Insgesamt fünf Briten bestreiten in diesem Jahr die DTM. Glaubst du an ein wachsendes Interesse an der DTM in Großbritannien?
Paul Di Resta: Ich hoffe es. Auch in diesem Jahr kommt die DTM nach Brands Hatch, und die DTM hat eine hochklassige Fahrerbesetzung. Gegen die meisten Piloten bin ich noch nicht gefahren, da der Großteil etwas älter ist als ich... Es ist toll für mich, hier zu starten und dann noch gegen Stars wie Mika Häkkinen oder Bernd Schneider kämpfen zu können.

Wächst die Zahl deiner Fans auch in der DTM?
Paul Di Resta: Natürlich werden es mehr und mehr, denn schließlich bin ich noch ein Neuling. Das ist ein natürlicher Prozess, der beschleunigt wird, wenn man schnell ist. Und gerade die Schnelligkeit ist mir am wichtigsten. Ich missfalle den Leuten nicht - zurzeit wissen sie meist nur noch nicht, wer ich überhaupt bin...

Wie würdest du dein erstes Rennwochenende im DTM-Auto beschreiben?
Paul Di Resta: Es war ein gutes Gefühl, schon in Hockenheim ein gutes Rennen bestritten zu haben und über das ganze Wochenende hinweg schnell gewesen zu sein. Ich hoffe, dass sich das wie in Oschersleben auch während der restlichen Saison fortsetzen wird, zumal das Team Persson über den Winter sehr hart gearbeitet hat. Da tut es besonders gut, gute Ergebnisse einzufahren.

Ist es ein realistisches Ziel, die bisherige Performance zu festigen und weiterhin so gute Ergebnisse einzufahren?
Paul Di Resta: Es ist zwangsläufig das Ziel; eine andere Einstellung wäre wohl auch fehl am Platze. Wenn ich sage, dass wir unsere Leistungen aufrechterhalten und weitere Fortschritte machen müssen, ist dies genau das, was sich auch die Konkurrenten als Ziel setzen. Es ist schön zu sehen, dass die 2005er-Autos in den ersten beiden Saisonrennen vordere Plätze belegen konnten. Das ist sowohl für die Serie als auch für die Fans gut. Dass die 2007er-Fahrzeuge noch mehr Entwicklungspotenzial haben, ist selbstverständlich. Aber ich muss meine eigenen Rennen fahren und das Maximum aus dem Auto holen, das mir zur Verfügung steht.

Bereits im zweiten Rennen durfte Paul Di Resta Podestluft schnuppern, Foto: Sutton
Bereits im zweiten Rennen durfte Paul Di Resta Podestluft schnuppern, Foto: Sutton

Wie bewertest du die Zusatzgewichte für die Gebrauchtwagen?
Paul Di Resta: Die Zusatzgewichte für die älteren Autos werden immer ein Nachteil sein, aber das ist eine Herausforderung, mit der ich leben kann. Ich muss also noch schneller werden und noch mehr Zeit mit den Ingenieuren verbringen...

Siehst du deine DTM-Karriere langfristig oder soll sie nur den Weg in die Formel 1 ebnen?
Paul Di Resta: Ich weiß noch nicht, wohin meine Karriere mich führen wird. Die Zukunft kennt man nie, aber zurzeit genieße ich sehr, an der DTM teilzunehmen. Es ist eine tolle Serie, die für mich einen Fortschritt bedeutet. Ich lerne viel hier und genieße jede Minute. Das Wichtigste ist, dass ich mich als Fahrer weiterentwickle.

Schon dein Cousin Dario Franchitti fuhr in der DTM. Hat er dir Ratschläge gegeben?
Paul Di Resta: Natürlich, denn ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Dario. Wir tauschen uns oft über alltägliche Dinge aus, und Tipps, die ich gebrauchen kann, gibt es immer, nicht nur von seiner Seite. Es kann kein Nachteil sein, die Ratschläge anderer zu kennen, man kann sie nur ausprobieren. Andererseits war die DTM, in der Dario Mitte der 90er-Jahre gefahren ist, noch eine andere.

Dein Familienname ist italienischen Ursprungs. Hast du noch eine besondere Verbindung zu Italien?
Paul Di Resta: Ich habe viele Verwandte in Italien - ein Großteil meiner Familie lebt dort. Allerdings spreche ich kein italienisch, und auch in Schottland habe ich Verwandte.