Wann hast du dich erstmals mit der DTM befasst und darüber nachgedacht, als Fahrer dabei zu sein?
Adam Carroll: Die Entscheidung für die DTM kam eher zufällig. Ich war nah daran, in die USA zu wechseln und dort in der Champ-Car-Serie zu fahren, nachdem ich meine Karriere im Automobilrennsport ausschließlich in Formelserien wie zuletzt der GP2 bestritten habe. Dort ist es für mich gut gelaufen; es sprach nichts dagegen, in diesem Metier zu bleiben. Dann jedoch saß ich auf dem Sofa, sah fern - und Dr. Colin Kolles von Futurecom TME rief mich an. Er lud mich zu einem Test ein, ich sagte zu und habe den Test sehr genossen. So kam es, dass ich jetzt hier und damit auch glücklich bin.
Neben dir fahren vier weitere Briten in der DTM. Beobachtest du in Großbritannien ein wachsendes Interesse an der DTM?
Adam Carroll: Ja, das wird sicher die Folge davon sein, dass immer mehr britische Fahrer in dieser Meisterschaft sind. Ich hoffe, dass wir alle eine gute Performance zeigen - dann wird sich auch die Berichterstattung über die DTM in Großbritannien ausweiten. Schon jetzt ist die DTM im britischen Fernsehen präsenter als zuvor. Ich würde mich freuen, wenn die DTM noch mehr Fans bekommt.
Ist die Zahl deiner Fans mit dem Einstieg in die DTM gestiegen?
Adam Carroll: Wenn ich Großbritannien an einer Rennstrecke auftauche, wissen die Motorsportfans, wer ich bin. Ich bin lange genug dort gefahren; zudem haben viele Leute die GP2 verfolgt oder bekommen nun Interesse an der DTM. Die britischen Motorsportfans haben meine Karriere beobachtet und sind nun gespannt, wie ich mich in der DTM schlage. Hier in Deutschland bin ich überrascht, wie viele Menschen ein Autogramm von mir möchten.
Magst du die Arbeit mit den Fans?
Adam Carroll: Auf jeden Fall, ich genieße sie. In der DTM ist es leicht, den Fans etwas zurückzugeben, indem man sich mit ihnen fotografieren lässt oder ihnen ein Autogramm gibt.

Was war für dich der größte Unterschied zwischen einem DTM- und einem GP2-Boliden?
Adam Carroll: Das DTM-Auto hat eine richtige Karosserie, Scheinwerfer rechts und links - es ist einfach komplett anders... Ein GP2-Fahrzeug ist nur halb so schwer und entsprechend schneller. Aber für einen Tourenwagen, für ein Auto von 1.000 Kilogramm ist ein DTM-Bolide sehr beeindruckend. Die Rundenzeiten, die wir hinlegen, sind bemerkenswert, wenn man sich ansieht, dass andere Tourenwagenserien pro Runde zehn Sekunden auf uns verlieren. Es macht einfach Spaß, ein DTM-Auto zu fahren, unter den Tourenwagen ist es der Formel-1-Bolide.
Wen machst du in der DTM als deine Hauptkonkurrenten aus?
Adam Carroll: Ich schaue erst einmal auf mich selbst und versuche, die bestmögliche Arbeit zu leisten. Ich versuche, mich mit dem Team sowie dem Auto zu arrangieren, hart an mir selbst zu arbeiten und hoffe, dass alles zusammenpasst. Dann kommen auch die maximal möglichen Ergebnisse. Ob das für mich bedeutet, bester 2005er-Pilot zu sein oder gar unter den 2006er- und 2007er-Autos mitzumischen, weiß ich noch nicht. Über andere Fahrer mache ich mir keine Gedanken.
In Hockenheim warst du in den schweren Startunfall verwickelt. Hat das an deiner Grundeinstellung als Rennfahrer etwas verändert?
Adam Carroll: That's racing - man darf sich nie fürchten, wenn man in ein Rennauto steigt. Solche Unfälle muss man als Fahrer schnell verarbeiten können.

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