DTM

Das Audi-Team Phoenix erlebt vor dem DTM-Heimspiel am Nürburgring eine Krise

Phoenix erlebt sein schlechtestes Jahr in der DTM. Nun steht das Heimspiel am Nürburgring an. Doch eine Lösung der Probleme wurde noch nicht gefunden.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Acht Punkte - mehr weist das Punktekonto des Phoenix-Teams in der Saison 2016 noch nicht auf. Damit liegt das Team von Ernst Moser abgeschlagen auf dem letzten Platz der Teamwertung. Timo Scheider konnte zuletzt bei schwierigen Bedingungen in Moskau erstmals seit dem Red Bull Ring wieder Zählbares einfahren. Platz neun am Samstag bedeutete das beste Saisonergebnis für den zweifachen Champion. Mike Rockenfeller steht aktuell mit fünf Punkten zwar vor seinem Teamkollegen. Doch seit dem DTM-Lauf in Österreich wartet der Meister von 2013 komplett auf Punkte.

Es droht das schlechteste Gesamtergebnis der Teamgeschichte. Noch nie seit dem DTM-Debüt im Jahr 2000 - damals noch als Einsatzteam von Opel - beendete Phoenix die Saison auf dem letzten Platz. Doch angesichts eines Rückstandes von bereits 21 Punkten auf das BMW-Team Schnitzer scheint dieses Szenario unausweichlich. Und ausgerechnet nun wartet das Heimspiel am Nürburgring, wo der Rennstall seinen Sitz hat.

Im Jahr 2000 stieg Phoenix als Opel-Einsatzteam in die DTM ein - Foto: Sutton

Problem bekannt, aber nicht die Ursache

"Die letztendliche Erklärung fehlt uns leider Gottes wirklich", gibt Timo Scheider angesichts der Resultate zu. "Wir sind gemeinsam - das gesamte Team - härter denn je mit der Analyse und Suche der Problematik beschäftigt", stellt er klar.

Wir bekommen den Grip im Qualifying nicht generiert.
Timo Scheider

Woran es hakt, wird schnell klar. Im Qualifying läuft nichts zusammen. Im Rennen ist es in einem derart ausgeglichenen Feld dann meistens unmöglich, nach vorne zu kommen. Nur die Ursache für die Probleme ist unklar. Im Vergleich mit den anderen Audi-Boliden seien die Setups gar nicht so unterschiedlich, manchmal auch identisch, wie Scheider berichtet. "Aber trotz allem fällt auf, dass wir den Grip, um die maximale Performance im Qualifying umzusetzen, oftmals nicht generiert bekommen. Warum das so ist, das ist momentan unser großes Fragezeichen", erklärt der 37-Jährige.

Abgesehen vom verregneten und chaotischen ersten Qualifying in Moskau, als Scheider auf Startplatz sieben fuhr, reichte es für ihn in dieser Saison bestenfalls zu Position 13, herausgefahren in Zandvoort. In den Rennen geht es dann sukzessive vorwärts, doch für Punkte reichte es nur in zwei der bisherigen zwölf Rennen. Etwas besser sieht die Bilanz bei Mike Rockenfeller aus. Der 32-Jährige nahm bislang bereits viermal ein Rennen aus den Top-10 auf, doch fehlte ihm oftmals auch das nötige Rennglück. Am Sonntag am Lausitzring ging es von Startplatz vier auf Rang 17 zurück, am Norisring in Rennen eins purzelte er von Rang neun auf Platz 18. Seither aber ging schon im Qualifying gar nichts mehr. 17, 17, 18, 23 und 20 lauteten die vernichtenden Resultate.

Am Lausitzring verpasste Mike Rockenfeller eine gute Chance auf ein starkes Ergebnis - Foto: Simninja Photodesignagentur

Rockenfeller arbeitet am Fahrstil

"Man tut sich immer leicht, ich auch, und schert die ganze Saison über einen Kamm", will sich Rockenfeller auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com nicht die gesamte Saison schlecht reden lassen. "Man muss sich da Rennen für Rennen anschauen, Quali für Quali. Aber es ist offensichtlich, dass ich nicht so gut klarkomme", gibt er zu. Gegenmaßnahmen, um das Ruder herumzureißen, laufen bereits seit längerem. "Ich versuche, auch an meinem Fahrstil zu arbeiten, weil ich vielleicht mit diesem Reifen einfach nicht so gut zurechtkomme. Anders als zum Beispiel Jamie [Green; Anm. d. Red.], der das seit zwei, drei Jahren sehr gut kann. Die Kombination aus Setup und Fahrstil passt momentan nicht", erläutert Rockenfeller.

Einen Fehler am Auto haben wir nicht gefunden, definitiv.
Mike Rockenfeller

Ausschließen kann man bei Phoenix ein generelles Problem am Boliden. Eine entsprechende Suche blieb ohne Erkenntnisse. "Nein. Also einen Fehler am Auto haben wir nicht gefunden, definitiv", stellt er klar. "Dementsprechend muss das aus dem Kopf und wir müssen weiterschauen, warum wir uns als Team Phoenix in diesem Jahr bislang so schwer tun." Noch drei Veranstaltungen inklusive des Heimspiels am kommenden Wochenende verbleiben in dieser Saison. Sechs Rennen, in den Rockenfeller alles geben will. "Ich bin motiviert, ich will alles geben, egal wo ich liege. Es sind noch sechs Rennen, drei Veranstaltungen. Und dann schauen wir, was nächstes Jahr möglich ist", gibt er sich kämpferisch.


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