Imola - die Heimat der Tifosi, der Scuderia und auch der Jungbullen. Ganz zu schweigen von den italienischen Piloten. Nürburgring - die Heimat der vielen deutschen Fahrer, Hersteller und Fans. Barcelona - die Heimat des besten spanischen Rennfahrers aller Zeiten. Und alle wollen ihn am kommenden Wochenende sehen: 130.000 Fans bescheren Fernando Alonso auf dem Circuit de Catalunya ein ausverkauftes Haus. Die F1-Begeisterung in Spanien ist ungebrochen und die Erwartungen an den Champion riesig: Nicht weniger als ein Heimsieg, wie ihn Michael Schumacher vor Wochenfrist in der grünen Hölle feierte, soll das gelb-blaue Fahnenmeer vor Begeisterung Wellen schlagen lassen.
Renault: Dritter Saisonsieg beim Heimspiel?
Zwei Rennniederlagen hintereinander - dass hätte sich Renault nach dem perfekten Saisonstart von Bahrain bis Australien nicht träumen lassen. Doch nachdem man in Imola noch darauf pochte, dass Fernando Alonso beim 1. Schumacher-Sieg des Jahres eindeutig schneller gewesen sei, musste man am Ring eingestehen: Die Italiener waren diesmal klar besser. Nur eine Woche danach müssen Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella ausgerechnet beim heiß erwarteten Heimspiel des Weltmeisters ihre Nummer-1-Position zurückerobern. Das Team wähnt seinen R26 nach den intensiven Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya in bester Verfassung dafür. Jetzt gilt es diesen Speed auch im Rennen umzusetzen und die Chefstrategen von Ferrari beim Boxenschach zu überrumpeln.
Ferrari: Dritter Sieg in Serie?

In Imola entschieden die Streckencharakteristik und die Strategie, am Nürburgring der Speed und die Strategie das Rennen. Bei beiden Ferrari-Siegen spielte also die Taktik eine entscheidende Rolle. Kann den Roten in der Höhle des Spaniers der Hattrick gelingen? Michael Schumacher & Co sind sich sicher, dass sie auf jeder Rennstrecke konkurrenzfähig sein werden. Ihr einziges Problem ist der große Punkterückstand: Selbst wenn Schumacher immer siegt und Alonso nur Zweiter wird, kann der Deutsche den WM-Leader erst Ende Juli in Hockenheim in der WM-Wertung überholen. Deshalb bauen die Italiener auf die hohe Wettbewerbsdichte der Saison 2006: Neben Felipe Massa soll auch McLaren Mercedes in die Spitze hineinfahren und vor allem vor Alonso landen; aber bitte nicht vor Michael Schumacher.
McLaren: Dritte Enttäuschung in Folge?
Die bange Frage dabei lautet: Ist McLaren momentan überhaupt schnell und gut genug, um den Sieg oder Podestplätze anzupeilen? In Imola lautete die Antwort schlicht und ergreifend nein. Am Nürburgring sah es nur bedingt besser aus. Nach einem unerwartet starken Saisonstart, scheint bei den Silbernen momentan der Wurm im Chrompfeil zu stecken. Weder die angekündigten aerodynamischen Verbesserungen noch die neue Motorenausbaustufe hievten Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya am Ring in Siegnähe. Gegen zwei zuverlässige und vom Pech verschonte Renault und Ferrari, wäre sogar bestenfalls Platz 5 möglich gewesen. Zudem mehrt sich die Kritik an der silbernen Standardtaktik mit so schweren Tanks wie möglich loszufahren. Was im letzten Jahr von ganz hinten oft ein Garant für starke Aufholjagden war, brachte den Silberpfeilen in dieser Saison bisher kein Glück. Die aerodynamisch anspruchsvolle Strecke in Barcelona sollte nun endgültig Licht ins silberne Dunkel bringen und zeigen, wie gut der MP4-21 derzeit wirklich ist.
Honda: Dritter ist nicht genug

Und wieder ist ein enttäuschendes Wochenende für das Honda-Werksteam verstrichen. Abgesehen vom Qualifying geht bei den Beigen in diesem Jahr nicht viel. In den ersten drei Rennen, stand Jenson Button dreimal in der ersten Startreihe, und zwar in der Reihenfolge 3-2-1; ein Sieg blieb ihm allerdings verwährt. Dabei ist es genau dieser Sieg, dem Honda und der Brite seit Jahren hinterher jagen, der sich mittlerweile fast als unüberwindbares Hindernis vor ihnen aufzutürmen scheint. Zumindest Rubens Barrichellos Leistungskurve zeigt seit einigen Rennen nach oben. Wunderdinge konnte aber auch der Ex-Vizeweltmeister nicht vollbringen; dafür ist der RA106 auf Long Runs einfach nicht konstant und schnell genug. Eine kleine Hoffnung birgt der Austragungsort in sich: Honda war in den letzten Jahren in Barcelona immer extrem schnell.
BMW Sauber: Dritter Erfolg für Jacques?
Die letzten beiden Rennen mögen für das BMW Sauber nicht gerade besonders erfreulich oder erfolgreich verlaufen sein, aber Jacques Villeneuve dürfte damit durchaus sehr zufrieden gewesen sein. Immerhin konnte der Kanadier überraschend die Position des besser platzierten und schnelleren BMW Sauber-Piloten einnehmen und damit seinen hoch gelobten Teamkollegen Nick Heidfeld auf die Plätze verweisen. Dieser war nach seinem Heimrennen nicht nur enttäuscht, sondern vor allem eines: Ratlos. Ihm bleibt also zu wünschen, dass er in der kurzen Zeit bis zum nächsten Rennen den Setup-Wurm im F1.06 findet und wieder den Anschluss an die gewohnten Ergebnisse schafft. Villeneuve wird derweil versuchen sein Empfehlungsschreiben für eine Vertragsverlängerung, mit weiteren guten Ergebnissen zu ergänzen.
Williams: Dritte Aufholjagd?

