Der VW ID. Buzz hat das Design-Image eines modernen Bullis, kämpft aber mit einem nüchternen Problem: Reichweite. Vor allem auf langen Strecken und in großen Märkten wie den USA stößt der elektrische Van schneller an Grenzen als kompaktere E-Autos.

Genau deshalb prüfte Volkswagen eine ungewöhnliche Lösung: einen kleinen Benziner, der nicht die Räder antreibt, sondern unterwegs Strom erzeugt. Aus dem ID. Buzz wäre damit kein klassischer Hybrid geworden, sondern ein Elektroauto mit zusätzlichem Generator.

Ganz unplausibel war die Idee nicht. 2025 lieferte Volkswagen weltweit rund 60.700 ID. Buzz aus. In Deutschland kam der Elektro-Bulli auf mehrere Tausend Verkäufe. Ein Nischenmodell ist er damit nicht.

Foto: Volkswagen
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In den USA sieht die Lage anders aus. Dort wurden nur rund 6.140 Fahrzeuge verkauft. Volkswagen überspringt deshalb zunächst das Modelljahr 2026 und baut vorhandene Fahrzeuge des Modelljahres 2025 ab. Für 2027 ist die Rückkehr geplant.

Offiziell verweist Volkswagen auf die schwache Nachfrage nach Elektroautos in den USA. Intern lag aber eine zweite Frage nahe: Lässt sich der elektrische Bulli mit einem Range Extender langstreckentauglicher machen?

VW, ID.Buzz GTX
Foto: Volkswagen

Range Extender: Der Benziner, der nicht antreibt

Volkswagen Nutzfahrzeuge-Chef Stefan Mecha bestätigte in einem Interview, dass ein Range Extender für den ID. Buzz untersucht wurde. Das Prinzip: Ein kleiner Verbrennungsmotor erzeugt Strom, sobald der Akku Unterstützung braucht. Die Räder treibt weiterhin der Elektromotor an.

Volkswagen, ID.Buzz
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Damit hätte Volkswagen die Reichweitenangst vieler Kunden entschärfen können, ohne den Charakter des Elektroantriebs aufzugeben. Auf Kurzstrecken wäre der ID. Buzz weiterhin rein elektrisch gefahren, auf langen Etappen hätte der Generator zusätzliche Energie geliefert.

Für die USA wäre das besonders relevant: lange Distanzen, große Fahrzeuge und eine regional lückenhafte Ladeinfrastruktur machen Reichweite dort stärker zum Kaufargument. Am Ende scheiterte die Idee aber nicht am Konzept, sondern am Platz.

Kein Platz für den Generator

Das Problem liegt in der Architektur des ID. Buzz. Der elektrische Van basiert auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns, die von Beginn an ausschließlich für batterieelektrische Fahrzeuge entwickelt wurde.

Der kurze vordere Überhang des ID. Buzz bietet kaum zusätzlichen Bauraum für einen Verbrennungsmotor samt Nebenaggregaten und Abgasanlage. Ein klassischer Motorraum, wie ihn Fahrzeuge mit Verbrennerplattform besitzen, existiert schlicht nicht.

Foto: Volkswagen
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Die MEB-Architektur kommt inzwischen bei zahlreichen Modellen zum Einsatz – vom kompakten ID.3 bis zum ID.7. Auch Fahrzeuge außerhalb des Volkswagen-Konzerns nutzen die Plattform, darunter beispielsweise der Ford Explorer und der Ford Capri, die auf der Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Ford basieren.

Ein ID. Buzz mit Benzin-Generator bleibt deshalb Theorie.

VW gibt die Idee nicht auf

Der Konzern arbeitet trotzdem weiter an Range-Extender-Lösungen. In China hat Volkswagen bereits ein Fahrzeug mit dieser Technik vorgestellt: Der gemeinsam mit SAIC entwickelte ID. Era 9X kombiniert einen großen Akku mit einem 1,5-Liter-Benziner, der ausschließlich Strom erzeugt.

Auch die neue US-Marke Scout setzt auf dieses Konzept. Die geplanten Modelle Traveler und Terra sollen ab 2027 neben rein elektrischen Varianten auch mit Range Extender erhältlich sein. Für den amerikanischen Markt mit großen Distanzen zwischen Ladepunkten bleibt die Technik attraktiv.

Bereits Ende 2025 wurde berichtet, dass Volkswagen Range-Extender-Lösungen für verschiedene Märkte prüft. Die kommende SSP-Plattform könnte dafür deutlich besser geeignet sein als MEB. Sie soll flexibler ausgelegt werden und unterschiedliche Antriebskonzepte ermöglichen.