DTM

DTM Misano: Müller siegt - Wittmann flucht nach Crash-Aus

Nico Müller gewinnt ein aufreibendes Sonntagsrennen der DTM in Misano. Marco Wittmann ärgert sich über Audi. Gaststarter Andrea Dovizioso fabriziert Dreher.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Was für ein Sonntags-Kracher der DTM in Misano! Nico Müller bescherte Audi in einem spektakulären Lauf mit einigen Zwischenfällen den ersten Sieg an diesem Wochenende.

Das Samstagsrennen gewann Marco Wittmann für BMW. Am Sonntag fiel der zweifache DTM-Champion in Folge einer frühen Rangelei mit dem Audi-Duo Rene Rast und Jonathan Aberdein vorzeitig aus - und das in seinem 100. DTM-Rennen. Dieses Schicksal erlitt auch BMW-Kollege Timo Glock, der seinerseits im 100. Rennen wegen eines technischen Problems nicht die Ziellinie sah.

Für BMW holte am Sonntag stattdessen Philipp Eng die Kohlen aus dem Feuer. Der Österreicher fuhr hinter Müller auf den zweiten Platz und erzielte seine dritte Podiumsplatzierung in der laufenden Saison.

Rast komplettierte das Podium als Dritter und feierte seinen zweiten Podestplatz nach P2 am Vortag. Der Audi-Star führte das Rennen von der Pole Position - seiner zweiten in Misano - an und lieferte sich ein hartes Duell mit Titelrivale Wittmann. Während der BMW-Fahrer ausfiel, konnte Rast die Fahrt fortsetzen. Wenig später zwang ihn allerdings ein Reifenschaden früher als geplant an die Box.

Robin Frijns fuhr im sechsten Saisonrennen auf den vierten Platz. Ein hartes Stück Arbeit für den Audi-Fahrer, nachdem er zuvor von Markenkollege Loic Duval auf der Strecke gerammt und dadurch gedreht worden war. Duval kassierte nach dem Podestplatz am Samstag eine Durchfahrtsstrafe und fiel aus den Punkterängen.

Die beiden Audi-Rookies Pietro Fittipaldi (als Ersatz für Jamie Green im Rosberg-Audi) und Jonathan Aberdein überquerten die Ziellinie nach zuvor starken Leistungen im Qualifying auf den Positionen fünf und sechs. Damit erreichten fünf Rennwagen aus Ingolstadt die Top-6. Im Qualifying zuvor hatten fünf Audis die ersten fünf Positionen belegt.

Das BMW-Duo Joel Eriksson und Shedon van der Linde komplettierten die Top-8. Gaststarter Andrea Dovizioso beendete sein zweites DTM-Rennen in Misano auf dem 15. Platz. Nach Platz 12 am Vortag leistete sich der MotoGP-Star im WRT-Audi diesmal einen Dreher im Rennen.

Nicht weniger spektakulär: Valentino Rossi kündigte vor dem Sonntags-Rennen in Misano bei Sat.1 an, dass er in naher Zukunft einen Gaststart in der DTM absolvieren wird.

Müller, Eng, Rast: Stimmen vom Podium

Nico Müller, Sieger: "Einfach genial! Wir haben extrem hart für den Sieg gearbeitet. Die neuen Autos sind super schön zu fahren, aber für die Mechaniker auch jede Menge Arbeit. Die Jungs haben sich das verdient - und ich glaube, ich mir auch. Der Samstag hätte besser laufen können, denn wir streben immer nach Perfektion. Die gibt's selten. Der Sieg tut aus diesem Grund richtig, richtig gut."

Philipp Eng, 2. Platz: "Von Platz neun startend darf man in der DTM nicht davon ausgehen, auf das Podium zu fahren. Ich muss mich heute vor meinem Team verneigen, das einen herausragenden Job gemacht hat. Ich habe heute versucht, die Reifen in dieser Hitze über die Distanz zu bringen - das ist mir gut gelungen. Die Punkte sind natürlich Gold wert."

