Für Niki Lauda war der tödliche Unfall von Henry Surtees am vergangenen Wochenende in der Formel 2 eine Erinnerung daran, dass im Formelsport nach wie vor ständig mit dem schlimmsten zu rechnen ist. Der Österreicher selbst war schockiert, als er die Nachricht erhielt. "Mathias [Lauda] schickte mir eine SMS. Es hat mich fertig gemacht", meinte der dreifache Weltmeister gegenüber der Sport Bild.

Für Lauda war und ist John Surtees, der Vater des verstorbenen Henry, einer der größten Motorsportler der Geschichte und gleichzeitig ein integerer Mensch. "Mir als Rennfahrer und Vater muss jetzt wieder klar sein, dass Motorsport gefährlich ist. Der Sicherheitsstandard besonders in der Formel 1 ist sehr hoch, keine Frage. Aber wir dürfen uns davon nicht blenden lassen. Machen wir uns nichts vor - auf welche Risiken sich Rennfahrer einlassen, auch und besonders in der Formel 1", betonte Lauda. Er sagte, dass es so einen Unfall immer geben kann und sich alle darüber klar sein sollten.

Henry Surtees war die verwundbarste Stelle an einem Formel-Rennwagen zum Verhängnis geworden, das offene Cockpit. Beim Auto von Jack Clarke hatte sich bei einem Einschlag in die Leitplanken das linke Hinterrad gelöst und Surtees am Kopf getroffen, wobei er schwere Kopfverletzungen erlitt, denen er in der Nacht auf Montag erlag. Hans-Joachim Stuck hätte einen Vorschlag, wie man die Formel-Autos sicherer machen könnte. "Bei den Dirt Track-Autos in den USA haben die Autobauer eine Art Rohrrahmen entwickelt, der davor schützt, dass Räder den Kopf eines Fahrers treffen können - weil die Räder nicht durch die Öffnung der Konstruktion passen. Das könnte man auch für die Formel 1 und alle Formeln als Standard überlegen", sagte er der Sport Bild.