Kleinholz mit Konsequenzen: Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) kam nach der Kollision am Sachsenring mit seinem Teamkollegen Luca Engstler und Bastian Buus (Land-Porsche) nicht unbescholten davon. Die Sportkommissare brummten dem italienischen DTM-Neueinsteiger nachträglich eine 3-Platz-Gridstrafe für das Rennen am Sonntag auf.

Die SpoKos machten Mapelli als Hauptverantwortlichen der Startkollision aus, in dessen Folge er selbst, Engstler im zweiten Abt-Lamborghini Temerario sowie Buus vorzeitig ausfielen. Obendrein wurde Timo Glock in die Karambolage verwickelt und musste seinen beschädigten Dörr-McLaren nach einem Dreher und mehreren Treffern abstellen.

Doppelter Abt-Ausfall nach Startkollision

Für die Äbte wiegt der doppelte Ausfall schwer, gilt es doch, möglichst viel Erfahrung mit dem neuen Temerario zu sammeln. An Mapellis Fahrzeug brach der hintere linke Dämpfer, bei Engstler bekam die Spurstange etwas ab. Abt-Teamchef Thomas Biermaier ging von einem Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich aus. "Teure Sachen wie der Radträger wurden zum Glück nicht beschädigt", erklärte der Bayer und kündigte an, dass beide Autos am Sonntag wieder ins Geschehen eingreifen können.

Die Kollision ereignete sich nach dem Start in den Kurven 4/5 und sorgte für die einzige Safety-Car-Phase des Rennens. Mapelli sprach bei der Anhörung vor den Sportkommissaren von einer unglücklichen Situation, wie aus dem Urteil hervorging. Aus seiner Sicht sei Buus in der Kurve zu weit rausgefahren und habe bei der Rückkehr auf die Fahrlinie nicht genügend Platz gelassen. Deshalb hätte Mapelli ins Kiesbett ausweichen müssen und habe dadurch seine Reifen verschmutzt.

Buus sei laut eigener Aussage die Kurve enger angefahren und sei dann weit nach außen getragen worden. Er habe versucht, ausreichend Platz zu lassen, sei dann aber getroffen worden und im Kiesbett gelandet. Und Engstler gab bei der Anhörung an, eigentlich nur Passagier gewesen zu sein. Die Sportkommissare sprachen von einer komplexen Situation, waren aber der Ansicht, dass Mapelli seinen Überholversuch gegen Buus hätte abbrechen können. Dann wäre er auch nicht von der Strecke abgekommen.

Abt-Teamchef Biermaier meint: "Es war ein Rennunfall"

Zur nachträglichen Strafe für Mapelli meinte Biermaier: "In meinen Augen war es ein Rennunfall. Wenn man unbedingt einen Schuldigen finden will, dann war es wahrscheinlich eher Marco als Buus und Luca. Die erste Runde ist immer schwierig, da ist jedes Mal viel los, vor allem im Mittelfeld. Ich mache Marco zu 0,0 Prozent einen Vorwurf."

Während für Engstler sofort Feierabend war und er seinen Abt-Lamborghini umgehend abstellen musste, setzte Mapelli die Fahrt kurzzeitig fort. Nach einer Runde war allerdings klar, dass es sich nicht wie zunächst vermutet um einen schleichenden Plattfuß, sondern einen gebrochenen Dämpfer handelte - das Doppel-Aus für die Äbte.

Unfall-Opfer Buus hingegen hatte sich tatsächlich einen schleichenden Plattfuß eingefangen und ließ das Rad wechseln, nachdem er von einem Abschlepper aus dem Kiesbett transportiert worden war. Obwohl es sich bei der Abschlepp-Aktion um fremde Hilfe handelte, durfte der Land-Pilot das Rennen fortsetzen. Grund: Laut Ansicht der Rennleitung war er nicht der Verursacher der Kollision. Half aber nicht viel: Buus musste seinen Porsche 911 nach 21 Runden ebenfalls abstellen.