17 Plätze machte Michael Schumacher in den 78 Runden zwischen den Leitplanken von Monaco gut. Aus der Boxengasse ging es bis auf Platz 5 nach vorne. Dennoch gab es nach dem Rennen fast nur ein Thema: Seine Strafversetzung nach der Qualifikation.

"Die Enttäuschung von gestern ist nach wie vor vorhanden", gestand er. "Gerade nach dem, was heute im Rennen möglich war. Die Härte der Bestrafung hat uns alle etwas schockiert." Was er damit meint: Mit seiner schnellsten Rennrunde deutete Schumacher an, dass er von der Pole Position vielleicht anstelle von Fernando Alonso den Siegerpokal überreicht bekommen hätte.

Während des Rennens war der Ärger über die Bestrafung aber verflogen. "Dafür hatte ich keine Zeit - ich war auf der Strecke zu beschäftigt. Außerdem muss man irgendwann einmal die Sache ad acta legen und sich auf seine Arbeit konzentrieren."

Er selbst sei ohnehin mit seinem "Gewissen im Reinen". Die Kritik einiger Fahrerkollegen lässt ihn ebenfalls kalt. "Diejenigen, die große Sprüche gerissen haben, waren zu feige um zu mir zu kommen und darüber zu sprechen. Andere, die es vernünftiger sehen, kamen auf mich zu und reden mit mir darüber. So ist das im Leben: Man hat seine Neider, seine Gegner und Menschen, mit denen mit gut zurecht kommt."

Er sei es jedenfalls gewohnt mit Kritik "leben" zu müssen. "Sehr oft gibt es vorschnelle Vorverurteilungen. Niemand hat in dem Auto gesessen und weiß genau, was wirklich abgegangen ist. Ohne diese Informationen, die wir haben und die ich gespürt habe, ist niemand in der Lage die Situation richtig einzuschätzen. Es sah teilweise etwas kurios aus, das gebe ich zu, aber dafür gibt es Gründe. Diese Gründe möchte ich aber nicht eingehen und sie gehen auch niemanden etwas an. Entweder man sieht es kritisch oder man hat ein Auge dafür, was sonst noch möglich ist."

Die Kistenkramer, die jetzt Vergleiche zu Adelaide 1994 oder Jerez 1997 ziehen, interessieren ihn ebenfalls nicht. "Jeder hat schwarze Punkt auf seiner Weste und ich denke von mir behaupten zu können, dass in meinen 15 oder 16 Jahren in der Formel 1 überwiegend weiße Stellen auf meiner Weste sind", sagte er nach dem Rennen. "Wenn sich einige Leute über ein paar dunkle Punkte streiten, dann kann ich damit sehr gut leben."

Im WM-Kampf mit Fernando Alonso fehlen ihm nun nach 7 Rennen bereits 21 Zähler. Ans Aufgeben denkt er aber noch lange nicht. "Wenn er unüberwindbar wäre, dann würden wir nicht antreten und zu hause vor dem Kamin sitzen", betonte er. "Es kommen noch viele Rennen und da kann sich jeder ausrechnen wie viele Punkte noch zu vergeben sind und was noch alles passieren kann. Wer mich kennt und heute das Rennen gesehen hat, der weiß, dass ich niemals aufgeben werde."