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DTM / Analyse

Interne Verstimmungen - Friendly Fire sorgt für Diskussionen

Auch im Kampf gegen die eigenen Teamkollegen ging in der Lausitz einiges zu Bruch. Insbesondere bei Audi hing zeitweise der Haussegen schief.
von Wolfgang André Schmitz & Fabian Schneider

Motorsport-Magazin.com - Das wenig überholfreundliche Streckenlayout des Lausitzrings verleitete heute nicht nur zu strategischen Experimenten. Auch wurden erneut Überholmanöver dort gestartet, wo sie eigentlich unmöglich sind - bevorzugt im Kampf gegen die eigenen Markenkollegen. "Jamie ist mir bei unserem Kampf ein paar Mal ins Auto gefahren", berichtete Maro Engel über die verzweifelten Angriffe des britischen Markenkollegen, dessen C-Klasse fortan ohne repräsentatives Kühlergitter auskommen musste.

Diese Gangart ist intern nicht angemessen
Martin Tomczyk

Die Verstimmungen zwischen Engel und Green hielten sich allerdings noch in Grenzen. Stattdessen war es die Ingolstädter Konkurrenz, die sich das Leben durch allzu exzessives Friendly Fire zusätzlich schwer machte. Zum Erschrecken der Audi-PR-Strategen prangerte Martin Tomczyk die Härte der Audi-internen Kämpfe vor versammeltem Fernsehpublikum an - und blieb auch hinterher bei seiner Meinung.

"Die Gangart war extrem hart. Ich hatte Glück, einigermaßen an Lauda vorbeizukommen. Tom hatte ja noch Probleme mit ihm. Dann lief ich auf die Audi-Dreiergruppe auf - Katherine, Markus und Alexandre. Und gerade Audi-intern war es meines Erachterns zu hart", sagte Tomczyk gegenüber Motorsport-Magazin.com. Er sieht die Kollision von Katherine Legge und Markus Winkelhock als Ursache seines vorzeitigen Rennendes. "Das hat mich das Rennen gekostet, denn als Markus aus dem Kiesbett kam, ist mir der Kühler durch seine mitgebrachten Steine zerlöchert worden. Diese Gangart ist intern nicht angemessen."

Auch Katherine Legge zog Kritik auf sich - Foto: Sutton

Winkelhock sah die Schuld nicht auf seiner Seite - und zeigte sich wenig begeistert vom Manöver seiner Markenkollegin, die gestern noch mit Startplatz neun so positiv auf sich aufmerksam gemacht hatte. "Ich war einige Runden hinter Katherine, war schneller, kam aber nicht vorbei. Als sie einen Fehler machte, konnte ich mich rechts neben ihr positionieren. Beim Einlenken ist sie mir dann ins Auto gefahren", berichtete der Rosberg-Pilot uns gegenüber. "Ich will ihr keine Absicht unterstellen, aber es war ärgerlich. Mein Auto hat sich anfangs gut angefühlt - schade, dass wir keine Punkte mitnehmen konnten."

Auch Tomczyk, der sich von Startplatz 16 aus zwischenzeitlich schon in die Top Ten vorgearbeitet hatte, trauerte verpassten Punkterängen nach. "Schade, dass das alles nicht auf dem Norisring passiert ist, denn da geht es für mich ja eh immer schief..."