Beim diesjährigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este präsentiert BMW erstmals den „Vision BMW ALPINA“. Die Designstudie dient als Ausblick auf die Zukunft der Marke, die seit 2026 offiziell als eigenständige Marke innerhalb der BMW Group geführt wird.
Ziel ist es offenbar, Alpina künftig stärker zwischen klassischen BMW-Modellen und Rolls-Royce zu positionieren. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht maximale Sportlichkeit oder kompromisslose Dynamik, sondern eine Mischung aus hoher Reisegeschwindigkeit, Komfort und zurückhaltender Exklusivität.
Großes Coupé mit klassischen Alpina-Proportionen
Mit 5,20 Metern Länge orientiert sich die Studie klar an der Oberklasse. Die flache Dachlinie, die lange Motorhaube und die breite Spur greifen bekannte Proportionen früherer Alpina-Modelle auf. Gleichzeitig bleibt die Gestaltung deutlich reduzierter als bei vielen aktuellen Luxusfahrzeugen.

Angetrieben wird die Studie von einem V8-Motor. Technische Details nennt BMW zwar nicht, betont aber ausdrücklich den typischen Alpina-Ansatz: hohe Leistung kombiniert mit souveräner Langstreckentauglichkeit statt aggressiver Rennstrecken-Inszenierung.
Optisch fällt vor allem die neu interpretierte „Shark Nose“-Front auf. Die BMW-Niere sitzt tief integriert in der Frontpartie und wirkt weniger dominant als bei aktuellen Serienmodellen der Marke.

Viele Details erst auf den zweiten Blick sichtbar
BMW spricht beim Vision ALPINA von einem „Second Read“-Design. Gemeint ist eine Gestaltung, deren Details erst bei genauerem Hinsehen auffallen.

Dazu gehören neu interpretierte Dekorlinien entlang der Karosserie, spezielle Metallicflächen oder versteckte Beleuchtungselemente innerhalb der Frontgestaltung. Auch die traditionellen Alpina-Merkmale bleiben erhalten: das mehrspeichige Felgendesign, die vier Endrohre und die klassische Wortmarke.

Die Räder messen vorne 22 und hinten 23 Zoll. Das bekannte 20-Speichen-Design bleibt dabei erhalten, wurde jedoch moderner ausgeführt.
Innenraum setzt auf klare Formen statt digitale Überladung
Im Innenraum verfolgt BMW einen vergleichsweise ruhigen Ansatz. Statt eines komplett von Displays dominierten Cockpits setzt die Studie auf klare architektonische Formen und eine sichtbare Trennung einzelner Bereiche.

Zum Einsatz kommen Leder aus Gerbereien im Alpenraum, offenporige Materialien und Metalloberflächen mit feinen Schliffen. Auffällige Design-Elemente sind sparsam eingesetzt. Selbst dekorative Details wie farbige Nähte oder Kristallelemente wirken eher zurückhaltend integriert.

Hinter der Mittelkonsole befindet sich ein integriertes Kristallglas-Set mit beleuchteter Halterung – eine Reminiszenz an klassische Luxuslimousinen.
Komfort bleibt zentrale Alpina-Idee
Inhaltlich macht BMW deutlich, dass Alpina weiterhin eine andere Philosophie verfolgen soll als BMW M. Im Mittelpunkt steht nicht maximale Härte oder extreme Fahrdynamik, sondern entspanntes, schnelles Reisen.
Dazu gehört auch der bekannte „Comfort+“-Modus, der traditionell eine weichere und ruhigere Abstimmung bietet als vergleichbare BMW-Modelle. Dieses Konzept soll auch künftig erhalten bleiben.

Das neue Panoramic iDrive mit durchgehender Anzeigeeinheit über die gesamte Instrumententafel wird speziell für Alpina angepasst. Eigene Grafiken und Farbschemata in Blau und Grün sollen die Marke optisch von regulären BMW-Modellen abgrenzen.
Erstes Serienmodell für 2027 angekündigt
Die Studie bleibt zunächst ein Einzelstück, gibt aber bereits konkrete Hinweise auf kommende Serienfahrzeuge. Das erste neue Modell unter BMW-ALPINA-Regie soll im kommenden Jahr vorgestellt werden und sich technisch an der BMW 7er-Reihe orientieren.
Damit beginnt für Alpina eine neue Phase: weg vom kleinen Veredler aus Buchloe hin zu einer stärker integrierten Luxusmarke innerhalb des BMW-Konzerns – allerdings mit dem Anspruch, die bisherigen Markentugenden nicht vollständig aufzugeben.

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