Maro Engel schüttelt etwas ratlos mit dem Kopf. "Ich glaube, wir haben ein Problem", sagt der Mercedes-Pilot am Samstagabend beim Datenstudium in der Mercedes-Hospitality. Kurz zuvor war er in seiner 08er C-Klasse auf den zehnten Startplatz gefahren - sein Markenkollege Jamie Green schaffte mit dem gleichen Material den Sprung unter die Top-4.

Kein Wunder also, dass Engel sich ausgiebig mit dem Stoß an Ausdrucken vor sich auf dem Tisch beschäftigt. "Es scheint, als hätten wir ein Problem auf den Geraden, dort verlieren wir Zeit", erklärt er Motorsport-Magazin.com. "Es fällt auf, dass wir in den Topspeedwertungen den letzten Platz fest inne haben." Das war im Q1 und im Q2 so - und im Freien Training am Samstagvormittag. Insgesamt fehlten ihm 3-4 km/h bei den Topspeedmessungen, also rund 2-3 Zehntel pro Runde.

Ohne das Topspeedproblem hätte Engel es problemlos in die Top-8 schaffen können, glaubt er. Noch mehr auf seine Stimmung schlägt, dass das Topspeedproblem ihn auch im Rennen handikapt. "Das ist sehr problematisch", betont er. "Erstens kann man nicht überholen und zweitens wird man überholt, wenn man zu langsam ist." Er ist da machtlos. "Ich kann nicht mehr machen, als Vollgas zu geben."

Maro Engel litt unter mangelndem Topspeed, Foto: Sutton
Maro Engel litt unter mangelndem Topspeed, Foto: Sutton

Das tut er im Rennen, aber nur bis Runde 2, dann kollidiert er mit Oliver Jarvis und kann mit dem angeschlagenen Auto mit krummer Radaufhängung und zerfledderter Karosserie keine Bäume mehr ausreißen. "Wir haben trotzdem nicht aufgegeben", gibt er sich kämpferisch. "Schade, das Auto hat sich auf den ersten beiden Runden sehr gut angefühlt, ich konnte sofort attackieren. Heute hätten wir gute Punkte holen können."

Das Topspeedproblem konnten Engel und sein Team nicht lösen. "Das besteht nach wie vor", bestätigt er uns nach dem Rennen. Das bemerkte er besonders im Zweikampf mit Jarvis. "Als ich ausgangs Turn 2 sehr nah dran war an ihm, konnte er mir trotz Windschatten wegfahren und Timo Scheider ist in meinem Windschatten näher gekommen."

Daran müsse das Team bis zum nächsten Rennen in Valencia arbeiten und herausfinden, woran der fehlende Topspeed gelegen hat. Denn Engel ist sich bewusst: "In der DTM ist es zu viel, wenn man drei Zehntel pro Runde auf der Geraden verliert."