Beim DTM-Rennwochenende auf dem Lausitzring mussten die fleißigen Sportkommissare reichlich Extraschichten schieben. Nach der Strafen-Orgie am späten Samstagabend, konnten die 'SpoKos' auch beim zweiten Renntag am Sonntag nicht pünktlich Feierabend machen - und verteilten eine weitere Bestrafung.
Diesmal ging es zwar nicht wie im Falle von Marco Mapellis Zeitstrafe um den Rennsieg, doch eine Entscheidung hatte Auswirklungen aufs Ergebnis sowie auf die DTM-Tabelle: Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) wurde nach dem Sonntagsrennen mit einer 5-Sekunden-Zeitstrafe belegt und fiel dadurch vom siebten bis auf den neunten Platz zurück.
Strafe wirft Kelvin van der Linde am Lausitzring zurück
Die Sportkommissare machten den BMW-Werksfahrer nach eingehender Untersuchung für eine Kollision mit Thomas Preining (Manthey-Porsche) verantwortlich. Die Szene in der Schlussviertelstunde des Rennens war im Fernsehen nicht zu sehen, aber aus dem Urteil ging hervor: "Unter Berücksichtigung der Aussagen und der festgestellten Tatsachen kamen die Sportkommissare zu dem Schluss, dass Fahrzeug #03 (Van der Linde) die Kollision mit Fahrzeug #91 (Preining) hätte vermeiden können."
Vorausgegangen war offenbar ein Duell über mehrere Kurven hinweg, bei dem zunächst van der Linde von der Strecke abkam und dann in Kurve 12 den Grello-Porsche am Heck berührte. Dadurch sei der BMW laut den Sportkommissaren vorbeigekommen, während Preining laut Urteil "mehrere Positionen verlor". Das hätte eigentlich eine Penalty Lap für van der Linde geben sollen, die nach dem Rennende stattdessen in die übliche 5-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde.
Preining überholt van der Linde in DTM-Tabelle
Van der Linde landete im finalen Ergebnis wegen der zusätzlichen Sekunden auf dem neunten Platz, blieb aber vor Preining (P10). Anders sieht es in der Meisterschaft aus: Weil van der Linde zwei Punkte verlor, rückte der Porsche-Werksfahrer vorbei und übernahm den siebten Gesamtrang. 'KvdL', der am Samstag seinen 30. Geburtstag feierte, ist jetzt Achter.
Van der Lindes spektakuläre Aufholjagd im Schluss-Stint blieb damit unbelohnt. Der Deutsch-Südafrikaner hatte sich mehrfach Zweikämpfe mit Preining geliefert, später seinen Teamkollegen Marco Wittmann überholt und kurz vor dem Ende auch noch den Mercedes von Maro Engel sehenswert kassiert. "Am Sonntag hatte Kelvin van der Linde am Ende noch deutlich frischere Reifen als Marco Wittmann und ist deshalb vorbeigekommen. Schade, dass er nachträglich noch eine 5-Sekunden-Strafe erhalten hat", sagte Teamchef Torsten Schubert.
Van der Lindes Fazit nach einem schwierigen Wochenende für BMW: "Unsere Pace war in beiden Rennen nicht da, wo wir auf dem Red Bull Ring und in Zandvoort waren. Die Hitze hat die Rennen zusätzlich hart gemacht. Aber wir haben gekämpft und in beiden Rennen wichtige Punkte geholt. Darum ging es diesmal. Jetzt freue ich mich auf den Norisring - wieder eine Strecke, die ich mit dem BMW M4 GT3 EVO neu lernen muss."
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