rennserien Formel 2 und Formel 3, der direkte Unterbau der Königsklasse Formel 1, für die Saison 2021 und darüber hinaus bekanntgegeben.

In einer gemeinsamen Presseaussendung verkündeten die Promoter der beiden Serien verschiedene Bereiche, in denen in Zukunft deutlich gespart werden soll. Diese reichen von verlängerten Lebenszyklen der aktuellen Boliden bis hin zu umfangreichen Umbaumaßnahmen in Sachen Rennkalender respektive Wochenendformat.

Motorsport-Magazin.com fasst die wichtigsten Neuerungen in Sachen Finanzen zusammen

Zulieferer & Logistik: Eine erste Sparmaßnahme zielt auf Motoren und diverse Ersatzteile. Hier handelten Formel 2 und Formel 3 Abkommen mit verschiedenen Zulieferern wie Mecachrome (Motoren) aus, um die Leihgebühren respektive Kosten ab 2021 „signifikant“ zu reduzieren. Auch der finanzielle Aufwand für Logistik und Frachtkosten soll zurückgehen.

Autos: Die nächste Maßnahme zielt auf die Boliden. In der Formel 2 beginnt ab 2021 eigentlich ein neuer Dreijahreszyklus, in dem sich die Autos gegenüber dem aktuellen, 2020 endenden, Zyklus diesmal allerdings nicht verändern werden. In der Formel 3 wird seit 2019 mit denselben Boliden gefahren, daran wird sich auch 2021 ohnehin nichts ändern. Für den nächsten Dreijahreszyklus ab 2022 sei es „wahrscheinlich“, dass die Boliden - so wie nun für die Formel 2 beschlossen - weiter unverändert bleiben, heißt es in der Aussendung. Hintergrund: Eine Bestätigung durch den Motorsportweltrat steht noch aus.

Rennkalender: Die wohl bedeutendste Maßnahme betrifft den Kalender. Hier wollen Formel 2 und Formel 3 vor allem Reisekosten sparen. Dafür wird die Anzahl der Events reduziert. Weniger Austragungsorte bedeuten dabei nicht weniger Rennen: Kompensieren werden F2 und F3 den Rückgang an Events mit künftig drei statt zwei Rennen je Wochenende. In der Formel 2 sind acht Events mit drei Rennen (zuletzt 12 Events mit 2 Rennen), also weiterhin 24 Rennen geplant. In der Formel 3 sind es sieben Wochenenden mit kumulierten 21 Läufen, was sogar einem Zuwachs entspricht. 2020 finden neun Wochenenden, also 18 Läufe statt. So soll sich der finanzielle Aufwand für die Logistik um ein Drittel reduzieren.

Formel 2 und Formel 3 nicht mehr gemeinsam: Die direkte Folge dieser Entscheidung ist, dass Formel 2 und Formel 3 nicht länger gleichzeitig im Rahmen der Formel 1 fahren können. Der eng gestaffelte Zeitplan würde sechs statt vier Rennen der Nachwuchsklassen an einem F1-Wochenende nicht zulassen. Weiter vollständig im Rahmen der Formel 1 sollen allerdings beide Serien fahren. Heißt: Sieben Mal fährt die F1 mit der F3, acht Mal mit der F2. Welche Serie an welchem F1-Wochenende gastiert, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Noch gibt es keinen offiziellen F1-Kalender für 2021, nach dem sich F2 und F3 richten könnten.

Sparmaßnahmen Formel 2 & Formel 3 kompakt

  • Geringere Leihgebühren für Motoren und Ersatzteile
  • Geringere Kosten für Logistik & Fracht
  • F2-Autos bis 2023 eingefroren
  • F3-Autos sicher bis 2021 eingefroren, voraussichtlich bis 2024*
  • Weniger Austragungsorte für F2 (8) & F3 (7)
  • Zu Kompensation 3 statt 2 Rennen je Event
  • F2 & F3 nie gemeinsam, aber immer im Rahmen der F1

*Abhängig von Absegnung durch den WMSC


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