Rene Rast, 3. Platz: "Ich hatte keinen guten Start, dazu einige Berührungen in der ersten Runde. Dann später der Reifenschaden - gut gelaufen ist es heute nicht. Platz drei ist daher ein richtig gutes Ergebnis. Im Team Rosberg sind wir ein eingespieltes Team, wo jeder weiß, was er tut. Wir hätten heute zusammen mehr erreichen können. Aber ich bin nicht unzufrieden."

Und Andrea Dovizioso, 15. Platz: "Ich habe das Wochenende in der DTM richtig genossen. Die Autos sind schön zu fahren. Sie haben jede Menge Leistung, Tempo und Abtrieb. Aber auf diesem fahrerischen Niveau mitzuhalten, ist schwierig. Alles in allem aber eine tolle Erfahrung."

DTM Misano: So lief das Sonntagsrennen

Der Start: Spektakel in den ersten Kurven! Pole-Setter Rene Rast erwischte keinen optimalen Start, seine Audi-Kollegen Robin Frijns und Nico Müller schlüpften durch. Dann kam es durch die ersten Kurven hindurch zum direkten Duell zwischen Rast und Marco Wittmann, in das sich auch noch Rookie Jonathan Aberdein einmischte. Der Audi-Youngster erwischte Wittmanns BMW und schob ihn von der Strecke. Das Aus für den Samstags-Sieger! "Verdammte Hölle, was für ein Idiot", regte sich Wittmann am Teamfunk auf. Er konnte das Rennen nicht fortsetzen.

Die Zwischenfälle: Timo Glock steuerte in der 5. Runde die Box an und alles deutete auf einen technischen Ausfall hin. Tatsächlich konnte der BMW-Pilot in seinem 100. Rennen wenige Minuten später aber wieder rausfahren und das Rennen fortsetzen. Doch im späteren Verlauf des Rennens traten wieder Probleme mit dem Getriebe auf - Schluss für Glock.

Audi-Ärger dann in Runde 12! Loic Duval rammte Markenkollege Robin Frijns beim Kampf um den zweiten Platz und drehte den Niederländer auf der Strecke. Duval konnte die Fahrt auf Platz drei hinter Rast und Müller fortsetzen, Frijns fiel auf P7 zurück. Wenig später kassierte der Franzose eine Durchfahrtsstrafe für den Vorfall.

In Runde 15 verlor plötzlich Rast die Führung! Der doppelte Pole-Setter humpelte mit einem Reifenschaden an die Box und musste neue Pneus aufziehen lassen. Eine Folge des frühen Duells mit Marco Wittmann? Rast ließ die Reifen wechseln und arbeitete sich auf den dritten Platz zurück.

Andrea Dovizioso sorgte acht Minuten vor Rennende für Action, als der auf P13 liegend auf den Kerbs das Heck verlor und sich mehrfach drehte. "Alles okay", funkte der Italiener kurz und knapp an den WRT-Kommandostand und ordnete sich auf Platz 15 wieder ein.

Die Ausfälle: "Verdammter Idiot!" Marco Wittmann war nach dem frühen Ausfall in seinem 100. DTM-Rennen mächtig angefressen. Zunächst regte sich der BMW-Pilot über Rene Rast auf und machte eine deutliche Geste mit der Hand, tatsächlich wurde er aber von Audi-Rookie Jonathan Aberdein erwischt. Wittmann wenig später: "Es kann immer zu einem Lackaustausch kommen. Aber der Schlag war so hart, das war over the top."

Paul Di Resta erwischte es als nächsten Fahrer, wenn auch ohne gegnerischen Kontakt. Der Aston-Martin-Fahrer rollte in der 8. Runde mit einem Defekt aus und stellte seinen Boliden am Streckenrand ab.


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