Die Kooperation vereint drei US-Schwergewichte: Lucid liefert die Plattform in Form des vollelektrischen SUV Gravity, Nuro steuert sein Level-4-Autonomiefahrsystem bei, und Uber bringt seine globale Reichweite und Flottenmanagement-Kompetenz ein. Konkret sollen 20.000 oder mehr Lucid Gravity-Modelle (828 PS) mit Nuro-Technologie ausgerüstet und exklusiv über die Uber-Plattform betrieben werden. Uber selbst oder Flottenpartner werden die Fahrzeuge besitzen und für Fahrgäste bereitstellen.
Start noch Ende 2025 geplant
Der erste fahrbereite Prototyp des Lucid-Nuro-Robotaxis absolviert bereits autonome Testfahrten auf einem geschlossenen Gelände von Nuro in Las Vegas. Noch Ende dieses Jahres soll der kommerzielle Betrieb in einer großen US-Stadt starten, bevor das Angebot in den kommenden Jahren auf Dutzende Märkte weltweit ausgeweitet wird.

Hardware und Software optimal integriert
Die technische Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten: Lucid integriert die für autonomes Fahren nötige Hardware bereits ab Werk in den Gravity. Nach der Auslieferung erhalten die Fahrzeuge die Nuro-Software, die das Level-4-Autonomiefahren ermöglicht – also komplett fahrerlose Mobilität in definierten Einsatzgebieten. Uber wird die Fahrzeuge mit seinem dynamischen Flottenmanagement verbinden und die Fahrten über die eigene Plattform vermitteln.
Milliardenmarkt im Visier
Uber, das täglich weltweit rund 34 Millionen Fahrten vermittelt, investiert eigenen Angaben zufolge mehrere Hundert Millionen US-Dollar in die Partnerschaft. Das Kapital fließt sowohl in Lucid als auch in Nuro, um Entwicklung, Produktion und Markteinführung der Robotaxis zu beschleunigen.
Mit dem großangelegten Einstieg in den Robotaxi-Betrieb sichert sich Uber einen strategisch wichtigen Vorsprung im internationalen Wettlauf um autonome Mobilitätsdienste. Für Lucid bedeutet die Kooperation Zugang zu einem neuen Milliardenmarkt und für Nuro den nächsten Schritt vom Zustellroboter-Spezialisten zum Anbieter selbstfahrender Technologie für den Personentransport.
Konkurrenz für Waymo, Cruise & Co
In den USA gilt Waymo als Pionier der Robotaxi-Branche. Das Alphabet-Unternehmen betreibt bereits fahrerlose Dienste in Phoenix und San Francisco und setzt dabei auf umgerüstete Jaguar I-Pace und Chrysler Pacifica. Konkurrent Cruise, eine General Motors-Tochter, hat mit dem Cruise Origin eine eigene Plattform ohne Lenkrad entwickelt. Nach Unfällen im Vorjahr läuft der Betrieb in San Francisco und Austin derzeit schrittweise wieder an. Zoox, seit 2020 Teil von Amazon, verfolgt einen radikal neuen Ansatz: Das futuristische Robotaxi ist bidirektional ausgelegt und verzichtet komplett auf Fahrerplatz und Pedale. Motional, ein Joint Venture von Hyundai und Aptiv, setzt auf den Hyundai Ioniq 5 und kooperiert in den USA mit Lyft, erste fahrerlose Tests laufen bereits in Las Vegas. Aber auch China hat mit Baidu Apollo Go bereits Robotaxis in Peking, Wuhan und anderen Städten im Einsatz

Robotaxis auch für Europa?
Während in den USA und in China fahrerlose Taxis in einigen Regionen bereits zum Alltag gehören, steht Europa hier erst ganz am Anfang. Grund dafür sind unterschiedliche Verkehrs- und Zulassungsregeln, die rechtliche Klärung bei Unfällen, eine schlechte Infrastruktur autonomer Fahrstrecken und das nicht flächendeckende 5G-Netz.

In Deutschland will sich jedoch Mobileye, eine Tochter von Intel, mit Moovit-Pilotprojekte in München versuchen. Volkswagen und Bosch arbeiten derzeit an Robotaxi-Systemen für MOIA. Erste Tests mit autonom fahrenden VW ID. Buzz laufen bereits, ein kommerzieller Start wird jedoch nicht vor 2026 erwartet.

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