DTM

Kommunikationsabläufe zu langsam - Fehleranalyse bei Audi

Audi ließ in Hockenheim viele Punkte liegen. Timo Scheider kam in der Safety-Car-Phase nicht sofort rein und fiel zurück. Ullrich und Gass fordern Aufklärung.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Dr. Wolfgang Ullrich gestand in Hockenheim die Niederlage gegen BMW ein und hatte den Schuldigen schnell ausgemacht: "Ich möchte BMW gratulieren, die haben heute einen perfekten Job gemacht. Das hatten wir gestern zumindest bei Timo, aber heute können wir mit dem Resultat nicht zufrieden sein. Wir hätten das Safety Car heute definitiv nicht gebraucht. Wir sind einfach zu langsam in der Reaktion gewesen." Warum BMW in der Lage war, Farfus reinzuholen, Audi aber bei Scheider zu lange gebraucht hat, gelte es jetzt zu analysieren, fügte er hinzu.

Wenn man heute unsere Autos durchgeht, ist keines ganz ohne Probleme über die Runden gekommen.
Dieter Gass

Deutlicher formulierte es Dieter Gass, der die DTM-Aktivitäten von Audi leitet: "Das war ein enttäuschender Saisonauftakt für Audi. Besonders ärgerlich war, dass wir Timo nicht gleich in der ersten Runde des Safety-Cars an die Box geholt haben, was ihn um ein mögliches Podiumsergebnis gebracht hat." Wo man gestern alles richtig gemacht hatte, habe man ihn heute hängen lassen. "Dass er von Platz 18 mit starken Zeiten noch bis auf Rang sechs nach vorne fahren konnte, zeigt, dass heute mehr möglich gewesen wäre", nahm er seinen Fahrer in Schutz. Auch Ullrich lobte die Performance des Ex-Champions: "Er war auf dem Option-Reifen am Ende sehr konkurrenzfähig."

Gass hatte aber noch mehr zu bemängeln: "Wenn man heute unsere Autos durchgeht, ist keines ganz ohne Probleme über die Runden gekommen: Dass bei Mattias [Ekström] die Haube wegfliegt, Molina den Reifenschaden hat, Edos [Edoardo Mortara] Ausfall oder Tambay mit dem Feuer: Man kann die Liste fast endlos fortführen." Zu den gemachten Fehlern sei dann auch noch Pech hinzugekommen, wodurch es schwierig gewesen sei, das entsprechende Ergebnis zu holen. Dass es wenig Zeit zur Vorbereitung gab, da die Freitagstrainings gestrichen wurden, wollte er nicht gelten lassen: "Das ist für alle gleich. Die anderen haben es einfach besser gemacht."

Doch es besteht auch Grund zur Hoffnung: "Ab der zweiten Rennhälfte hatte Timo einen unglaublichen Speed auf dem Option-Reifen. Wir müssen nach vorn schauen und auf dieser Performance aufbauen." Natürlich wäre es schöner gewesen, noch mehr Runden das DRS nutzen zu können, gab er augenzwinkernd zu.


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