Im Rahmen des Qualifyings zum fünften Saisonlauf eroberten heute angeführt von einem Piloten, der in dieser Saison bereits zum fünften Mal aus Reihe eins startet und die fünfte Pole Position seiner Karriere einfuhr, fünf Fahrer jener Marke die Fünffach-Pole, die in der neuen DTM bis einschließlich 2005 schon fünf Norisring-Siege zu verzeichnen hatte...
Rückschlag für Startnummer 5
Hatte sich gestern neben Bruno Spengler auch Mattias Ekström, Pilot des blauen Fahrzeugs mit der Startnummer 5, überzeugend präsentiert, so schlug das Pendel heute bereits im freien Samstagstraining zu Gunsten des Kanadiers sowie seiner Marke aus: Gefolgt von Jean Alesi und Jamie Green nahm Spengler in der dritten Testsession den ersten Platz ein - mit Mika Häkkinen und Bernd Schneider auf den Positionen fünf und sechs präsentierte sich so bereits das gesamte spätere Erfolgsquintett des Qualifyings in Spenglers Reichweite.

Bei der Vorbereitung auf die Qualifikation zeichneten sich zugleich die Rückschritte bei Audi bereits ab: Mattias Ekström wurde bis auf Rang neun durchgereicht, erfolgreichster Abt-Audi-Pilot wurde Heinz-Harald Frentzen auf Platz sieben. Vom gestern noch von Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich ausgemachten "guten Setup" der Neuwagen war offensichtlich im Datendschungel der Abstimmungsarbeit nicht mehr viel übrig geblieben...
Die glorreichen fünf
So nahm das Qualifying angesichts einer in dieser Saison noch nicht beobachteten Mercedes-Dominanz einen Lauf, wie er selbst Norbert Haug laut eigener Aussage überraschte. Mühelos gelang dem Stern-Quintett aus den HWA-Piloten sowie Persson-Pilot Jean Alesi der Sprung in die jeweils nächste Session. Während die Audi-Speerspitzen Mattias Ekström und Tom Kristensen nur mit Mühe in die letzte Runde gelangten, um dort ein eher mageres Ergebnis einzufahren, machten Jamie Green, Bruno Spengler und Bernd Schneider den Kampf um die Pole Position in einem packenden Schlagabtausch unter sich aus.
"Man muss sehen, dass zwischen dem dritten und dem siebenten Platz gerade einmal fünf Hundertstel einer Sekunde liegen. Selbst unter den ersten acht sind es nur zweieinhalb Zehntel", bemühte sich Dr. Ullrich um Erklärungen für das Qualifying-Desaster, gestand jedoch auch unumwunden die Setup-Probleme seiner Schützlinge ein: "Wir hatten in den Händen unserer Fahrer Fahrzeuge, mit denen sie nicht zufrieden waren." Zu sehr hatte man offenbar auf den Abtrieb sowie ein möglichst schnelles Durchfahren des zweiten Sektors gesetzt, zu deutlich mangelte es an der Harmonie zwischen Fahrzeugcharakteristik und Streckenlayout.
Derweil versucht Jamie Green, sich vom Druck, die fünfte Pole Position seiner Karriere anders als ihre vier Vorgänger umzusetzen, nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. "Ich hoffe, dieses Resultat am Sonntag umsetzen zu können", äußerte Green, "je öfter man nah dran ist, aber das Resultat nicht einfahren kann, desto schwieriger ist es, aber ich bleibe ruhig." Mit dem sieg- und meisterschaftshungrigen Schneider sowie dem nach einer Revanche verlangenden Spengler wird Green insbesondere beim Start alle Hände voll zu tun haben...

Mit einem ausgeglichenen Kräfteverhältnis konnten heute lediglich die Jahreswagen aufwarten: Schien der Norisring den 2005er-Audi gestern noch Probleme zu bereiten, so präsentierten sie sich heute mit ihren Mercedes-Pendants auf einer Augenhöhe - und den Audi-Neuwagen in den ersten und zweiten Qualifying-Sessions zeitweise gar überlegen...
55 % vs. fünf Mercedes-Piloten
Bedrohliche 55 Prozent beträgt laut aktuellen Prognosen in Nürnberg die Regenwahrscheinlichkeit für den morgigen Sonntag - und versetzt so das Mercedes-Quintett in Angst und Schrecken: Konnte sich das Fahrerfeld heute erleichtert darüber zeigen, dass die prognostizierten Regenschauer zum Ende der dritten Session ausblieben, so käme den Audi-Piloten ein Regenchaos gut gelegen - stiege doch im wässrig-feuchten Durcheinander womöglich schlagartig die bei Trockenheit mehr als überschaubare Chance, dem Mercedes-Quintett Paroli bieten zu können...

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