Die Neuwagen sind zurück, lautete eine der Erkenntnisse des Auftaktwochenendes zur zehnten Saison der neuen DTM in Hockenheim. Doch während die Audi-Jahreswagenpiloten Oliver Jarvis und Markus Winkelhock die Mercedes-Neuwagen in den Schatten stellten und selbst Maro Engel und Jamie Green ihre 2008er-Mercedes in die Punkteränge pilotierten, gab es im Lager der Vorjahresfahrzeuge auch Schatten. So hatte sich bereits gestern Mathias Lauda als langsamster Jahreswagenpilot präsentiert - und bildete auch heute das Schlusslicht.
"Mein Rennen war schon früh nach einer Durchfahrtsstrafe erledigt, da habe ich 18 Sekunden verloren", berichtet Lauda im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com von jenem Stein, den er sich mit einem Frühstart selbst in den Weg legte. Anschließend wollten ihm auch die äußeren Umstände nicht in die Hände spielen. Die zahlreichen auf der Strecke liegenden Karbonscherben wurden Lauda zum Verhängnis: "Dann hatte ich noch einen Platten. Dass später beim Boxenstopp die Tankkanne festhing, war noch das geringste Problem." So glaubt der am Ende zehntplatzierte Österreicher, dass er gar auf Rang sieben hätte landen können: "Ich bin im Zick-Zack um alle Unfälle herumgefahren und bin eigentlich gut durchgekommen."
Opfer der Karbonteile-Schlacht
Ebenso wie für den Mücke-Piloten wurde das Auftaktrennen auch für Susie Stoddart nicht zum Highlight. Schon in der ersten Runde hatte sich die Schottin von ihren Punkteambitionen verabschieden müssen, als sie mit der über die Strecke wirbelnden Motorhaube von Markenkollege Gary Paffett kollidierte: "Mein Hauptproblem lag vorne links, es war die gesamte Aerodynamik kaputt. Für mich war eigentlich nichts mehr drin, aber mein Renningenieur hat mir gesagt, dass ich weiterfahren soll, schließlich weiß man nie, was noch passiert. Es war ein großer Kampf, das Auto auf der Strecke zu halten." Ein Kampf, der sich am Ende nicht auszahlte: Nach weiteren Teileverlusten im Kampf gegen die zweite Dame im Feld musste die Persson-Pilotin ihren lädierten Dienstwagen abstellen.
Über mehrere hundert Meter hinweg hatten sich die DTM-Damen in ungekannter Aggressivität beharkt. "Das war eigentlich kein richtiges Duell. Ich war pro Runde drei Sekunden langsamer, an meinem Wagen war einfach alles kaputt. Trotzdem ist sie in mich reingefahren. Das war schon sehr seltsam", blickt die genervte Britin zurück. So bleibt vorerst auch in ihrem mittlerweile vierten DTM-Jahr der Traum von den ersten Punkten unerfüllt. "Manchmal hat man im Motorsport einfach Pech, heute hatte ich jede Menge. Es waren nicht meine Fehler."

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