Nicht nur für seine Teamkollegen hatte es im Qualifying 2008 selten einen Weg vorbei an Timo Scheider gegeben. Mit vier Pole Positions und weiteren Starts aus Reihe eins hatte der spätere Champion meist schon am Samstag den Grundstein für einen erfolgreichen Rennsonntag gelegt. Dass es für Scheider heute wie schon in Hockenheim jedoch nur zur fünftbesten Qualifying-Zeit reichte, sieht Timo Scheider auch in seinem unfreiwilligen Spontanbesuch auf der Waage begründet...

"In Q2 bin ich als einer der letzten Fahrer in die Box gekommen, musste dann allerdings noch zur Technischen Abnahme. Ich wurde gewogen, die Fahrzeughöhe wurde gemessen - das alles hat diesmal extrem lange gedauert", beklagte Scheider im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Als die Technische Abnahme beendet war, war die Vorbereitungszeit für die dritte Session des Zeitfahrens verstrichen: "Wir konnten somit nicht die ersten Minuten von Q3 nutzen, weil wir noch beim Tanken waren. Das sind Dinge, die laut Absprache nicht passieren dürfen. Das hat sicher Performance gekostet."

Falsche Ansage

Abgesehen von seinem Pech im Parc-fermé hatte Scheider im Qualifying bereits mit jenen Problemen zu kämpfen gehabt, die auch seine Abt-Audi-Kollegen plagten. "Wir hatten die Ansage, dass es keinen Regen gibt - aber die Erfahrung mit unserem falschen Wetterradar haben wir ja schon im letzten Jahr gemacht. Wir hatten vor dem Qualifying verschiedene Aussagen, deshalb wollten wir zu Beginn des Qualifyings die Regenreifen anfahren und uns so auf Eventualitäten vorbereiten", schildert Scheider das Audi-interne Wetterchaos. "Dann fing es zu regnen an, bevor wir überhaupt eine fliegende Runde in Angriff nehmen konnten. Ich war noch einer der Glücklichen von den Pechvögeln, die schnell genug auf Regenreifen wechseln konnten."

Anders als seine Teamkollegen schaffte es Scheider im Folgenden noch vergleichsweise souverän in die zweite Session - wenn auch unter Extrembedingungen: "Auf einer Chaosrunde, bei der ich zwei Autos überholen musste, bin ich noch auf Platz zwölf gerutscht. Q2 war, was die Performance angeht, sehr vielversprechend." Mit dem Handicap der schlecht vorbereiteten dritten Session gelangte der dreifache DTM-Rennsieger immerhin noch auf Rang vier, nachdem Gary Paffett durch seine Hockenheim-Strafe auf Startplatz sieben befördert wurde. "Von Position vier aus ist noch einiges möglich, wenn ich bedenke, dass ich in Hockenheim von Platz fünf auf Platz zwei gefahren bin..."