Jean Alesis DTM-Karriere begann mit einem Paukenschlag. Bereits bei seinem ersten Rennen in Hockenheim 2002 überquerte Alesi als erfolgreichster Mercedes-Pilot die Ziellinie und feierte seinen ersten Podestplatz. Wenige Wochen später in Donington folgte der erste DTM-Sieg - wohlgemerkt in einer Saison, während derer die Abt-Audi TT-R insbesondere in der ersten Saisonhälfte den Ton angaben.

Dem furiosen Einstand schloss sich bislang allerdings noch keine längere Serie an Podestplatzierungen und Siegen an, derer es bedarf, um im Kampf um den Titel ein gewichtiges Wort mitzureden. Insbesondere während der letzten Saison ließ der Franzose die nötige Konstanz vermissen, was während der Winterpause bereits Spekulationen über ein vorzeitiges Ende seiner DTM-Karriere in einem aktuellen Mercedes-Boliden anheizte.

Die Saison 2005 begann dagegen viel versprechend. Mit einem Sieg beim Saisonauftakt ließ der mittlerweile vierfache DTM-Rennsieger sein Potenzial aufblitzen; im Folgenden fehlte allerdings erneut sowohl das letzte Quäntchen Glück, wie zuletzt auf dem Norisring, als auch die Beständigkeit. An seinem großen Ziel hält Alesi dennoch fest: "Solange ich Rennfahrer bin, will ich gewinnen. Und den Titel holen. Hier in der DTM. Ich habe einen Vertrag auch für nächste Saison. Und wenn nichts schief läuft, werde ich den erfüllen", bekundete Alesi gegenüber DTM Magazin.

Dem Sieger des Formel-1-Grand-Prix von Kanada 1995 läuft allerdings die Zeit davon: Schon jetzt ist Alesi mit seinen 41 Jahren der zweitälteste Fahrer im DTM-Fahrerkader. Ob der besagten Erfüllung des bestehenden Vertrags somit eine Verlängerung für ein sechstes DTM-Jahr folgen wird, ist somit eher fraglich. Was Alesi allerdings nicht daran hindert, sich Gedanken über die Zukunft der DTM zu machen: "Unsere Meisterschaft ist so stark, aber auf der anderen Seite verletzlich, weil nur drei Hersteller sich engagieren", gibt Alesi zu bedenken. "Ich frage mich allen Ernstes: Warum? Wieso kommen nicht weitere Hersteller in die DTM, eine der besten Rennserien der Welt? Das ist schade."

Die Vorzüge der Deutschen Tourenwagen Masters, auch im Vergleich zur Formel 1, hat der Franzose sizilianischer Abstammung dabei während der letzten Jahre zu schätzen gelernt: "Da sind eine Menge guter Fahrer in der Formel 1, die darunter leiden, dass sie in einem schlechten Auto sitzen. In der DTM ist das anders. Siehe Mika Häkkinen: Wenn man als Fahrer konkurrenzfähig ist und das Talent mitbringt, kann man in der DTM ganz vorne mitfahren."