Fernando, welche Schlüsse lassen die ersten beiden Saisonläufe für den Rest des Jahres 2006 zu?
Fernando Alonso: Mir persönlich haben die Rennen zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. Nach unseren beiden Siegen wissen wir, dass wir über ein konkurrenzfähiges Auto verfügen. Diese Tatsache stimmt uns zuversichtlich, dass wir auch bei den kommenden 16 Grands Prix schnell sein werden. Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben, aber nach den gezeigten Leistungen des Renault R26 habe ich keine Zweifel, dass wir auch dieses Jahr wieder die Meisterschaft gewinnen können. Nach den Erfolgen zum Auftakt blicke ich der weiteren Saison optimistisch entgegen.
Freust Du Dich auf den bevorstehenden Großen Preis von Australien in Melbourne?
Fernando Alonso: Auf jeden Fall. Die Atmosphäre in Melbourne gehört zu den besten im gesamten Formel 1-Kalender. Die Menschen mit ihrer offenen Kultur sorgen jedes Jahr für einen großartigen Grand Prix. Trotz der langen Anreise freuen wir uns immer auf Melbourne und die Formel 1-Begeisterung der Australier. Ich bin mir sicher, dass wir ein fantastisches Wochenende erleben werden.
Giancarlo, Du musst dem Grand Prix von Australien ebenfalls optimistisch entgegensehen...
Giancarlo Fisichella: Na klar. Ein fantastisches Rennwochenende in Malaysia liegt hinter uns. Wir haben die Pole Position und den Sieg davon getragen - ganz ohne Zwischenfälle wie damals beim Saisonstart 2005 in Melbourne. Auch beim Saisonauftakt in Bahrain war das Auto stark, und wenn man den Leistungsverlust meines Motors bedenkt, war ich wettbewerbsfähig. Und jetzt kommen wir nach Melbourne. Hier fühle mich wohl. Im vergangenen Jahr habe ich in Australien gewonnen, und diesen Erfolg möchte ich wiederholen.
Die Strecke im Albert Park ist während der restlichen Zeit des Jahres für den öffentlichen Straßenverkehr zugänglich. Ändert dieser Fakt für Euch etwas?
Fernando Alonso: Normalerweise sind die Unterschiede dadurch nicht so enorm. Weil der Grand Prix auf "normalen" Straßen ausgetragen wird, befinden sich auf dem Asphalt in Melbourne einige Verkehrslinien. Bei Regen bieten diese Markierungen wenig Grip und sind sehr rutschig, was den Schwierigkeitsgrad der Strecke steigert. Als Fahrer musst du eine gute Ideallinie finden. Außerdem ist der Asphalt sehr wellig und es dauert länger als andernorts, bis die Strecke sauber ist. Das alles sorgt für einen insgesamt sehr anspruchsvollen Grand Prix.
Giancarlo, welche Herausforderungen birgt der Kurs in Melbourne Deiner Meinung nach?
Giancarlo Fisichella: Da es ein Straßenkurs ist, wird sich die Strecke im Verlauf des Wochenendes stark verändern. Es wird schwierig sein, am Freitag ein gutes Set-up zu finden und den optimalen Grip. Dementsprechend wollen wir ein gut ausbalanciertes Fahrzeug, das sich leicht fahren lässt. Es wird jedoch in erster Linie wichtig sein, in den langsamen Kurven und Schikanen über eine gute Traktion zu verfügen. Deshalb konzentrieren wir uns besonders auf diesen Aspekt.
Fernando, kommt die Strecke im Albert Park dem R26 entgegen?
Fernando Alonso: Das denke ich schon. In den vergangenen Jahren zeichneten sich die Formel 1-Autos von Renault durch hervorragendes Bremsverhalten und gute Traktion aus. Auf diese Charakteristika kommt es auch in Melbourne an. Den Schlüssel zum Erfolg stellt die Leistung des Autos in den langsamen Schikanen dar. Wir kommen im sechsten oder sogar siebten Gang an, steigen voll auf die Bremse und beschleunigen dann im zweiten Gang wieder aus der Kurve hinaus. Wir wissen, dass unserem Auto diese Art von Anforderung liegt und wir waren auch vergangenes Jahr in Australien schnell unterwegs. 2006 sollten wir zu einer ähnlichen Leistung im Stande sein.
Wie beurteilst Du die Wettbewerbsfähigkeit des R26?
Giancarlo Fisichella: Ich denke die beiden ersten Rennen haben bewiesen, welches enorme Potenzial in dem Fahrzeug steckt. Im Winter habe ich immer gesagt, dass ich die Weltmeisterschaft gewinnen möchte. Die beiden Grands Prix in Malaysia und Bahrain haben gezeigt, dass ich auf jedem Kurs erfolgreich sein und um den Titel kämpfen kann. Der Gewinn des WM-Titels ist mein Traum. Dieses Jahr soll er sich erfüllen. Die Stimmung im Team ist toll, und mit Fernando verbindet mich viel. Ich habe ein sehr gutes Gefühl.
Was erwartest Du vom Rennen?
Giancarlo Fisichella: Es ist das letzte Rennen vor dem Start der Europa-Saison. Und wir müssen gerade zu Beginn der Saison möglichst viele WM-Punkte sammeln. Ich denke, dass Renault in Australien auf jeden Fall wettbewerbsfähig sein wird, und dass ich um den Sieg fahren kann. In Imola, einem meiner Heimrennen, möchte ich mit vielen WM-Punkten im Rücken ankommen.

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