Formel 3 Cup

Neuseeländer holt nächste Meisterschaft - Rückblick 2011: Stanaway hat alles im Griff

Richie Stanaway hat den deutschen Formel 3 Cup 2011 dominiert und ist nach 18 Rennen souverän Meister geworden.
von Fabian Schneider

Motorsport-Magazin.com - Ein Neuseeländer sorgt in Deutschland weiter für Furore. Nach dem Titelgewinn in der ADAC Formel Masters und dem Aufstieg in den deutschen Formel 3 Cup ließ Richie Stanaway auch 2011 nichts anbrennen und holte die nächste Meisterschaft im für ihn fernen Deutschland. Ganz nebenbei startete der 20-Jährige übrigens noch bei vier Rennen der GP3 Serie - und holte auch dort einen Sieg.

Im Formel 3 Cup war es am Ende eine klare Angelegenheit. In 18 Läufen war Stanaway 13 Mal siegreich und stand bei drei weiteren Läufen auf dem Podium. Seine schlechteste Platzierung war ein fünfter Platz in Zolder, auch auf dem Sachsenrind schaffte er es im zweiten Rennen als Vierter nicht auf das Podium. 181 Punkte und 55 Zähler Vorsprung auf Marco Sörensen - besser geht es kaum.

Gleich beim ersten Rennen in Oschersleben übernahm Stanaway die Führung in der Gesamtwertung. "Das ist ein großartiges Ergebnis. Im Qualifying heute Morgen habe ich noch nicht alles zusammenbekommen. Deswegen habe ich mich extrem auf den Start konzentriert und den auch sehr gut erwischt", so Stanaways nach seinem Erfolg vor Tom Blomqvist. Der zweite Streich folgte gleich im zweiten Rennen, wieder dominierte der Neuseeländer - diesmal vor Marco Sörensen, der damit den zweiten Platz in der Tabelle übernahm.

Sörensen kämpft in Spa-Francorchamps

Bis zur Saisonmitte hielt Marco Sörensen dagegen - Foto: Formel 3 Cup

In den Rennen auf der belgischen Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps konnte Sörensen den Rückstand auf Stanaway mit guten Leistungen auf vier Punkte reduzieren. "Immerhin konnte sich dieses Wochenende mehr Punkte sammeln als Richie", so Sörensen, der sich über einen verpatzten Start im zweiten Lauf ärgerte, durch den er zunächst weit zurückgeworfen wurde.

Nachdem der Abstand der beiden Spitzenleute auf dem Sachsenring konstant blieb, setzte sich Stanaway in Assen mit zwei deutlichen Siegen wieder von seinem Verfolger ab. "Es war nicht so leicht, wie es vielleicht aussah", gestand Stanaway nach dem Rennen. "Nach der schwierigen Startphase, die ich zum Glück gewann, konnte ich aber etwas Luft zwischen mich und Markus bringen. Danach habe ich mich darauf konzentriert, die schnellste Rennrunde zu holen, um den zusätzlichen Punkt zu gewinnen."

Das schwache Wochenende in den Niederlanden schien ein Knackpunkt für Sörensen gewesen zu sein. Bis zu seinem nächsten Sieg musste er mehrere Rennwochenende warten, erst auf dem Lausitzring triumphierte der Däne wieder. Zu diesem Zeitpunkt war Stanaway mit 29 Punkten Vorsprung aber schon weit enteilt.

Stanaway letztlich ohne Gegner

Der Titel für Richie Stanaway - Foto: Formel 3 Cup

Die Entscheidung fiel wenig später beim zweiten Gastspiel in Assen, als Stanaway schon längst als bester Rookie der Saison feststand und sich vorzeitig eine Prämie über 10.000 Euro sicherte. Sörensen musste wegen Budget-Problemen dagegen auf einen Start in Holland verzichten und machte Stanaway damit zum neuen Meister. Zu gerne hätte er das mit einem Sieg gefeiert, doch bei leichtem Regen wurde er knapp von Premieren-Sieger Klaus Bachler geschlagen.

Ganz ohne Diskussionen ging es dann doch nicht - als Stanaway knapp hinter Bachler über die Ziellinie fuhr, war das Rennen eigentlich noch nicht vorbei. "Ich habe die Zielflagge nicht gesehen. Als wir ins Ziel kamen standen noch zwei Sekunden auf der Uhr", ärgerte sich Stanaway über das vorzeitige Rennende. Sein Teamchef Fritz van Amersfoort fügte an: "Wir haben heute innerhalb von 30 Minuten zwei Rennen verloren. Zunächst das von van Asseldonk, der wohl ohne Regen gewonnen hätte und dann kurz vor Schluss das von Richie, weil etwas zu früh abgewinkt wurde."

Am Ende interessierte das natürlich niemanden mehr. Mit zwei weiteren Siegen beendete Stanaway die Saison in Hockenheim und war dabei mal wieder richtig schnell unterwegs. In 19 Rennrunden fuhr der Neuseeländer über 15 Sekunden Vorsprung auf Sörensen heraus. "In den folgenden Runden habe ich weder in die Spiegel, noch auf die Boxentafel geschaut, ich bin einfach meinen Speed gefahren." Erst zwei Runden vor Schluss habe er bemerkt, wie groß sein Vorsprung eigentlich war...


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