Kannst Du Dich in letzter Zeit an ein so verrücktes Rennen erinnern?
Hans Joachim Stuck: Nein, es war seit langer, langer Zeit wieder einmal ein megaspannendes Rennen mit allen Facetten, Fehlern, Kämpfen und taktischen Meisterleistungen. Am Ende standen sogar drei Leute auf dem Podium, die da sonst keine Stammgäste sind - das war natürlich das Salz in der Suppe.
Wer war für Dich der Held des Rennens?
Hans Joachim Stuck: Da gibt es für mich drei: Ich habe mich für Jenson Button gefreut, der seinen ersten GP-Sieg herausgefahren hat. Es war aber auch toll, dass Pedro de la Rosa auf das Podium gefahren ist. Last but not least: Nick Heidfeld, der ein fehlerfreies Rennen gefahren ist. Als Ex-Testfahrer hat übrigens auch Robert Kubica tolle Arbeit abgeliefert. Er hat zwar ein paar kleine Fehler gemacht, aber die seien ihm verziehen. Er hat an diesem wohl wichtigsten Tag in seinem bisherigen Rennfahrerleben eine gute Basis für die Zukunft gelegt.
Du bist da großzügiger als er selbst, er war mit sich selbst nicht zufrieden...
Hans Joachim Stuck: Das wundert mich nicht. So kenne ich ihn: Sehr ehrgeizig. Er sieht seine Fehler ein und ist nicht zufrieden damit, das muss aber auch so sein. Ich bin mir sicher, dass wir von ihm noch sehr viel hören werden.
Glaubst Du, dass er beim nächsten Rennen noch einmal im Auto sitzen wird?
Hans Joachim Stuck: Da habe ich keine Ahnung. Das wird in den kommenden Wochen entschieden, aber Dr. Theissen hat sicherlich schon seine Ideen im Kopf.
Kommen wir zu den WM-Spitzenreitern: Alonso ist ein tolles Rennen gefahren...
Hans Joachim Stuck: Ja, das kann man so sagen. Sein Ausfall war unverschuldet und man hätte das Drehbuch nicht besser schreiben können: Beide Titelanwärter haben keine Punkte geholt. Für Michael Schumacher ist es etwas schade, aber er hätte vielleicht etwas cleverer sein können und sich aus den Zweikämpfen heraushalten können. Dann wären möglicherweise ein paar Punkte drin gewesen.
Wie sehen wir zukünftig noch mehr solche Rennen?
Hans Joachim Stuck: Das ist ganz einfach: Ich habe eben mit Hermann Tilke telefoniert. In der Türkei gibt es eine Bewässerungsanlage, die beim nächsten Grand Prix nach dem Zufallsprinzip eingeschaltet wird... [lacht]

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