Nachdem mit Gary Paffett in Zandvoort ein Vertreter der Stuttgarter auf einer ausgewiesenen "Audi-Strecke" siegte, drehten die Ingolstädter jenen Spieß nun um: Trotz einer eher enttäuschenden Performance in der Super Pole entschied Mattias Ekström das Rennen für sich und düpierte damit EuroSpeedway-Rekordsieger Mercedes.
Bereits der Start war für Mattias Ekström verheißungsvoll verlaufen: Während Pole-Setter Jamie Green äußerst schwach startete und auch der viertplatzierte Mika Häkkinen zurückfiel, fuhr Ekström auf Position drei vor - hinter Heinz-Harald Frentzen und Manuel Reuter. Doch auch der nur von Platz sieben gestartete Gary Paffett fuhr während der ersten Runden zügig auf Rang vier vor, womit ein nahezu endloser Nahkampf zwischen den beiden Meisterschaftsaspiranten eingeläutet war.
Derweil hatte nicht jeder eine solch erfolgreiche Startphase zu verzeichnen: Mit Marcel Fässler hatte sich bei Kollisionen mit Audi-Pilot Rinaldo Capello sowie C-Klasse-Fahrer Stefan Mücke einer der vier Opel seiner Chancen entledigt. An der beeindruckenden Vorstellung der Opel änderte dies nichts: Frentzen und Reuter führten ungefährdet vor Mattias Ekström, der seinerseits mit einem hin und wieder aus dem Windschatten tretenden Gary Paffett zu kämpfen hatte.
An der Rangfolge der Meisterschaftsrivalen vermochten die ersten Boxenstopps nicht zu ändern: Auch nachdem sowohl Ekström als auch Paffett in Runde sechs in die Boxengasse eingebogen waren, behielt der Schwede die Oberhand. In Führung lagen weiterhin die beiden Opel - zu lange, wie sich später herausstellte. Mit Laurent Aiello, der sich mittlerweile in die Spitzengruppe gekämpft hatte, ging der erste Opel erst in Runde 15 in die Box, in Runde 19 stattete Reuter als letzter Opel-Fahrer seiner Boxencrew einen Besuch ab. So war Opel bereits aus dem Kampf um den Sieg ausgeschieden: Mattias Ekström, Gary Paffett und Tom Krisentensen hatten sich mit neuer Bereifung einen komfortablen Vorsprung erarbeitet.
Das packende Duell zwischen Ekström und Paffett, teilweise auch mit Beteiligung Tom Kristensens, setzte sich derweil weiter fort: Zwar versuchte der Brite Runde für Runde, auf der Start-/Ziel-Geraden den Windschatten Ekströms auszunutzen - zu einem Überholmanöver reichte es allerdings nicht. Die zweiten Boxenstopps der Favoriten standen bereits in Runde 22 bzw. 23 an: Nachdem Mattias Ekström sowie Tom Kristensen den Anfang machten, war eine Runde später vor den Mercedes-Boxen ein ebenso fehlerloser Stopp bei Gary Paffett zu verfolgen. Einen allzu offensichtlichen Fehler bot Paffett selbst allerdings im Folgenden an der Boxenausfahrt dar: Erneut hatte der Brite die weiße Linie an der Boxenausfahrt übertreten - diesmal überraschenderweise ohne Bestrafung.
So blieb dem Zuschauer auch weiterhin der Nahkampf der beiden Titelanwärter erhalten, an dessen Ausgang sich allerdings nichts mehr änderte. Auch der dritte Platz Tom Kristensen sowie die vierten bis sechsten Plätze Laurent Aiellos, Manuel Reuters sowie Heinz-Harald Frentzens schienen nach dem zweiten Boxenstopps zementiert, woran lediglich Jean Alesi rüttelte: Vier Runden vor Schluss kam es zur Kollsion zwischen Frentzen und Alesi - Durchfahrtsstrafe für den Franzosen, eine verlorene Position für den Mönchengladbacher.
Schließlich überquerte Mattias Ekström vor Gary Paffett als Erster die Ziellinie. Der Schwede setzte sich - erschwert durch eine defekte Servolenkung - nahezu über das ganze Rennen hinweg gegen den drängelnden Paffett zur Wehr und entschied so ein hochklassiges wie faires Duell der Titelrivalen für sich. Während Tom Kristensen mit Rang drei seinen dritten Meisterschaftsrang festigte, blieben Opel nur die undankbaren vierten, fünften und fünften Plätze für Aiello, Reuter und Frentzen: Infolge der bei weitem zu späten ersten Boxenstopps war die überzeugende - und möglichweise sogar siegfähige - Performance der Opel nicht optimal genutzt worden. Das Mercedes-Ergebnis komplettierten Jahreswagenpilot Bruno Spengler auf Rang sechs sowie Jean Alesi auf Position acht.
Hinter Gary Paffetts zweitem Rang steht unterdessen noch ein Fragezeichen: So zieht Audi in Erwägung, nachträglich die Bestrafung des paffettschen Boxenausfahrtsfehler zu fordern. Wie 2004 freute sich Paffett somit möglicherweise zu früh über einen Platz auf dem Lausitzer Siegerpodest.

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