Kaum ein Fahrzeug ist so eng mit einer Stadt verbunden wie das Black Cab mit London. Während die ikonischen gelben Taxis in New York zunehmend von Uber, Lift und Co verdrängt werden, scheinen die Black Cabs von London zu überleben.
Die typische hohe Karosserie gehört seit Jahrzehnten zum Straßenbild der britischen Hauptstadt. Nun steht ein Generationswechsel bevor: Die London Electric Vehicle Company, (LEVC), hat die nächste Generation ihres Taxis offiziell angekündigt. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.
Vom Range Extender zum Elektroauto?
Das derzeitige Modell LEVC TX setzt auf einen seriellen Hybridantrieb. Ein 110 kW (150 PS) starker Elektromotor an der Hinterachse übernimmt den Antrieb der Räder. Der 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner ist dagegen lediglich als Generator tätig und lädt die Batterie nach.
Der TX besitzt einen 31-kWh-Akku und schafft damit bis zu rund 125 Kilometer rein elektrisch. Ist der Range Extender aktiv, steigt die Gesamtreichweite auf mehr als 500 Kilometer. Geladen werden kann die Batterie sowohl mit Wechselstrom als auch per Gleichstrom. Mit 50 kW DC-Ladeleistung sollen sich rund 80 Prozent der Batterie in etwa 30 Minuten nachladen lassen.
Für einen Taxi-Einsatz ist dieses Konzept interessant: Im Stadtverkehr kann das Fahrzeug große Teile der Strecke elektrisch zurücklegen, gleichzeitig entfällt die Abhängigkeit von einer Ladepause.
Doch beim Nachfolger könnte LEVC einen weiteren Schritt gehen. Ein rein elektrischer Antrieb gilt als mögliche Entwicklung, bestätigt ist er bislang allerdings nicht. LEVC hält die technischen Daten der neuen Generation noch unter Verschluss.
Das neue Black Cab bleibt unverwechselbar
Weniger geheimnisvoll ist das Design. Erste veröffentlichte Skizzen zeigen, dass LEVC die charakteristische Silhouette des Black Cabs nicht über Bord werfen will. Die hohe Karosserie, die große Glasfläche und die auf den professionellen Taxi-Einsatz zugeschnittene Form bleiben grundsätzlich erhalten.

Gleichzeitig soll das neue Modell deutlich moderner auftreten. LEVC kündigt umfassende Weiterentwicklungen bei Design, Technologie und Bedienung an. Das neue Taxi wird von Grund auf entwickelt und soll exakt auf die besonderen Anforderungen des Londoner Taxi-Betriebs zugeschnitten werden.
Dazu gehören die sogenannten Metropolitan Conditions of Fitness, die unter anderem Vorgaben für Barrierefreiheit und die besonderen Anforderungen an Londoner Taxis enthalten.
Der Wendekreis ist entscheidend
Eine der ungewöhnlichsten Anforderungen betrifft die Wendigkeit. Der aktuelle TX besitzt einen Wendekreis von lediglich 8,5 Metern. Damit kann er die engen Straßen Londons und insbesondere die bekannten engen Wendemöglichkeiten bewältigen.

Auch die Barrierefreiheit gehört zum Grundkonzept. Der TX wurde als speziell entwickeltes Taxi konzipiert und nicht einfach aus einem bestehenden Pkw abgeleitet. Diesen Ansatz will LEVC auch bei der neuen Generation fortführen.
Seit seiner Markteinführung 2018 wurden weltweit mehr als 12.000 Einheiten verkauft. Nach Angaben von LEVC haben die Fahrzeuge dabei dazu beigetragen, die CO2- und NOx-Emissionen der Londoner Taxiflotte deutlich zu reduzieren.
Der TX verabschiedet sich
Der Generationswechsel beginnt bereits in diesem Jahr. Die Produktion des aktuellen TX soll im September 2026 auslaufen. Anschließend wird das LEVC-Werk in Ansty für die nächste Generation vorbereitet.
Dort soll dann 2027 das neue Black Cab entstehen. Geely, der chinesische Mutterkonzern von LEVC, steht dabei weiterhin hinter dem Projekt. Seit 2013 hat die Geely Group nach Angaben von LEVC mehr als eine Milliarde britische Pfund in das Unternehmen investiert.
Für die Fahrer der bestehenden TX-Flotte gibt es zumindest eine beruhigende Nachricht: LEVC verspricht weiterhin Ersatzteile und umfassenden Service für die bisherigen Fahrzeuge.



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