Durch seinen Sieg am Freitag auf den Geschmack gekommen, machte Bruno Senna in Melbourne am Samstag gleich dort weiter, wo er am Vortag aufgehört hatte: Sieg Nummer zwei im dritten Formel-3-Rennen im Albert Park - und aus seinem vierten Platz vom Donnerstag wurde nachträglich noch ein dritter - weil einer der vor ihm klassierten Australier disqualifiziert wurde.

"Und morgen am Sonntag gewinne ich gleich noch mal", versprach er locker - nachdem ihm sein Förderer und Ratgeber Gerhard Berger beim Gratulieren gleich gesagt hatte: "Das ist ja sowieso leicht hier, da sind ja keine echten Konkurrenten." Berger habe ja nicht ganz unrecht, gab Bruno zu, "später im Jahr in der englischen Meisterschaft wird es sicher ganz anders zur Sache gehen."

Man braucht keinen Klettverschluss um zu gewinnen..., Foto: adrivo Sportpresse
Man braucht keinen Klettverschluss um zu gewinnen..., Foto: adrivo Sportpresse

Hier im Albert Park ist sein größtes "Problem" ein anderes: Sein Overall bedürfte eigentlich dringend einmal einer Wäsche - spätestens seit der ersten Champagnerdusche am Freitag. "Ich habe im Moment wirklich nur den einen, den habe ich schon in der Woche in England beim Testen angehabt, dann bin ich dort von Prembey aus direkt zum Flughafen, bin Donnerstag früh erst in Melbourne angekommen, habe mich im Taxi auf dem Weg zur Rennstrecke umgezogen, um dann hier sofort ins Auto zu springen."

Am Donnerstag musste das gute Stück über Nacht an der Strecke bleiben, "weil die Veranstalter noch einen bestimmten Aufnäher anbringen ließen", erzählte Brunos Schwester Bianca, die als seine Betreuerin und auch Managerin agiert. "Währenddessen mussten wir unsere sonstigen Koffer, die wir ja mit an die Strecke gebracht hatten, weil alles zeitlich so knapp war, zum zweiten Mal quer durch den halben Albert-Park schleppen - weil hier ja die Taxis nicht weit rein fahren dürfen. Seitdem tut mir das Knie weh - und als wir dann am Donnerstag Abend um acht endlich in unserem Appartement ankamen, bin ich nur noch ins Bett gefallen."

Brunos zweiter Sieg - folgt der dritte Streich?, Foto: adrivo Sportpresse
Brunos zweiter Sieg - folgt der dritte Streich?, Foto: adrivo Sportpresse

Am Freitag bekam der Overall dann auf dem Podium die erste große Champagnerdusche, woraufhin Bruno und Bianca gemeinsam befanden: "Nun muss er aber wirklich in die Wäsche." Doch die Hoffnung, in dem Apartmentblock in Melbourne Waschmaschine und Trockner zu finden, erwies sich als Irrtum: Ganz so "serviced" waren die Serviced Appartements dann doch nicht. "Dann haben wir in einem Hotel nebenan angerufen, ob die uns helfen könnten - aber um die Uhrzeit ging da auch nichts mehr. Meine nächste Überlegung war, das Ding einfach in der Dusche zu waschen", so Bianca, "aber Bruno hat dann zu Recht gesagt, dass er bei den Temperaturen hier dann bis Samstag Nachmittag nicht trocken würde... Schließlich meinte er, ach was, lassen wir es einfach, am Samstag bekommt er ja eh die nächste Champagnerdusche ab..." Was ja dann auch prompt passierte - und am Samstag Abend war für Bruno klar: "Jetzt bleibt alles wie es ist - denn am Sonntag kommt ja noch eine..."

Aber dann müsse man vor dem Rückflug nach England am Montag doch noch einen Waschsalon finden, "denn in England muss ich direkt wieder zum Testen - und irgendwann wird das Teil dann mal so steif, dass ich mich kaum mehr bewegen kann", witzelte er nach seinem Erfolg herum. Das Kleidungsstück ist sowieso schon eine brasilianische Telenovela für sich: "Ich trage den jetzt schon seit 2004", grinst Bruno, "der ist schon ganz verfärbt, vergilbt, hat Flecken, die nicht mehr rausgehen - und die Klettverschlüsse am Kragen und am Gürtel bleiben auch nicht mehr zu. Aber seitdem das Ding so richtig alt wird, fange ich an zu gewinnen... Vielleicht, weil der Anzug jetzt auch schon Erfahrung hat." Trotzdem sieht sich Bianca Senna in ihrer Rolle als Managerin gefordert: "So geht das nicht weiter. Aber ich habe die Zusage der Herstellerfirma, dass wir bis zum Saisonbeginn in England neue bekommen!"