In den vergangenen Tagen kannte die Motorsportwelt nur ein Thema: Die Kollision zwischen den beiden Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber beim Formel 1-Grand Prix in Istanbul. Keiner der zwei Red Bull-Piloten wollte die Schuld auf sich nehmen, im Team scheint eine kleine Eiszeit zu herrschen, zumal beide Fahrer um die Weltmeisterschaft fahren.

Auch in der DTM gibt es zwei Fahrer, die gemeinsam für ein Team und mit dem Hauptsponsor Red Bull an den Start gehen: Mattias Ekström und Martin Tomczyk. Ihr Verhältnis scheint allerdings deutlich besser zu sein, als es bei Webber und Vettel momentan der Fall ist. "Wir sind vor zehn Jahren gemeinsam als Youngster zu Audi und Abt gekommen, haben viel gelernt und durchlebt - auch auf der Rennstrecke haben wir ein enges Verhältnis", so Tomczyk vor dem dritten Saisonlauf auf dem EuroSpeedway Lausitz

Auch wenn die Statistik mit zwei DTM-Titeln klar für Ekström spricht - in weiten Teilen der Saison 2007 fuhren die beiden gegeneinander um die Tabellenspitze. "Damals war die Chance groß, dass bei uns etwas ähnliches passiert, wir haben aber bewiesen und gezeigt, dass es auch anders geht. Und für einen von uns ist das ja auch recht gut ausgegangen."

Ullrich sieht keine direkte Gefahr

Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich hält Kollisionen zwischen Teamkollegen in der DTM durchaus vorstellbar, allerdings auch für sehr unwahrscheinlich. "Ich traue mich nicht zu sagen, dass es nie dazu kommen könnte", denkt der Österreicher. "So etwas hat es bei uns auch schon gegeben. Das einzige, was ich meinen Jungs sagen kann, ist, dass sie sich sehr darauf konzentrieren sollen, solche Vorfälle zu vermeiden."

Allerdings sei es nicht immer leicht auf seinen Teamkollegen Rücksicht zu nehmen. "In der DTM liegt das ganze Feld sehr eng beisammen, es gibt um jede Position einen harten und intensiven Kampf. Als Sportchef will man Kollisionen natürlich nicht sehen - ich glaube aber auch, das keiner unserer Fahrer in eine solche Situation verwickelt werden will. Ich bin optimistisch, dass die Jungs alles tun werden, um das zu vermeiden."