Als Favorit reiste man nach Zandvoort, als Favorit für das morgige Qualifying beendete man den Testfreitag. Mit einer dominanten Vorstellung im ersten Test sowie einer überzeugenden im zweiten Test vermochte Audi die Erwartungen voll und ganz zu erfüllen und hielt die Konkurrenz auf Distanz.
Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullricht übt sich dennoch in Bescheidenheit. "Alle wissen, dass die Reihenfolge am Freitag nicht wichtig ist. Entscheidend ist, dass wir mit allen Autos ein gutes Programm abgearbeitet haben und wir damit für Samstag recht gut gerüstet sein sollten", gab der Österreicher zu Protokoll und die äußeren Einflüsse zu bedenken: "Auf Grund der steigenden Temperaturen hat sich der Grip im Laufe des Tages heute sehr stark verändert. Man muss die Daten in Ruhe analysieren, damit man sie auch bewerten kann."
Abt
Für Abt begann das aktuelle Wochenende verheißungsvoll - Bestzeiten in beiden Trainings scheinen die gute Eignung des aktuellen A4 DTM für den Dünenkurs in Zandvoort zu belegen. Doch während Mattias Ekström und Tom Kristensen jeweils mit den Rängen eins und vier konstant an der Spitze aufzufinden waren, tun sich Martin Tomczyk und Allan McNish noch eher schwer.
Dass McNish mit Handlingproblemen zu kämpfen hatte und sich Tomczyk im Abstimmungslabyrinth vorübergehend verirrte, stellt zwar eine geschlossen gute Abt-Mannschaftsleistung beim morgigen Qualifying noch etwas in Frage, täuscht aber nicht über das Potenzial ihres Dienstwagens hinweg.
Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline #1)
1. Platz / 4. Platz, 1.34,464 Min.
"Das war ein guter Tag. Wir haben heute einige Dinge ausprobiert, die recht gut zu funktionieren schienen. Ich freue mich schon sehr auf morgen, wenn wir im Qualifying sehen werden, wie schnell wir hier wirklich sein können."

Martin Tomczyk (Audi Sport Team Abt Sportsline #2)
19. Platz / 12. Platz, 1.35,026 Min.
"Im ersten Test bin ich nicht zurecht gekommen. Der zweite Test fing gut an, nachdem wir viel am Auto geändert haben. Später haben wir noch etwas ausprobiert, das nicht optimal funktioniert hat. Dafür wissen wir jetzt, mit welchem Set-up wir morgen starten. Und ich weiß genau, wo noch einige Zehntel liegen. Deshalb glaube ich, dass wir für das Qualifying ganz gut aussortiert sind."
Tom Kristensen (Audi Sport Team Abt #5)
4. Platz / 1. Platz, 1.34,539 Min.
"Wir haben heute mehr Dinge an unserem A4 ausprobiert als sonst an einem Freitag. Zandvoort ist eine besondere Strecke, auf der es schwierig ist, überall zufrieden zu sein. Wir haben noch etwas mehr Arbeit vor uns. Ich bin zufrieden, wie im Vorjahr am Freitag eine Bestzeit erzielt zu haben. Ich möchte dieses Mal aber das ganze Wochenende besser sein als im vergangenen Jahr."
Allan McNish (Audi Sport Team Abt #6)
5. Platz / 17. Platz, 1.35,241 Min.
"Die Strecke ist schön, sehr schnell und flüssig und hat eine Menge Charakter. Sie ist technisch sehr anspruchsvoll für den Fahrer, aber vor allem für das Auto. Wir haben heute mit zu starkem Übersteuern gekämpft. Darüber werden wir heute Nacht nachdenken."
Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline)
"Wie immer am Freitag haben wir sehr viele Daten gesammelt. Wir haben gesehen, dass wir vorne dabei sind. Aber wir haben auch gesehen, dass es wieder sehr eng zugeht. Jetzt müssen wir das Beste daraus machen - hier entscheiden Zehntel."
Joest
Wie bereits im vergangenen Jahr scheint der winklige Kurs an der Nordsee wie für den A4 des Jahrgangs 2004 gemacht; nach wie vor harmoniert das abtriebsstarke Siegerauto des Vorjahres hervorragend mit der Strecke. Dass man so fünf von acht möglichen Top-Ten-Plätzen eroberte und sich stärker als die Jahreswagen-Konkurrenz der Mercedes-Teams Mücke und Persson präsentierte, konnte somit kaum verwundern.
Während Christian Abt sich wie gewohnt als konstantester Joest-Pilot zeigte und auch Frank Stippler sowie Rinaldo Capello das Potenzial des A4 aufblitzen ließen, lief es lediglich bei Pierre Kaffer in beiden Trainingssitzungen nicht rund. Angesichts der Leistungen seiner Teamkollegen tut dies seiner Zufriedenheit keinen Abbruch:
Christian Abt (Audi Sport Team Joest Racing #14)
6. Platz / 6. Platz, 1.34,749 Min.
"Die Strecke verändert sich wegen des Sandes ständig. Das ist normal in Zandvoort. Etwas ärgerlich war, dass in meiner schnellen Runde am Nachmittag in der Tarzankurve Wasser über die Strecke lief. Da habe ich ziemlich viel Zeit liegen lassen. Aber ich freue mich schon auf morgen, denn das Auto geht richtig gut."

Pierre Kaffer (Audi Sport Team Joest Racing #15)
16. Platz / 18. Platz, 1.35,406 Min.
"Auch wenn das Ergebnis ähnlich ist wie bei den letzten Rennen, bin ich doch recht zufrieden. Ich weiß, dass es um einiges schneller hätten gehen können. Leider hatte ich in meiner schnellen Runde auf neuen Reifen einen Dreher. Aber das Potenzial ist da, deshalb bin ich zuversichtlich für morgen."
Rinaldo Capello (Audi Sport Team Joest #18)
7. Platz / 19. Platz, 1.35,456 Min.
"Heute vormittag war ich mit dem Auto zufrieden. Im zweiten Test war es etwas nervöser. Mit neuen Reifen hat es zu sehr untersteuert. Außerdem war in Kurve drei plötzlich Wasser auf der Strecke. Ich lerne den Kurs noch, der wirklich schön ist. Er erinnert mich an einige Rennstrecken in Amerika."
Frank Stippler (Audi Sport Team Joest #19)
3. Platz / 10. Platz, 1.34,821 Min.
"Es lief heute gut, ich war in beiden Tests unter den besten Zehn. Dabei hatte ich am Nachmittag etwas Pech, weil Jamie Green im Kies war und vor meiner schnellen Runde die Bahn verschmutzt hat. Heute hätte es für die Super Pole gereicht, vielleicht können wir auch morgen an den Top Ten knabbern. Man weiß das in der DTM allerdings nie..."
Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest)
"Wir haben alles abgearbeitet, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben ein gutes Setup gefunden, mit dem alle vier Fahrer gut klar kommen. Frank und Christian sind ziemlich dicht an der Spitze dran. Wenn man sieht, wie eng das Feld zusammen liegt, ist morgen alles möglich - auch mit unseren Vorjahresautos."

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