Fernando Alonso betrat den Paddock von Monaco heute Morgen mit einem Lächeln auf den Lippen. Nach der Zurückversetzung von Michael Schumacher auf den letzten Startplatz, scheint der Spanier in Monaco leichtes Spiel zu haben - und kann gleichzeitig seine Führung in der WM-Wertung ausbauen. Also hatte er allen Grund dazu grinsend durchs Fahrerlager zu schlendern und den Daumen weit nach oben zu strecken.

Für Juan Pablo Montoya kam das späte Urteil gestern Nacht ebenfalls nicht überraschend. "Ich bin nicht überrascht", sagte er leicht ironisch. "Es ist doch genau das passiert, was passieren musste." Nick Heidfeld war hingegen schon "ein bisschen überrascht", schließlich hätte Michael "bei den Stewards bislang immer Glück" gehabt.

Sein Manager Willi Weber sah dies logischerweise anders. "Ich kann es nicht nachvollziehen, warum man so stark wegen eines Fahrfehlers verurteilt wird. Denn es war ein Fahrfehler, wie er jedem Fahrer passieren kann."

Das eindeutige Urteil im Fahrerlager interessiert Weber nicht. "Das hat es schon immer gegeben. Der Michael ist einfach zu gut, zu perfekt. Für mich ist es eine Vorverurteilung gewesen."

Die Bestrafung hätte Schumacher "genauso betroffen" wie Weber selbst aufgenommen. "Vor allem ich habe das Gefühl, dass es eine Vorverurteilung war", wiederholte er seinen Vorwurf. "Aber ich hoffe, das Ganze beflügelt ihn jetzt."

Da Schumacher die Strecke gestern vor der Urteilsverkündung verlassen hatte, erfuhr er laut Weber erst "heute Morgen" von seiner Zurückversetzung. Michael Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm sagte jedoch, dass er bereits gestern Abend per SMS darüber informiert worden sei. Irgendwie passt dies perfekt in das 'leicht' chaotische Bild des gestrigen Samstags...