Zweites Qualifying, zweite Pole Position: Thomas Preining drückt dem DTM-Rennwochenende in Oschersleben weiter ganz klar seinen Stempel auf! Der Manthey-Porsche-Pilot setzte sich in der Zeitenjagd am Sonntagmorgen gegen die Konkurrenz durch und nimmt das heutige Rennen (ab 13:30 Uhr live bei ProSieben) vom ersten Startplatz in Angriff. Am Samstag wandelte der Österreicher die Pole in seinen zweiten Saisonsieg um - gelingt ihm das heute wieder mit 20 Kilo Erfolgsballast an Bord?
Preining war wie am Vortag der einzige der drei Porsche-Fahrer, der die Performance des 911 GT3 R voll ausschöpfen konnte. Manthey-Teamkollege Ricardo Feller kam nicht über P9 hinaus, Bastian Buus landete im Land-Porsche auf P13. Preining schoss im knackigen Qualifying mit einer 1:22.400 an die Spitze der Zeitenliste und konnte bis zum Ende nicht verdrängt werden. Interessant: Preinings Pole-Zeit war rund sechs Zehntelsekunden langsamer als am Samstag.
Deja-Vue in Oschersleben: Preining und Engstler in Reihe 1
Preining sorgte nicht für das einzige Deja-Vue am Sonntagmorgen: Luca Engstler (Abt-Lamborghini) schnappte sich wie am Vortag den zweiten Startplatz. Der Lamborghini-Werksfahrer stürmte in allerletzter Sekunde auf P2 und hatte 0,105 Sekunden auf den Grello-Porsche, der zu diesem Zeitpunkt bereits in der Box geparkt war. Engstler errang am Samstag seinen ersten Podestplatz in der laufenden Saison und bescherte den Äbten den zweiten Podiumserfolg.
Dahinter gelang Marco Wittmann mit Startplatz drei eine kleine Überraschung angesichts der bisher überschaubar erfolgreichen Performance des BMW M4 GT3 Evo. Der zweifache DTM-Champion schaffte eine persönliche Bestzeit von 1:22.550 Sekunden und hatte 0,150 Sekunden Abstand zu Preining.
Vorteil Wittmann: Er hat nach seinem vorzeitigen Ausfall am Samstag einen zusätzlichen frischen Reifensatz für das heutige Rennen mit zwei Boxenstopps. Nachteil Wittmann: Er leidet seit einigen Tagen an einer Magen-Darm-Erkrankung. "Aus körperlicher Sicht ist das eines meiner schwierigsten Wochenenden", sagte der BMW-Fahrer. "Ich habe ungefähr fünf Kilo verloren. Das ist nicht einfach, aber wenn in Aktion ist, kommt das Adrenalin und dann ist alles vergessen."
Van der Linde wegen Auer-Abflug enttäuscht
Während Wittmann nach einer Pleiten-Serie wieder Morgenluft schnuppert, erwischte es diesmal Teamkollege Kelvin van der Linde beim Heimspiel von Schubert-BMW. Der Deutsch-Südafrikaner musste sich mit P7 begnügen und hatte sich einiges mehr ausgerechnet. "Ich hatte eine gute Chance, vorne reinzufahren, aber ich musste meine Runde wegen Auer abbrechen, der abgeflogen war. Er macht das natürlich nicht mit Absicht, aber ich bin einfach enttäuscht."
Die Enttäuschung war auch Auer nach seinem kurzzeitigen Ausritt in die Wiese anzumerken. Dem Titelanwärter von Landgraf-Mercedes gelang im Anschluss keine schnelle Runde mehr - nur Platz 17 für Auer, der wegen einer Grid-Strafe für Ben Dörr auf P16 in der Startaufstellung aufrücken wird. "Das war ein Scheiß-Qualifying", fasste es der Österreicher zusammen.
DTM-Spitzenreiter Engel in aussichtsreicher Position
Ärgerlich obendrein aus Sicht von Auer: AMG-Markenkollege und Tabellenführer Maro Engel gelang mit P5 erneut ein gutes Qualifying und eine Ausgangslage, mit der er auf den zweiten Podestplatz in Oschersleben hoffen darf. Noch vor Engel platzierte sich Arjun Maini mit seinem Ford Mustang GT3 Evo auf Platz vier. Dem Inder war am Samstag eine Aufholjagd vom zwölften bis auf den sechsten Platz gelungen.
Für den Ford gab es über Nacht einen um 1 Millimeter größeren Restriktor, während Aston Martin, Ferrari und BMW zusätzlichen Ladedruck erhielten. Das half Titelanwärter Nicki Thiim allerdings nicht: Nur Platz 19 für den Aston-Martin-Werksfahrer, der sich am Samstag nach Start von P18 bis auf Platz zwölf gerettet hatte.
Auf den Startplätzen sechs, sieben und acht: Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini), Kelvin van der Linde und Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari). Ricardo Feller (Manthey-Porsche) und Jules Gounon komplettierten die Top-10 der Startaufstellung. Timo Glock (Dörr-McLaren) belegte den zwölften Platz, setzte sich im teaminternen Duell aber gegen Ben Dörr (P16 + 3 Strafplätze) durch.



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