Durchkommen - das war das große Ziel von Ellen Lohr. Doch schon am Abend des zweiten Wettkampftages war sie "starr vor Entsetzen". Der Worst Case war eingetreten: Ihr Mercedes blieb mit einem Getriebeschaden liegen und konnte nicht rechtzeitig vor der Abfahrt der Fähre in Richtung Marokko repariert werden.

"Sonst ist es ja bei der Dakar üblich, dass man für Zeitüberschreitungen Strafstunden erhält - damit hätten wir leben können", klagte sie ihr Leid. Aber diesmal waren die Regeln unerbittlich: Wer um 22:00 Uhr nicht auf der Fähre war, war draußen. "Klar, es sind selbst in der Formel 1 schon Autos am Start stehen geblieben, aber dort hat man 17 Chancen im Jahr; und wir hatten nur diese eine", so die zutiefst niedergeschlagene Lohr weiter. "Wir sind unheimlich enttäuscht. Es ist so bitter, dass man nach zwei Tagen einfach aus der Rallye ist, ohne etwas daran ändern zu können. Wegen eines blöden Getriebeschadens!"

Dabei hatte die Rallye schon mit Hindernissen begonnen. Auf der ersten Etappe machten Lohr und ihre Beifahrerin Antonia de Roissard unliebsame Bekanntschaft mit einem Baumstumpf. Nach einer Dreiviertelstunde konnten sie jedoch weiterfahren, für die Zeitüberschreitung bekamen sie aber eine Zeitstrafe von 5 Stunden aufgebrummt. Was am Samstagabend noch Enttäuschung auslöste, hätten sie am Sonntagabend liebend gerne wieder in Kauf genommen - anstelle des vorzeitigen Abschieds von der Dakar 2007.

Besser verlief der Tag für die zweite deutsche Pilotin. Jutta Kleinschmidt erzielte die 20.-beste Zeit des dritten Tages und kletterte auf den 23. Gesamtrang nach oben. Aber auch sie hatte keinen problemfreien Tag. "Nach 20 Kilometern musste sie ein kleines Feuer im Motorraum ihres BMW löschen. "Das war erst der dritte Tag und es ist noch ein weiter Weg", so Teamdirektor Sven Quandt. "Jutta verlor etwas Zeit, aber wir liegen alle vor Jean-Louis Schlesser, also bin ich ziemlich zufrieden."

Für die deutschen Beifahrer hatte der dritte Tag noch mehr Grund zur Freude. Dirk von Zitzewitz liegt mit seinem Kollegen Giniel de Villiers auf dem zweiten Gesamtrang, Andy Schulz belegt dahinter mit Carlos Sousa im Kunden-Race Touareg des Teams Lagos Platz 3. Auf der dritten Etappe von Nador nach Er Rachidia erzielten Sousa und Schulz die sechstbeste Zeit, de Villiers und von Zitzewitz fuhren sogar die Bestzeit. Somit liegen vor der vierten Etappe am Dienstag drei VW in Führung.