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DTM-Zukunft nach 2020 - Eng: Überleben wäre das Wichtigste

Eine Motorsportwelt ohne die DTM? Dieses Szenario bleibt eine Möglichkeit. Werksfahrer wie Philipp Eng oder Jamie Green hoffen auf eine Fortführung.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Fünf Tage vor dem ersten Rennen der Corona-Saison 2020 ist die Zukunft der DTM noch immer ungewiss. Über dem verspäteten Saisonauftakt in Spa-Francorchamps (01./02. August, 13:30 Uhr live bei Sat.1) schwebt die Frage: GT3-Zukunft oder Feierabend? DTM-Boss Gerhard Berger hatte zuletzt in der Öffentlichkeit beide Möglichkeiten ins Spiel gebracht.

"Die DTM nicht mehr auf diesem Planeten zu haben, kann ich mir einfach nicht vorstellen", hofft BMW-Werksfahrer Philipp Eng auf eine Fortführung der traditionsreichen Tourenwagenserie mit mehr als 30 Jahren Geschichte. "Wir können uns nur alle wünschen, dass es - in welcher Form auch immer, ob mit GT-Autos oder etwas anderem - weitergeht. Das wäre das Wichtigste."

Ähnlich sieht es Jamie Green, der mit 193 Rennen seit 2005 zu den absoluten Veteranen der DTM zählt. Der Brite in Diensten von Audi hat quasi seine gesamte Karriere im Umfeld der DTM verbracht, vor seinem Aufstieg trat er in der Formel 3 Euroserie an und empfahl sich mit dem Titelgewinn 2004 für den nächsten Schritt.

"Das Wichtigste ist, die Meisterschaft am Leben zu halten", hofft der 38-Jährige. "Wenn GT-Autos die beste Option sind für Teams und Fahrer, um weitermachen zu können, dann wäre das ein Ziel. Dann kann ich sehen, dass GT-Autos Sinn ergeben würden. Die sind nicht so schnell wie DTM-Boliden, aber günstiger im Aufbau und Einsatz. Vielleicht ist das die Antwort. Sie klingen gut, sehen gut aus, sind in den Kurven aber nicht so schnell wie DTM-Autos."

Mit einem einfachen Wechsel der Fahrzeugkategorie wäre es angesichts des bevorstehenden Werksausstieges von Audi aber vermutlich nicht getan. In der deutschen Szene mehren sich die Zweifel, ob eine DTM mit Profi-Teams und Werksfahrern überhaupt finanzierbar wäre. Die GT3-Kategorie finanziert sich als Kundensportprogramm schließlich seit vielen Jahren über gut betuchte Amateurfahrer, die Profis auf dem selben Auto mitfinanzieren.

Dass der Motorsport aktuell nicht nur wegen der Corona-Krise schwere Zeiten durchlebt und damit vor allem schwächelnde Serien wie die DTM konfrontiert sind, weiß auch Green: "Es gibt viele Fragezeichen über dem Motorsport und der Mobilität insgesamt. Die Menschen sind nicht mehr so fasziniert von Autos wie vor 20 Jahren. Es sind sehr herausfordernde Zeiten für den Sport und schwer vorherzusagen."


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