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Sim Racing, virtuelles F1-Rennen: Hülkenberg crasht, Eng auf P3

Guanyu Zhou gewinnt das erste virtuelle Formel-1-Rennen in Bahrain. Nico Hülkenberg landet in Chaosrennen nach einer Startkollision auf Platz 10.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Nach den Absagen der vergangenen Wochen hat das Simracing die Rennsport-Lücke ziemlich schnell versucht aufzufüllen. Die erfolgreichen Erstauflagen des All-Star Esports Battle und des von Veloce Esports organisierten "Not The...AUS GP", veranlassten die Formel 1 dazu, auch ihrerseits virtuelle Ersatzrennen zu veranstalten. Gemessen an der Beteiligung aktiver Formel-1-Fahrer war das Interesse am ersten dieser Events allerdings eher mau. Mit Lando Norris und Nicholas Latifi nahmen lediglich zwei aktive Formel-1-Piloten an dem Event teil und das obwohl das gesamte F1-Feld eine Einladung erhalten hatte.

Der Großteil des Feldes wurde deshalb mit Rennfahrern aus anderen Serien und Promis aufgefüllt, sodass trotzdem noch ein volles Teilnehmerfeld zustandekam. Das Auftaktrennen der "Virtual Grand Prix Series" wurde in dem aktuellen Formel-1-Siel von Codemasters absolviert. Damit kein Ungleichgewicht im Feld herrscht, hatten alle Wagen dieselbe Leistung zur Verfügung und als Kompromiss für die unerfahreneren Promipiloten wurde auch die Traktionskontrolle und das ABS freigegeben. Außerdem wurde die Wagenbeschädigung auf ein reduziertes Level gestellt.

Das Starterfeld des Bahrain Virtual Grand Prix im Überblick

Team Fahrer Fahrer
Mercedes Stoffel Vandoorne Esteban Gutierrez
Ferrari Robert Shwartzman Dino Beganovic
Red Bull Chris Hoy Philipp Eng
McLaren Lando Norris Nicholas Hamilton
Renault Guanyu Zhou Ian Poulter
Alpha Tauri Luca Salvadori Matt Trivett
Racing Point Jimmy Broadbent Nico Hülkenberg
Alfa Romeo Johnny Herbert Aamir Thacker
Haas Anthony Davidson Paul Chaloner
Williams Nicholas Latifi Liam Payne

Qualifying

Philipp Eng setzte sich in der 18-minütigen Qualifyingsession mit einem klaren Vorsprung von über einer halben Sekunde vor Esteban Gutierrez durch. Dahinter folgten F2-Fahrer Guanyu Zhou, Nicholas Latifi, Nico Hülkenberg und Motorrad-Pilot Luca Salvadori. F4-Fahrer Dino Beganovic, Robert Shwartzman und die beiden Rennkommentartoren, der offiziellen F1-Esport-Serie Matt Trivent und Pal Chaloner komplettierten die Top-10.Dahinter trennte sich allerdings ziemlich schnell die Spreu vom Weizen und die Abstände zum Rest des Feldes waren deutlich größer.

An der Qualifying-Session nicht teilnehmen konnten Lando Norris und der bekannte Sim-Racing-Streamer Jimmy Broadbent, die beide mit technischen Problemen zu kämpfen hatten und deshalb vom Ende des Feldes ins Rennen gehen mussten.

Rennen

Das Rennen startete dann mit einer satten Verspätung. Anstatt einem Start um 21.30 Uhr, wie es im Zeitenplan vorgesehen war, dauerte die Unterbrechung nach dem Qualifying bis kurz vor 22 Uhr an. Um die verlorene Zeit auszugleichen, wurde die Rennlänge von 28 Runden auf 14 Runden verkürzt.

Direkt am Start wurde es auch schon richtig chaotisch. Bevor die Fahrer überhaupt Kurve 1 erreichten krachte es zum ersten Mal. Die Beteiligten an dieser Kollision waren Nico Hülkenberg und Dino Berganovic.Vor Kurve 3 gerieten auch Nicholas Latifi und Esteban Gutierrez aneinander. Die reduzierte Beschädigungseinstellung rettete allerdings die involvierten Fahrer vor einem Rennausfall und alle konnten das Rennen bis zum Ziel fortsetzen.

Polesitter Phillip Eng konnte sich bis zur vierten Runde in Führung halten, ehe er sich nach einem kurzen Duell hinter den chinesichen Formel-2-Piloten Guanyu Zhou einsortieren musste. Zhou baute von da an seine Führung zunehmend aus. Nach dem einzigen Boxenstopp zur Rennmitte hatte er schon einen Vorsprung von fast zehn Sekunden, den er bis zum Rennende unangefochten hielt.

"Es war wichtig, durch Kurve 1 problemlos durchzukommen und nachher konnte ich einfach nur mein Rennen fahren und musste mich nicht mehr auf die anderen Fahrer konzentrieren", sagte Zhou über seinen Rennverlauf.

Philipp Eng hielt bis zur vorletzten Runde die zweite Position, ehe er von Stoffel Vandoorne aus dem Weg geboxt wurde. Der Österreicher, der im Red Bull unterwegs war, musste sich somit mit Platz 3 hinter dem belgischen Formel-E-Piloten zufriedengeben.

Sowohl Topfavorit Lando Norris als auch YouTuber Jimmy Broadbent kämpften sich nach technischen Problemen im Qualifying von der letzten Startreihe bis auf die Plätze 4 und 5 nach vorne. Nach einem harten Manöver von Broadbent kollidierten die beiden, der Sim-Racer machte aber letztendlich die Position gut. Da der Abstand nach hinten groß genug war, hielt sich Norris auf dem fünften Rang. Auf den weiteren Plätzen landeten Nicholas Latifi, Luca Salvadori, Paul Chaloner und Dino Berganovic. Nico Hülkenberg beendete das Rennen auf dem zehnten Rang.

Der nächste virtuelle GP steigt in zwei Wochen auf dem Kurs in Melbourne. Am nächsten Sonntag veranstaltet die Formel 1 als Ersatz allerdings ein Rennen, an dem auch gewöhnliche F1-Spieler teilnehmen können.


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