Das mitunter seltsame Verhalten einiger Österreicher bei den Turiner Olympischen Spielen oder die vehemente Ente einer angeblichen Übernahme von Red Bull durch den amerikanischen Pepsi-Konzern - die Alpenrepublik liefert immer ein bisschen Stoff zum Schmunzeln - und Herr Dietrich Mateschitz und seine Kollegen haben dafür ein super Wort erfunden: "Kabaresk". "Ein Mittelding zwischen Kabarett und grotesk", erklärt der Red Bull-Boss im Interview mit der Kleinen Zeitung.

Kabaresk, um das neue Wort gleich einmal ordentlich einzusetzen, ging es auch rund um den früheren A1- oder Red Bull-Ring in Spielberg zu. Vor allem die Politiker des Landes Steiermark lieferten bei dieser Tragikkomödie einige wertvolle Beiträge im Fach der unfreiwilligen Komik. Das Ergebnis ist bekannt: Eine Schotterwüste. Das Ende des Original-Projekt Spielberg. Mit dem Projekt Spielberg Nr. 2 konnte man immerhin einen Neubeginn wagen - und so mancher träumte schon wieder von einem Motorsportparadies: Mit zwei österreichischen Formel 1-Teams und der Rückkehr des F1-Grand Prix als Krönung. Nur: Das wird es, laut Mateschitz, nicht spielen in Spielberg...

Mateschitz sieht keine F1-Chance für Österreich., Foto: Sutton
Mateschitz sieht keine F1-Chance für Österreich., Foto: Sutton

Mateschitz über das Projekt Spielberg 2: "Sagen wir ganz einfach, es läuft. Der Industrie-Cluster, also mit Magna, mit KTM, Audi beziehungsweise VW und eben mit uns selbst, der steht. Und die Pläne werden jetzt eingereicht. Unser Industrie-Cluster übernimmt, wenn die letzte Genehmigung über die Bühne ist." Und das könnte noch in diesem Jahr sein, schätzt Mateschitz. Dann könnte man "2008 in Betrieb gehen", fügt er hinzu.

Die Lust am Motorsportmekka in der Steiermark scheint dem 61jährigen gehörig vergangen zu sein - der Motorsport würde beim Projekt Spielberg 2 keine große Rolle spielen, erklärte Mateschitz. "Wir lassen uns da zwar alles offen. Aber der Motorsport hat eine völlig untergeordnete Rolle im ganzen Konzept. Denn was würde schon Großes passieren? Die DTM würde vielleicht fahren - das wär's aber wahrscheinlich schon", sagt Mateschitz resignierend.

Eine Rückkehr der Formel 1, hin zu den schönen Wiesen und den gutmütigen Kühen, ist für Mateschitz ohnehin nur irreales Wunschdenken: "Das hat doch schon vor drei Jahren jeder Realität entbehrt. Heute fährt die Formel 1 in Shanghai, in Bahrain, sie wird auch in Indien und vielleicht in Russland fahren - das sind die Märkte. Die Formel 1 ist unterwegs, mehr und mehr eine globale Serie zu werden, sie wird ihren Europa-Schwerpunkt demnächst völlig verlieren."