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ELMS: Rene Binder wittert Außenseiterchance in Le Mans

Beim Nachtrennen in Paul Ricard fährt Rene Binder vom Inter Europol Competition Team auf Platz sechs. Das weckt Erwartungen für den Klassiker in Le Mans.

Motorsport-Magazin.com - In absoluter Bestform präsentierten sich Rene Binder und sein Inter Europol Competition Team beim dritten Saisonlauf der European Le Mans Series auf dem "Circuit Paul Ricard" im Süden Frankreichs. Der 28jährige Tiroler und seine beiden Teamkollegen, Kuba Smiechowski und Matevos Isaakyan, fuhren in einem spannenden Nachtrennen von Startplatz 14 auf Rang 6 und bescherten dem polnischen Rennstall damit sein bislang bestes LMP2-Resultat.

Herzliche Gratulation zu einem tollen Ergebnis mit dem nach Startplatz 14 niemand rechnen konnte...
Rene Binder: "Es ist ziemlich offensichtlich, dass wir mit unserem Auto auf eine Runde nicht konkurrenzfähig sind, aber bei gemischten Verhältnissen und inbesondere im Regen scheint unser Ligier-Paket in Verbindung mit den Michelin-Reifen zu funktionieren. Mein Dank gilt unserer gesamten Mannschaft von Inter Europol Competition, die an diesem Wochenende wirklich fehlerfrei gearbeitet hat. Auch wir Fahrer haben natürlich unseren Beitrag geleistet. Es gab nur eine Schrecksekunde, als mich ein LMP3 Fahrer in einen Dreher gezwungen hat. Er hat dafür zwar eine Durchfahrtsstrafe kassiert, aber wenn wir stehen geblieben wären, hätten wir uns natürlich grün und blau geärgert. Abgesehen von diesem Zwischenfall war es ein perfektes Rennen für uns."

Du hast im Finish immerhin die amtierenden ELMS-Champions von IDEC auf Distanz gehalten...
Rene Binder: "Das hat mich selbst überrascht, obwohl man fairerweise sagen muss, dass im Moment vor allem United Autosports und G-Drive den Ton angeben. Mein Auto war Anfangs sehr gut ausbalanciert sodass ich in meinem Stint zuerst mit den Topleuten mithalten konnte. Erst mit Fortdauer des Rennens wurde es immer schwieriger, das Limit auszuloten. Ich sollte pushen, die Reifen schonen und gleichzeitig Sprit sparen. Das sind die Momente, in denen man im Langstreckensport ganz besonders gefordert ist."

Das "Le Castellet 240" war ein Nachrennen. Wie bist Du im Dunkeln mit dem Topspeed von über 330 Stundenkilometern zurecht gekommen?
Rene Binder: "Das war kein Problem. Ich fahre gerne in der Nacht, egal ob im Trockenen oder im Regen. Allerdings muss ich eines zugeben: Wenn man nicht vorher ausgiebig bei Tageslicht getestet hätte, wäre es sehr schwierig gewesen, ans Limit zu gehen."

Das kleine Inter Europol Competition Team verdient sich immer mehr an Respekt...
Rene Binder: "Wir bleiben weiter bescheiden und wissen auch, dass wir noch nicht alle Zutaten haben, um es schon aus eigener Kraft aufs Podium zu schaffen. Es sei denn, das Wetter spielt uns einmal genau in die Hände..."

...warum nicht ausgerechnet beim Langstreckenklassiker in Le Mans? Kannst Du Deinen Wunsch an die Regengötter noch einmal etwas genauer formulieren?
Rene Binder: "Das ist gar nicht so einfach zu sagen, aber wenn es zwischendurch immer wieder mal regnen würde, könnten wir vielleicht eine kleine Außenseiterchance haben. Dieser 6. Platz in Le Castellet gibt uns auf alle Fälle sehr viel Auftrieb."

Danke für das Gespräch und viel Glück!


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