Neben dem neuen Curb in Kurve vier hat der Nürburgring eine weitere Änderung in dieser Saison zu vermelden: Die DTM-Piloten starten genau 238,9 Meter dichter an der ersten Kurve als noch im Vorjahr. Dadurch sollen die Zuschauer auf der Haupttribüne besser in die Startaufstellung gucken können. Doch was bedeutet diese Veränderung für die Piloten?
Der Gesamtführende Bruno Spengler hat die Bedeutung der Verlegung am besten erkannt. "Wer beim Start nicht optimal weg kommt, verliert viel weniger als sonst", lautete das Fazit des Kanadiers. "Das macht schon einen Unterschied." Für das Rennen am Sonntag darf man also gespannt sein, wer von der neuen Startlinie am meisten profitiert.

Eine ähnliche Ansicht vertritt Audi-Pilot Mike Rockenfeller, auch wenn er den Unterschied nicht für allzu erheblich hält. "Ich finde das grundsätzlich ganz gut. Man ist schneller an der ersten Kurve, dadurch verliert man bei einem schlechten Start weniger Plätze, kann bei einem guten Start aber auch weniger Positionen gut machen", so der Deutsche. "Von daher macht das eigentlich keinen großen Unterschied. Man kommt etwas langsamer an, aber das ist nicht bedeutend. Ich mache mir da keine Gedanken". Für den Start versucht Rockenfeller hauptsächlich Positionen gutzumachen und heil durch die erste Kurve zu kommen.
Für David Coulthard wird die neue Startlinie eine Umstellung werden. Er kennt die alten Startplätze aus Formel 1 und DTM bestens und muss sich nun an die neuen Positionen gewöhnen. "Das bedeutet, dass man mit weniger Geschwindigkeit in die erste Kurve einbiegt", erklärt der Schotte. "Das könnte eine schöne Begebenheit sein, aber es ist ohnehin für jeden das Gleiche. Es ist für alle neu."
Vietoris im Vorteil
Zustimmung findet die Verlegung der Startlinie auch bei Susie Stoddart. "Ich denke, dass es viel besser wird", so die Schottin. "Letztes Jahr habe ich dort einen großen Fehler gemacht. Die erste Kurve ist nicht so einfach zu fahren, aber mit der späteren Startlinie ist nun alles sicherer und besser." Von Startplatz 14 erhofft sich die Mercedes-Pilotin schon beim Start einen kleinen Sprung nach vorne.
Einen besonderen Vorteil darf Mercedes-Pilot Christian Vietoris genießen. Er kennt die verkürzte Anfahrt zur ersten Kurve bereits aus seinem Auftritt mit der GP2 im Rahmen der Formel 1 vor zwei Wochen. "Ich weiß auf welcher Seite ich mich einordnen muss, um keine Position zu verlieren", erklärt Vietoris. "Wenn ich morgen beim Start dann keinen Platz verlieren würde, dann wäre das schonmal ganz in Ordnung."
Wie sich der neue Start in Praxis auswirkt, werden die 18 Fahrerinnen und Fahrer aber erst im Rennen feststellen können. In der Formel 1 ist die Veränderung der Startlinie jedenfalls kaum jemandem aufgefallen - außer vielleicht den Zuschauern auf der Haupttribüne...

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