Auch wenn sein Endergebnis nicht gerade berauschend war: Auf dem Norisring blickten während des Rennens immer wieder viele Augen auf David Coulthard. Das mag nicht unbedingt mit seiner Leistung oder seinem Namen zu tun gehabt haben, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass er über die Hälfte des Rennens ohne Fahrertür bestritt.

"Ich habe vermutlich den gesamten Norisring-Dreck in meinen Augen", sagte Coulthard nach dem wohl anstrengendsten Rennen seiner noch jungen DTM-Karriere. "Vor allem im Verkehr war es richtig schlimm." Auf die Idee sein Visier zu schließen, sei Coulthard allerdings nicht gekommen - dazu sei er viel zu fokussiert gewesen.

Aus aerodynamischer Sicht sei der unfreiwillige Umbau der C-Klasse natürlich nicht hilfreich gewesen, gerade im Schöller-S hatte Coulthard immer wieder Probleme und musste Kompromisse bei der Linienwahl eingehen. "Auf der Bremse war es kein Problem. Für mich war es toll, das Rennen trotzdem noch zu beenden - und die anderen Fahrer hatten es sicher etwas wärmer im Auto."

Wie kam es eigentlich zu dem Tür-Verlust? Noch vor dem ersten Boxenstopp überholte Coulthard den vor ihm fahrenden Markus Winkelhock mit einem gewagten Manöver. "Als er gebremst hat stand ich noch voll auf dem Gas. In einer solchen Situation fahre ich entweder daneben oder ihn sein Heck. Hätte er nicht die Tür aufgelassen, hätte ich wie ein Idiot ausgesehen."

Der Start war eine Steigerung

David Coulthard erhielt besondere Einblicke, Foto: Sutton
David Coulthard erhielt besondere Einblicke, Foto: Sutton

Der Idiot war letztlich Winkelhock, der in der Dutzendteich-Kehre einen Konter starten wollte. "Tomczyk war schneller und hat mich überholt. Ich war etwas weiter außen und Winkelhock wollte die Lücke nutzen, da hat es gekracht. Es war ein wirklich harter Treffer gegen die Tür."

Generell musste Coulthard festhalten, dass er sich immer wohler im Auto fühlt, auch ohne Tür. Auch die Start klappen jetzt immer besser: "Bei den ersten Rennen hatte ich wirklich schlechte Starts. Heute ist mir ein durchschnittlicher gelungen, es ist also eine Steigerung erkennbar."