Zweimal Platz sechs, einmal Rang sieben - und damit acht Meisterschaftspunkte: Was in diesen Tagen selbst für die Jahreswagenflotte einer Marke eine eher bescheidene Bilanz wäre, stellt für die neue Mercedes C-Klasse die magere Ausbeute aus den ersten beiden Rennen dar. Nie verlief in der DTM das Debüt eines völlig neuen Benz-Boliden erfolgloser als 2007 - und nie war man aus Sicht von Sportchef Norbert Haug weiter vom eigentlich Möglichen entfernt:

"Es ist nicht korrekt zu sagen, dass neue Auto wäre nicht gut genug. Es hat großes Potenzial", bricht Haug gegenüber Autosport eine Lanze für die Stuttgarter Neuentwicklung, "es hat nur nicht die Punkte eingefahren, die es hätte einfahren sollen." Die Jahres- und Gebrauchtwagen hätten auch den Mercedes-Neuwagen unerwartet starke Konkurrenz gemacht - die Audi derweil allerdings nicht davon abhielt, mit der Abt-Mannschaft zum souveränen Spitzenreiter der Teamwertung zu avancieren.

"Unsere Pace ist nicht so schlecht, wie sie die Resultate aussehen lassen. Jamie Green hätte das Rennen auf dem Podest beenden können, Bernd Schneider kam vom 20. auf den sechsten Platz. Wir hätten in Oschersleben alle 2007er-Mercedes unter den Top Fünf sehen können", bemüht Haug den Konjunktiv, über den sich trefflich streiten lässt. Zwar gelang Jamie Green im Rennen die Schnellste Rennrunde, in ihrer Longrunperformance gelang es der C-Klasse jedoch auch mit 14 Kilogramm Gewichtsvorteil nicht, den Audi A4 DTM hinter sich zu lassen.

Nachdem jedoch in der Tat manch unrühmliches Ergebnis eines HWA-Piloten nicht durch eigenes Verschulden zu Stande kam, sieht Norbert Haug HWA-Mercedes nicht zu Überstunden veranlasst: "Wir werden einige Arbeit damit haben, das Auto weiter zu verbessern. Aber die hätten wir auch, wenn wir gesiegt hatten", hebt der Mercedes-Sportchef das nach wie vor große Entwicklungspotenzial der neuen C-Klasse hervor - die nicht nur mit Blick auf bisherige Resultate auf dem EuroSpeedway als Leichtgewicht antreten wird...