In Bahrain fiel Nico Rosberg nach einer Kollision mit Nick Heidfeld ans Ende des Feldes zurück. Nach einer furiosen Aufholjagd wurde er noch Siebter. Am Nürburgring musste Rosberg nach einem Motorwechsel von ganz hinten starten. Bei der Zieldurchfahrt durfte er sich erneut über Platz 7 freuen. Zur Gewohnheit sollen diese Aufholjagden aber nicht werden. Dafür müssen Williams und Cosworth die Probleme am Getriebe sowie Motor in den Griff bekommen. Dann klappt es auch mit den noch besseren Ergebnissen, wie sie Sam Michael bislang immer nur hypothetisch in den Raum stellen konnte.
Toyota: Dritter Platz in Sicht?
Die Saison von Toyota verläuft wie eine rasante Achterbahnfahrt: Nachdem die Saison tief unter dem Boden begonnen hatte, ging es in Australien mit Ralf Schumacher in die Höhen des Podiums. Nur um kurz darauf wieder auf Normalnull herunterzufallen. Insbesondere Jarno Trulli scheint das Pech und die Probleme gepachtet zu haben. Hinzu kam Ralf Schumachers Motorschaden, der ihn bei seinem Heimrennen eine Punkteplatzierung kostete. Umso schwieriger ist es die Leistungsfähigkeit der Weiß-Roten vor dem Spanien GP einzuschätzen. Von katastrophal schlecht (wie bei manchen Wintertests) bis für vordere Plätze gut, scheint alles möglich zu sein. Jarno Trulli sieht die Situation optimistisch und wünscht sich eine Wiederholung seiner letzten beiden Podestplatzierungen.
Red Bull Racing: Dritter Nuller hintereinander?
In Imola und am Nürburgring schrieben die roten Bullen jeweils eine Nullrunde. Dabei sah es am Ring gar nicht einmal so schlecht aus. Besonders Christian Klien hätte ohne seine vielen Probleme in Qualifying und Rennen gut abschneiden und punkten können. Der Speed des RB2 scheint also durchaus konkurrenzfähig zu sein - wenn da nicht die vielen Kinderkrankheiten und Probleme wären...

Scuderia Toro Rosso: Dritter von hinten?
Vor Saisonbeginn sahen einige Schwarzmaler die Toro Rosso Piloten um Podestplätze mitfahren. Ihre V10-Motoren wären unfair und würden ihnen einen extremen Vorteil verschaffen. Bislang war davon jedoch nichts zu sehen: Toro Rosso rangierte sich auf dem dritten Rang von hinten ein. Zwar freuten sie sich einige Male auf dem Niveau von BMW Sauber, Toyota oder dem Schwesterteam Red Bull Racing gewesen zu sein, WM-Punkte gab es trotzdem noch keine. Ohne Ausfälle an der Spitze, wird dies wohl auch in Barcelona so bleiben.
MF1 Racing: Dritter Testfahrer im Einsatz
Markus Winkelhock und Adrian Sutil haben bei ihren Einsätzen als MF1-Freitagstester glänzen können. In Barcelona übernimmt wieder Giorgio Mondini die Rolle des Freitagsmannes. Er glänzte bisher nur in einem Bereich: Bei der Mitgift. Die Stammfahrer freuen sich derweil über die immer weiter schrumpfende Lücke zu den anderen Teams. Eingebracht hat ihnen das aber noch nichts: MF1 Racing steht ohne Punkte da - eine Tatsache, die sich wohl auch auf dem Circuit de Catalunya nicht ändern wird.
Super Aguri: Dritter Fahrer bleibt Nummer 2
Jetzt ist es endgültig: Yuji Ide ist raus. Die FIA hat dem 31-jährigen Japaner die Superlizenz entzogen. Er wird in dieser Saison kein Rennen mehr bestreiten. Zumindest in Spanien und Monaco wird deshalb Franck Montagny seine Grand Prix Nummer 2 und 3 bestreiten. Was respektive wer, danach kommt ist noch offen. Einen großen Unterschied auf die Ergebnisse dürfte es ohnehin nicht haben, wer im zweiten Cockpit neben Takuma Sato sitzt: Die weißen Autos vom Typ SA05 (oder doch A23B?) werden höchstwahrscheinlich immer auf den letzten beiden Rängen anzutreffen sein. Der einzige Unterschied: Sollte Montagny so weitermachen, wie er am Ring begonnen hat, könnte die Reihenfolge schnell umgekehrt sein und Sato das Abo für die rote Laterne erhalten...



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