FIA-Präsident Max Mosley hat in Maranello Gespräche mit Ferrari, Cosworth und auch Renault geführt. Im Vordergrund dieses Treffen sollen die ab 2008 in der FIA-WM zur Geltung kommenden Motoren-Regeln gestanden sein. Die FIA hat mit der vorgezogenen Einschreibfrist für die WM 2008, bis zum 31. März 2006, den Druck auf die Hersteller erhöht. Wer bis zum Monatsende nicht unterschrieben hat, verliert damit das Mitspracherecht in punkto Regelwerk.
Ein FIA-Sprecher bestätigte das Gipfeltreffen: "Max Mosley, Renndirektor Charlie Whiting und FIA-Konsultant Peter Wright erschienen bei einem Meeting mit Repräsentativen von Ferrari, Renault und Cosworth in Maranello, um Vorschläge zur Motoren-Homologation zu formulieren." Weitere Details wollte der Sprecher nicht verraten.
Laut Berichten der Gazzetta dello Sport waren bei dem Treffen auch Renault-Teamchef Flavio Briatore und Ferrari-Rennleiter Jean Todt zugegen, zudem sollen auch führende Techniker der beiden Teams, allen voran Pat Symonds und Ross Brawn, an den Gesprächen teilgenommen haben.
"Der Frieden von Maranello"
Unter dem Titel "Der Frieden von Maranello" berichtete die italienische Sportzeitung darüber, dass sich die Beteiligten auf eine Einfrierung der Motoren-Entwicklung über einen Zeitraum von fünf Jahren geeinigt haben sollen - demnach also würden die im Sommer 2006 zur Homologation vorgelegten Motoren von 2008 an bis zum Jahr 2012 zum Einsatz kommen. Diese Maßnahme soll die Kosten massiv reduzieren, heißt es in dem Bericht.
Bislang war seitens der FIA lediglich von einem dreijährigen Einfrieren der Motorenentwicklung die Rede - und bereits diese Aussicht erregte bei einigen Herstellern Missfallen. Honda-Teamchef Nick Fry beispielsweise erklärte: "Ich habe noch keinen Hersteller getroffen, der von dieser Idee begeistert ist."
Die in Maranello formulierten Regelvorschläge sollen nun den anderen Herstellern zugesandt werden. Renault scheint offenbar aus der Herstellervereinigung GPMA auszuscheren - der Hintergrund: Bei den Franzosen werden Sparmaßnahmen gern gesehen, schon im Vorjahr schrieb Briatore einen Brief an Mosley, in dem er von sich aus einige Sparmaßnahmen, darunter auch ein Einfrieren der Motoren-Entwicklung, vorgeschlagen hat.
Was sagen die anderen Hersteller?
Wie die anderen Hersteller auf die neuen Regelvorschläge reagieren werden, ist noch nicht abzusehen. Laut den italienischen Berichten sollen auch sie zum Einlenken bereit sein. Auf kommerzieller Ebene zumindest scheinen die GPMA und die neue Rechteinhaber CVC kurz vor einer Einigung zu stehen. Der Übernahmedeal durch die CVC musste noch von der EU-Kommission abgesegnet werden - das grüne Licht durch die EU wurde von der Herstellervereinigung ausdrücklich begrüßt.
Fraglich ist, ob wirklich alle Hersteller gewillt sind, lediglich alle fünf Jahre einen neuen Motor entwickeln zu dürfen. Angeblich sollen in diesen fünf Jahren lediglich Maßnahmen zur Erhöhung der Standfestigkeit erlaubt sein. Den Ruf als Vorreiter in Sachen Technik hätte die Formel 1 mit dieser Lösung jedoch vollständig verloren, zumindest in punkto Antriebstechnik.

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