Einen Wermutstropfen hatte Martin Tomczyk auch am Tag seines bisher größten Erfolgs in dieser Saison zu verzeichnen: Zwar gratulierte man auch auf auf Mercedes-Seite zur Pole Position. Doch immer wieder verwiesen die Stuttgarter auf die zehn Kilogramm große Differenz zwischen Audi- und Mercedes-Boliden in der Gewichtstabelle. "Eine tolle Leistung von Bruno, wenn man bedenkt, dass er mit zehn Kilogramm Ballast fährt. Ohne die Zusatzgewichte wäre für ihn die Pole-Zeit möglich gewesen", hatte Norbert Haug mit Blick auf Spenglers Abstand von 195 Tausendstelsekunden auf Pole-Inhaber Tomczyk kundgetan.
Auch im Jahreswagenlager verrechnete man Zeitenliste und Gewichtstabelle. So kalkulierte Maro Engel: "Uns haben eineinhalb Zehntel gefehlt um weiterzukommen. Je zehn Kilogramm rechnen wir zweieinhalb Zehntelsekunden. Insofern waren wir im Soll." Wenig Zustimmung brachte im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com Martin Tomczyk für die Rechenspiele auf. "Ich bin der Meinung, dass das Gewicht längst nicht mehr so entscheidend ist wie in Oschersleben", sagte Tomczyk - und überraschte mit seiner Feststellung angesichts der Minderung des Gewichtsunterschieds von 20 auf zehn Kilogramm nicht.
Doch nicht nur die Halbierung des benzschen Gewichtsnachteils macht für Tomczyk den Unterschied zu Oschersleben aus. "Zehn Kilogramm weniger am Nürburgring ist nicht zwangsläufig dieser Zeitunterschied", sagte Tomczyk mit Blick auf Spenglers Rückstand. Auf dem Stop-and-Go-Kurs Oschersleben sei ein Gewichtsnachteil weit hinderlicher als an der Nürburg. "Mercedes mehr mit der Gewichtsbalance spielen als wir, was einem auch auf dem Nürburgring zu Gute kommen kann. Diese Strecke ist viel schneller und flüssiger als in Oschersleben, und auf den Geraden hat das Gewicht kaum Auswirkungen."

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